Superbike-WM in Misano: Lange Tradition, spannende Rennen, volle Tribünen
Mit Misano steht am Wochenende eines der bestbesuchten Meetings der Superbike-WM auf dem Programm. Fünf Jahre nach Michael Rinaldi stehen die Chancen auf einen italienischen Sieger nie besser.
Zwar wurde die Superbike-WM 1988 vom US-Amerikaner Steve McLaughlin gegründet, der Einfluss Italiens ist jedoch bedeutend größer. Zwischen 1989 und 2012 wurde die serienbasierte Meisterschaft von den Brüdern Paolo und Maurizio Flamini organisiert. Hauptakteure der ersten Jahre waren Ducati und Honda, aber die Italiener sind unangefochten der erfolgreichste Hersteller. Und seit 2004 ist Pirelli alleiniger Ausrüster der Superbike-WM mit Reifen. Nach der laufenden Saison wird jedoch Michelin diesen Job übernehmen.
Aber nicht nur deswegen hat die Superbike-WM einen starken Bezug zu Italien, sondern auch wegen einmaliger Rennstrecken wie Monza, Imola und Misano und den leidenschaftlichen Fans auf den Tribünen – dabei konnte mit Max Biaggi (2010, 2012) bisher nur ein Italiener die Weltmeisterschaft gewinnen. Nachdem Monza und Imola wegen Sicherheitsbedenken aus dem Kalender flogen, ist Misano das Superbike-Mekka an der Adria.
Uns Misano ist ein Zuschauermagnet: In der Spitze kamen über 75.000 Besucher an die Rennstrecke!
Bereits seit 1991 gastiert die Superbike-WM in Misano, nur 1992 sowie während der Coronapandemie im Jahr 2020 fand wegen behördlicher Auflagen kein Meeting statt. So kommt Misano auf 32 Superbike-Events! Erfolgreichste Piloten sind Jonathan Rea und Toprak Razgatlioglu mit jeweils acht Siegen.
2026 könnte Nicolò Bulega die Fans erlösen und fünf Jahre nach Michael Rinaldi wieder die italienische Hymne erklingen lassen. Tatsächlich käme es einem Wunder gleich, würde ein anderer Fahrer gewinnen – der Ducati-Werkspilot hat alle 18 Rennen 2026 gewonnen, allerdings noch nie in der Top-Kategorie in Misano!
Die 1972 erbaute Rennstrecke liegt nur wenige Kilometer vom Badeort Rimini entfernt. Obwohl Misano selbst in Italien liegt, wurde das Meeting viele Jahre unter der Flagge von San Marino durchgeführt. Seit 2021 ist die Region Emilia-Romagna, in der die Rennstrecke liegt, Namensgeber für das Superbike-Meeting.
Ursprünglich mit nur 3488 Metern Länge, wurde die Rennstrecke 1993 auf 4060 Meter verlängert. Bevor die MotoGP nach Misano kam, wurden 2006/7 weitere Umbaumaßnahmen umgesetzt und die Piste wuchs auf die heutige Länge von 4226 Metern. Insbesondere die Sturzräume mussten massiv erweitert werden, weshalb die Fahrtrichtung umgekehrt wurde. Nun wird in Misano im Uhrzeigersinn gefahren.
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