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MGM-Ducati-Pilot Tarran Mackenzie fuhr bei der Superbike-WM in Misano sein bestes Resultat auf trockener Strecke ein und nannte die Gründe für den jüngsten Aufschwung.
Das deutsche MGM-Ducati-Team jubelte bei der Superbike-WM in Misano über ein Top-5-Resultat. Tarran Mackenzie beendete das Sonntags-Rennen mit 18,7 Sekunden Rückstand auf Seriensieger Nicolo Bulega und war viertbester Ducati-Pilot. Damit stellte Mackenzie sein bisher bestes Ergebnis auf trockener Strecke sicher. Beim Saisonauftakt in Australien war er im Nassen zu Platz 4 gefahren, doch der fünfte Platz in Misano hatte für viele Außenstehende einen höheren Wert.
«Ich glaube, Platz 7 war bisher mein bestes Ergebnis im Trockenen, in einem Sprintrennen im vergangenen Jahr. Deshalb ist es natürlich schön, jetzt in den Top-5 zu sein», freute sich der sympathische Schotte nach dem Erfolg in Misano. «Mit Bassanis Sturz hatte ich ein bisschen Glück, aber manchmal läuft es eben so. Ich denke, unabhängig davon, ob er ins Ziel gekommen wäre oder nicht, wäre ein solider sechster Platz ein gutes Ergebnis gewesen. Deshalb bin ich zufrieden.»
Die laufende Saison hielt für Mackenzie einige Höhen und Tiefen bereit. Beim Rennwochenende in Tschechien vor gut einem Monat gelang seiner MGM-Crew eine Verbesserung, auch wenn die Ergebnisse das noch nicht gezeigt haben. «Um ehrlich zu sein, habe ich in Most einen Schritt nach vorne gemacht. Im Warm-up lief es gut, dann bin ich zwar im letzten Rennen in Most gestürzt, aber als ich hier zum Test angekommen bin, war ich ziemlich konkurrenzfähig. Normalerweise bewege ich mich irgendwo zwischen Platz 9 und 12, aber beim Test lag ich sowohl mit Rennreifen als auch mit Qualifying-Reifen meistens auf den Positionen 5, 6 oder 7.»
«Ich weiß nicht genau, warum, aber ich habe hier einfach einen Schritt gemacht. Ich bin hier zuvor noch nie mit einem wirklich guten Motorrad gefahren. Deshalb kann ich nicht sagen, dass ich jemals ein gutes Gefühl hatte. Es war das erste Mal, dass ich hier ein richtig konkurrenzfähiges Bike hatte, und plötzlich hat es einfach Klick gemacht», staunte Mackenzie.
Den Grundstein legte Mackenzie beim Misano-Test zwischen den Rennwochenenden in Most und Aragon. Doch das gute Gefühl des Tests war beim Trainingsauftakt am Freitag plötzlich weg. «Nach dem Test bin ich mit einem guten Gefühl nach Hause gefahren. Als ich dann am Freitag hierherkam, dachte ich, ich rolle einfach mit demselben Motorrad aus der Boxengasse. Aber es fühlte sich komplett anders an. Wir mussten unheimlich viel verändern und ausprobieren. Das ganze Wochenende war harte Arbeit, um wieder dorthin zu kommen, wo wir beim Test waren. Ich denke, im Qualifying haben wir das geschafft», freute sich der Ducati-Pilot.
Lauf 1 beendete Mackenzie auf Platz 11, was auch auf die Strafe zurückzuführen war, die er nach der Kollision mit Honda-Pilot Ryan Vickers im FP3 erhielt. «Leider hatte ich dann die Long-Lap-Penalty. Trotzdem wusste ich schon nach Freitag, dass mein Tempo für die Plätze 8 bis 10 reichen sollte. Das Problem ist das Qualifying – ich hasse es. Es entscheidet oft über das ganze Wochenende.»
«Man hat es bei Oliveira auf Phillip Island gesehen, dort hat es ihm das gesamte Wochenende zerstört. Garrett (Gerloff) war beim Test genauso schnell wie ich. Wenn man im Qualifying einen Fehler macht, ruiniert das oft das komplette Wochenende. Es sei denn, man hat wirklich Top-3-Pace und kann sich einfach durch das Feld kämpfen und im Superpole-Rennen trotzdem noch unter die Top-9 fahren. Wenn dein Tempo aber eher für die Top-10 reicht, ist es unglaublich schwer, nach vorne zu kommen. Deshalb hat Startplatz 9 am Nachmittag einen riesigen Unterschied gemacht», erklärte Mackenzie.
Dass er aus der dritten Reihe ein derart gutes Rennen erlebt, verblüffte aber auch Mackenzie: «Vor dem letzten Rennen hätte ich ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, unter die ersten Sechs zu fahren. Am Sonntagmorgen hatte ich das Gefühl, dass ich vielleicht mit Oliveira und Locatelli mithalten könnte. Deshalb dachte ich, Platz 7 oder 8 wäre ein gutes Ergebnis.»
«Ich weiß nicht, was mit Sam (Lowes) und Baldassarri passiert ist, denn die waren eigentlich ziemlich stark. Aber ich habe einfach das Beste daraus gemacht. Ich hatte einen guten Start und wusste nach dem gestrigen Rennen, dass ich ein ähnliches Tempo wie Surra fahren könnte, wenn ich an ihm dranbleibe. Zu Beginn hat er mich ein wenig mitgezogen, später konnte ich ihn überholen», berichtete Mackenzie.
«Natürlich hatte ich etwas Glück, weil Bassani gestürzt ist und ich dadurch in die Top-5 gekommen bin. Aber ich bin trotzdem sehr glücklich», so der MGM-Pilot. Als nächste Station steht das Heimspiel in Donington im Kalender. Dafür hat Mackenzie hohe Erwartungen, auch wenn er das Event im Vorjahr verpasste.
«Ja, Donington ist natürlich eine Strecke, auf der ich sehr oft gefahren bin. Ich bin nur zehn Minuten entfernt aufgewachsen. Von meinem Zuhause aus konnte man Motorräder und Autos hören. Dort habe ich praktisch mein ganzes Leben verbracht», so Mackenzie.
«Leider habe ich Donington im vergangenen Jahr verpasst. Ich hatte hier in Misano aufgehört und anschließend kein Motorrad für Donington, deshalb konnte ich dort nicht fahren. Jetzt freue ich mich aber sehr darauf, zurückzukehren», erklärte der Schotte und erinnerte sich an die Situation vor einem Jahr.
«Im vergangenen Jahr war ich wahrscheinlich am Tiefpunkt meiner Karriere angekommen. Ich war überzeugt, dass ich bessere Ergebnisse erzielen kann, als ich damals gezeigt habe. Aber ich habe mich hier als Letzter qualifiziert und bin sogar gestürzt, obwohl ich ganz hinten unterwegs war. Irgendwann dachte ich einfach, dass das nicht richtig ist und ich aufhören muss», blickte Mackenzie zurück. «Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass ich ein Jahr später mein bestes Trockenergebnis einfahren würde, hätte ich ihn wahrscheinlich ausgelacht. Deshalb fühlt sich das jetzt sehr gut an.»
Ist der fünfte Platz in Misano wichtiger als der vierte Platz beim nassen Phillip-Island-Rennen im Februar? «Phillip Island war allerdings auch ein ziemlich cooler Saisonauftakt. Platz 4 ist besser als Platz 5. Solange ich nicht Dritter werde, bleibt das also mein besseres Ergebnis», kommentierte Mackenzie.
Besonders hoffnungsvoll ist der MGM-Pilot auf die Zeit nach Donington: «Nach Donington komme ich jetzt wieder auf Strecken, auf denen ich die Ducati bereits gefahren bin. Dadurch habe ich zumindest eine gewisse Referenz. Ich habe das schon öfter gesagt: Wenn ich auf eine Strecke komme, auf der meine einzige Vergleichsbasis die Honda ist, fühlt es sich an, als würde ich auf einer komplett anderen Rennstrecke fahren. Das ist niemandes Schuld, auch nicht meine. Aber es ist ein seltsames Gefühl, das schwer zu erklären ist. Man fährt plötzlich andere Linien und bremst an ganz anderen Stellen. Man muss sich erst daran gewöhnen.»
In der Meisterschaft liegt Mackenzie nach sieben von zwölf Rennwochenenden auf Platz 13 der Fahrerwertung. Zu den Top-10 fehlen lediglich 14 Punkte.
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