Günther Bauer: Zwei Stunden von Mike Tyson verprügelt

Von Jan Sievers
Eisspeedway-GP
Günther Bauer kam in Inzell unter die Räder

Günther Bauer kam in Inzell unter die Räder

Gerade zurück vom Krankenbett ist für Günther Bauer wieder Schonhaltung angesagt. In Inzell stürzte er schwer und kann von Glück reden, dass nicht mehr passiert ist.

Am ersten März-Wochenende musste Günther Bauer den Berlin-GP sausen lassen, da seine Schnittverletzung am Fuß, zugezogen bei der WM-Qualifikation im Januar, sich so stark entzündet hatte, dass die Reißleine gezogen werden musste. Der Arzt verordnete absolute Bettruhe, es war sogar die Rede davon Teile des Fußknochens rausschneiden zu müssen, um der Entzündung Herr zu werden. Diese bekam Bauers Leibarzt jedoch ohne chirurgischen Eingriff unter Kontrolle, sodass er in Inzell am vergangenen Wochenende sein Comeback geben konnte.

Fast zu alter Form lief Bauer am Samstag in der Max Aicher Arena auf, jedoch klappten die ersten Meter bis zum Kurveneingang nicht optimal. «Wir haben die ganze Zeit am Schalthebel umhergebaut, da der zweite Gang nicht rein wollte, was viel Zeit gekostet hat», sagte Bauer gegenüber SPEEDWEEK.com. «Nach dem Rennen stellte sich heraus, dass das Getriebe kaputt war, wir haben es in der Nacht zum Sonntag gewechselt.»

Am Sonntag sollte es dann besser laufen, ein Platz in den Top-8 war angepeilt. Doch dieses Vorhaben wurde bereits nach gut 300 Metern zunichte gemacht. Der neunfache Deutsche Meister erwischte einen guten Start, war hinter Dmitry Khomitsevich an zweiter Position, als ihm am Kurvenausgang das Hinterrad ausbrach, Bauer mit dem Brustkorb auf den Lenker katapultiert wurde und unter die Räder kam.

«Ich hatte wahnsinniges Glück, dass nicht noch mehr passiert ist, auch wenn ich jetzt immer noch enttäuscht bin, dass ich nicht mehr fahren und zeigen konnte, was in mir steckt», so Bauer weiter. «Es ging alles so schnell, der Schlag auf den Lenker war heftig, der Aufprall aufs Eis auch, als ich dann sah, dass mein Motorrad mit dem Hinterrad über mich rüber fährt, habe ich nur noch die Augen zu gemacht und gehofft, dass mich von hinten nicht noch jemand erwischt.»

Auch dabei hatte Bauer Glück: Harald Simon zog innen an ihm vorbei, Ove Ledström konnte gerade noch rechtzeitig ausweichen, touchierte Bauers Motorrad nur leicht, sodass der ehemalige Vizeweltmeister ohne weitere Zusammenstöße die Gerade entlang schlitternd im Innenfeld zum liegen kam. Der Bayer hatte schwere Atemnot, nach der Stauchung des Brustkorbs. Nachdem das Atmen wieder leichter fiel, fiel der am Oberschenkel zerfetzte Kombi auf. Dort erwischte ihn sein Hinterrad, dass kurz zuvor über ihn rüber bügelte. Zum Glück war die Wunde nicht so tief, dass sie genäht werden musste.

Bauer: «Beim Röntgen stellte sich heraus, dass nichts gebrochen ist, wahrscheinlich sind ein paar Rippen angebrochen. Mein Arzt bestätigte mir, dass eine starke Prellung meistens schmerzhafter ist, als ein glatter Bruch. Die Schmerzen sind kaum auszuhalten, ich kann mich kaum bewegen und bin auf der Couch festgebunden. Ich fühle mich, als hätte mich Mike Tyson zwei Stunden lang verprügelt. Nun warten wir mal ab wie es mir nächste Woche geht, dann sehen wir, wie es weiter läuft.»

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