Formel 1
Kolumne
Warum Rauno Aaltonen mit Chi Coltran Pirouetten tanzte
Im Motorsport kommt es immer wieder zu unerwarteten Begegnungen – wie etwa zwischen einer Rallye-Legende aus Finnland und einer Rock-Sängerin aus den USA.
In den Monaten vor dem ersten Formel-1-Start 2026 in Australien konnten wir beobachten, wie Audi und Cadillac den Einstieg in den Grand-Prix-Sport kommunikativ vorbereit haben. Dazu ein Rückblick, wie das damals war, als BMW das erste F1-Abenteuer anging.
Im April 1980 gab BMW bekannt, mit einem eigenen Motor in die Königsklasse zu gehen. Im Vorfeld zu dieser Entscheidung hatte es ein langes Hin und Her auf allen oberen Etagen gegeben, nicht nur bei der BMW Motorsport GmbH, sondern auch im sogenannten Vierzylinder, dem markanten Gebäude, in welchem der Vorstand residiert.
Kaum weniger lang dauerte es, bis alle politischen und technischen Voraussetzungen abgearbeitet waren, ehe es am 23. Januar 1982 zum ersten Renneinsatz beim Großen Preis von Südafrika in Kyalami kam.
In dieser Zeit der Vorbereitung galt es auch, das Thema in der Fach- und in der allgemeinen Öffentlichkeit behutsam vorzubereiten. Hierzu gehörte es auch, im Rahmen der laufenden Saison 1981 im Umfeld der Grands Prix Präsenz zu zeigen; samt Aktionen, wie wir – ich war mittlerweile als Motorsport-Pressesprecher mit an Bord – beim deutschen Großen Preis in Hockenheim am ersten August-Wochenende starteten.
Kleines Spektakel als BMW-Hingucker
Unsere Pläne, wie und warum wir uns diesen großen Schritt in die höchste Klasse des internationalen Motorsports vorgenommen hatten, erzählten wir während des gesamten Wochenendes mehrfach in Interviews mit den Streckensprechern.
Zustatten kam uns auch der Umstand, dass Publikumsliebling Strietzel Stuck mit dem bärenstarken BMW M1 in der ebenfalls im Rahmen des Rennwochenendes stattfindenen Deutschen Rennsport-Meisterschaft – wie fast immer in Hockenheim – eine blendende Figur abgab.
Und als besonderen Hingucker für das Publikum im ausverkauften Motodrom hatten wir uns ein kleines Spektakel ausgedacht: Zwei weiße BMW 323i sollten auf der Start- und Zielgerade eine Art Synchron-Ballett mit Pirouetten vollführen.
Als Piloten für das relativ kitzlige Unterfangen wurden der Chefinstruktor des BMW-Fahrertrainings, der Finne Rauno Aaltonen, besser bekannt, als Rallye-Monte-Carlo-Sieger oder Rallye-Professor bekannt, sowie ein weiterer beherzter BMW-Instruktor verpflichtet.
Beide Fahrer machten sich während des Sonnabends mit den gegebenen Bedingungen vertraut. Nach einigen vorsichtigen Versuchen klappte alles wie am Schnürchen. Anlauf – 360 Grad-Wende – Weiterfahren – neuerliche 360 Grad-Wende – und das Ganze in entgegengesetzter Richtung – Vorführungsende – Applaus.
Um der Sache noch einen zusätzlichen Clou zu verschaffen, erhielt Rauno eine prominente Co-Pilotin: die attraktive amerikanische Rock-Musikerin Chi Coltran, die sich auf Europa-Tournee und als VIP-Gast in Hockenheim befand. Die beiden weißen BMW erledigten ihren Part formvollendet.
FOTO Coltran
Das Publikum war begeistert, Raunos berühmte Beifahrerin wurde vom Streckensprecher Kalli Hufstadt anschließend gefragt, wie sie es fand. Es sei prima gewesen, antwortete diese. „Und worüber habt ihr euch unterwegs so unterhalten?“: Chis Antwort: „Über Gott“, und Rauno ergänzte: „…und die Welt.“
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