Glickenhaus will viele Frauen für das Le-Mans-Projekt

Von Oliver Müller
Aurora Straus neben einem 003 der Scuderia Cameron Glickenhaus

Aurora Straus neben einem 003 der Scuderia Cameron Glickenhaus

Ab der Saison 2020/21 wird die Scuderia Cameron Glickenhaus in die große Prototypen-Klasse der Sportwagen-WM (FIA WEC) einsteigen. Dazu sollen so viele qualifizierte Frauen wie möglich in das Programm involviert werden.

James Glickenhaus ist ein motorsportlicher Romantiker. Vor allem die 1960er Jahre haben es dem Ex-Filmproduzenten angetan. Damals war der Sport noch von vielen Garagisten durchzogen, die mit ihren Eigenbauten gegen die großen Werke um die Krone bei den 24 Stunden von Le Mans wetteiferten. An diese Tradition will Glickenhaus ab 2020/21 wieder anknüpfen. Als erster Hersteller hat er sich öffentlich zum neuen technischen Reglement der LMP1-Nachfolgeklasse bekannt. Und mit dem SCG 007 entsteht aktuell ein passendes Rennfahrzeug dafür.

Mit diesem Boliden hat Glickenhaus einen ganz besonderen Traum: Nach der Zieldurchfahrt in Le Mans möchte er Nummernschilder montieren und mit dem beim Rennen benutzten Chassis zum sonntäglichen Abendessen nach Paris fahren – also genau das, was seine Idole aus den 1960er Jahren damals noch hätten machen können. Inwiefern die technischen Kommissare des Le-Mans-Veranstalters ACO bei diesen Gedanken mitspielen, steht jedoch auf einem anderen Blatt Papier. In den letzten Jahren wurden die Rennwagen teilweise erst montags von den Parc-fermé-Bestimmungen befreit.

Wie dem auch sei, nun hat Glickenhaus ein weiteres innovatives Ansinnen vorgestellt. Er möchte in seine motorsportlichen Projekte so viele Frauen wie möglich involvieren. Diesbezüglich wurde eine strategische Partnerschaft mit Aurora Straus und ihrer Stiftung 'Girls With Drive' vereinbart. Diese soll Möglichkeiten für Frauen im Motorsport bieten. «Wir bekennen uns dazu, so viele qualifizierte Frauen wie möglich anzustellen – und zwar in allen Bereichen unserer Fabrik und unserem Programm in WEC/Le Mans», ließ das Team verlautbaren.

Bei der angesprochenen Aurora Straus handelt es sich um eine 20-jährige amerikanische Rennfahrerin. Sie trat 2015 erstmals im Automobilsport in Erscheinung, als sie im Mazda MX5 Cup startete. Ab 2016 fuhr sie in unterklassigen IMSA-Championaten in einem Porsche Cayman. In der Saison 2018 steuerte sie zudem einen BMW M4 GT4 in der nordamerikanischen Pirelli World Challenge.

«Ich bin Scuderia Cameron Glickenhaus sehr dankbar, dass sie Frauen in der Motorsport-Industrie auf die richtige Art und Weise ermutigt. An weiblichen Talenten mangelt es nicht. Aber Frauen machen immer noch weniger als ein Prozent der Motorsportbranche aus. Frauen im Rennsport müssen nicht anders behandelt werden. Vor mir sehe ich bald eine Welt ohne 'weibliche Ingenieure' oder 'weibliche Fahrer' - einfach großartige Ingenieure und großartige Fahrer. Ich freue mich darauf, SCG bei der Erreichung dieser gemeinsamen Vision zu unterstützen, indem ich ein leistungsstarkes Frauenteam rekrutiere, das dazu beitragen wird, SCG an die Spitze der Rennsportindustrie zu bringen», ist Aurora Straus von dem Projekt mächtig angetan.

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