Mangel an Bahnfahrern: «Müssen warten, bis nächste Generation so weit ist»
2026 gestaltete sich die Nominierung einer schlagkräftigen Truppe für die Langbahn-Team-WM erneut schwierig und Nationalcoach Jörg Tebbe musste mehrere Absagen hinnehmen. SPEEDWEEK.com hakte nach.
Noch immer ist Deutschland seit Einführung des Langbahn der Nationen mit zehn Titeln die klare Nummer 1 im Medaillenspiegel. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sieben der zehn WM-Titel in den ersten acht Jahren des Wettbewerbs gewonnen wurden, als Schwarz-Rot-Gold noch einen deutlich größeren Fahrerpool auf der Langbahn hatte.
Wie schon im vergangenen Jahr, in dem Jörg Tebbe in seiner ersten Saison als Teammanager sogar selbst nach diversen Absagen als Fahrer einspringen musste, gestaltete sich auch in diesem Jahr die Kaderzusammenstellung als schwierig. Unter anderen fehlte mit Daniel Spiller ein potenzieller Topfahrer verletzt, die Weltmeister Erik Riss und Martin Smolinski standen nicht zur Verfügung.
«Es ist schade, wenn man nicht mit den Besten fahren kann.
Langbahn-DM mit B-Lizenz-Fahrern
Die zuletzt immer dünner werdende Fahrerdecke an deutschen Top-Piloten auf der Langbahn zeigt sich inzwischen auch gnadenlos im deutschen Nationalteam. Die Deutsche Meisterschaft wird zwischenzeitlich nur noch mit zwölf Mann ausgetragen und das Feld mit Fahrern aus der B-Lizenz aufgefüllt, was den erschreckenden Zustand rund um den Langbahnsport in Deutschland aufzeigt.
Nur aus einer breiten Masse an Fahrern, die idealerweise auch auf der Speedwaybahn fahrerisch gut entwickelt sind, kann die Spitze auf der Langbahn stärker besetzt werden, was dem Teamchef der Nationalmannschaft wieder mehr Optionen bieten würde. «Aktuell haben wir eine kleine Lücke zu überstehen, bis der Nachwuchs aufrückt. Wir haben ein paar starke Fahrer in der B-Lizenz, aber die brauchen noch ein paar Jahre, bis die so weit sind, und das müssen wir so gut wie möglich überbrücken», so Tebbe, der nur darauf hoffen kann, dass im kommenden Jahr die Bereitschaft, in der Team-WM zu starten, wieder größer sein wird. «Man muss schauen, wer fahren möchte und wer nicht. Es gibt immer eine Abfrage am Anfang des Jahres, je nachdem, was zurückkommt, kann ich planen. Von Verbandsseite ist es schwierig, an der Gesamtsituation etwas zu ändern. Es wird aber schon Diskussionen geben, was man machen könnte. Ich selbst kann nur wiedergeben, was gut und schlecht läuft, aber ich kann nicht entscheiden, was da gemacht werden müsste.»
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