Rene Rast: Die Gründe für die rasante Aufholjagd

Von Andreas Reiners
DTM
Rene Rast mit Mick Schumacher, der alle drei Formel-3-Rennen auf dem Nürburgring gewann

Rene Rast mit Mick Schumacher, der alle drei Formel-3-Rennen auf dem Nürburgring gewann

DTM-Champion Rene Rast überrascht immer wieder. Seine Aufholjagd in dieser Saison ist beeindruckend. Er verrät ein paar Gründe, warum er sogar wieder im Titelkampf mitmischt..

Rene Rast kann seinen Chef immer noch überraschen. Selbst nach einem Titelgewinn als Rookie. Auf dem Nürburgring schaffte es der Titelverteidiger, erstmals in der DTM-Geschichte das Maximum aus einem Rennwochenende zu quetschen. Historisch. Beeindruckend.

«Er hat bereits ein paar Superlative gebracht. Da kann man nur den Hut ziehen», sagte Audi-Boss Dieter Gass SPEEDWEEK.com. Und stellte klar: «Er darf mich gerne ruhig weiterhin überraschen.» Rast rast in den Titelkampf: In den ersten neun Rennen 2018 holte der Audi-Star mickrige 23 Punkte. War abgeschlagen. Weg vom Fenster. Die letzten sieben Rennen: Drei Siege und 126 Punkte. Wie ist das möglich?

Zum einen wäre da seine Erfahrung. Der 31-Jährige ist erst seit 2017 in der DTM, fuhr aber in seiner Karriere schon alles, was vier Räder hat. Rast erklärt den Vorteil: «Ich kann die verschiedenen Fahrstile der unterschiedlichen Fahrzeuge immer wieder adaptieren, auch im Rennen.»

Bedeutet konkret: Fängt das Auto an über die Vorderachse zu rutschen, dann weiß er, wie er das Auto dennoch schnell fahren kann. Dasselbe gilt für die Hinterachse, wenn es sich im Rennen verändert. Er brauche gar kein perfektes Auto, um schnell zu sein, betonte er: «Ich bin schon viele Autos gefahren, die wenig Aerodynamik hatten und viel gerutscht sind. Das haben wir jetzt wieder in der DTM.» Und: Die neuen Regeln zu den Mindestkaltluftdrücken der Reifen haben das Fahren noch mehr erschwert. Rast: «Das Auto ist mit den neuen Regeln schwierig zu fahren. Da habe ich mich anscheinend schnell drauf eingestellt.»

Weiterer Punkt: Die perfekte Symbiose mit seinem Auto. «Mir gefällt das Auto, ich fühle mich wohl darin. Wenn die Symbiose zwischen Auto und Fahrer perfekt ist, dann kann man einen guten Job machen. Wir haben ein gutes Setup gefunden, das mir taugt.»

Nur hat das sehr lange gedauert. Dass er den Saisonstart komplett verpatzte lag daran, dass er mit seinem Team der Philosophie des Meistersetups vertraute. Doch das ging in die Hose. In Zandvoort fand man den richtigen Weg. Prompt lief es. Denn: «Wenn man ihn gefunden hat, dann sind es nur noch kleine Anpassungsschritte. Man fährt schon relativ aussortiert zur Strecke hin und macht dann nach Möglichkeit nur Kleinigkeiten.»

Gary Paffett führt im Titelkampf vier Rennen vor Ende mit 206 Punkten vor seinem Mercedes-Teamkollegen Paul di Resta (204), Rast folgt mit 149. Ihm gefällt die Rolle des Jägers, des Außenseiters. Wie 2017, als er beim Finale Mattias Ekström noch abfing.

Rast: «Es ist entspannter. Du kannst mehr gewinnen, als verlieren.» Aber klar: 57 Punkte sind eine Hausnummer. Hinzu kommt, dass der kommende Red Bull Ring nicht als Audi-Strecke gilt. Viel würde er deshalb nicht auf sich setzen. Aber: «Paul und Gary kämpfen um die Meisterschaft, es ist ja nicht so, dass die nebeneinander herfahren und sich zuwinken. Dass die beiden sich mal in die Quere kommen, ist nicht unwahrscheinlich. Wenn ich dann der lachende Dritte bin, gerne!»

Sein Chef ist da eher der Berufsskeptiker. «Der Abstand ist unheimlich groß. Die Mercedes vorne können eigentlich gar nicht so große Probleme kriegen, dass da noch etwas passiert. Wir sollten mit den Füßen auf dem Boden bleiben», meinte Gass. Es wäre aber nicht das erste Mal, dass Rast ihn überrascht.

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