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Sauber ab 2022: Mit Ferrari, aber ohne Alfa Romeo?

​Ein Abkommen zwischen Sauber Motorsport und Alfa Romeo ist nur bis Ende 2021 verlängert worden. Denkbar, dass die Schweizer mit Ferrari weiter kooperieren, Alfa Romeo aber aus der Formel 1 verschwindet.

Formel 1

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Ende Oktober 2020 wurde verkündet: Die Kooperation zwischen dem Zürcher Rennwagenhersteller Sauber und Alfa Romeo ist verlängert, allerdings nur um ein Jahr. Die Frage ist: Wie geht es dann weiter?

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Rückblende in den Dezember 2017: Nach jahrelangem Grau, Anthrazit und Blau endlich ein mutig-knalliges Design – dank des neuen Titelsponsors Alfa Romeo. Die Farben rot und weiss passen dabei nicht nur hervorragend zum Schweizer Rennstall, sondern auch zum Wappen der Alfa Romeo-Heimatstadt Mailand. Ein komplett rotes Auto hingegen kam nicht in Frage, weil das Ferrari zu ähnlich gewesen wäre.

2018 vertiefte der Fiat/Chrysler-Konzern (FCA) die Kooperation mit dem Zürcher Rennwagenhersteller: Der Name Sauber verschwand, der Rennstall trat nun als "Alfa Romeo Racing" an. Dieses Abkommen ist bis Ende 2021 ausgelegt. Wo Alfa Romeo draufsteht, ist Ferrari drin – der Vertrag mit FCA sieht vor, dass Sauber mit Ferrari-Motoren fährt und Ferrari das Recht hat, einen Platz bei den Schweizern zu besetzen. Den hält 2021 Ferrari-Junior Antonio Giovinazzi.

Ferrari und Sauber arbeiten seit Jahren zusammen – die Wurzeln gehen zurück auf Peter Sauber und Jean Todt. Der heutige Präsident des Autosport-Weltverbands FIA lernte den Schweizer Rennwagenbauer in der Sportwagen-WM kennen, damals leitete Todt die Rennabteilung von Peugeot. Ihre Freundschaft stellte die Weichen zu Ferrari-Motoren für Sauber in der Formel 1 ab 1997. Nach dem Zwischenspiel mit BMW (2006–2009) kehrte Sauber als Motorenkunde zu Ferrari zurück. Der damalige Fiat/Chrysler-Chef Sergio Marchionne wählte für Alfa Romeo auch deshalb Sauber, weil eine ähnliche Zusammenarbeit mit Gene Haas nicht möglich war: Der US-Amerikaner wollte damals keinen Ferrari-Nachwuchspilot als Stammfahrer und auch keine Alfa-Werbung in dieser Form. Daher scheiterte auch der Plan von Marchionne, Sauber zu Alfa Romeo Racing zu machen, und bei Haas die Marke Maserati in die Formel 1 zurückzubringen.

Am 25. Juli 2018 verstarb Sergio Marchionne in Zürich. Ohne den grössten Befürworter der Lösung "Sauber als Alfa Romeo" stellt sich die Frage, ob und wie es mit der Zusammenarbeit weitergehen wird. Die Antwort werden die Spitzenmanager von Stellantis finden müssen – der neuen Auto-Holding, entstanden aus der Fusion der französischen PSA-Gruppe (mit den Marken Peugeot, Citroën, DS, Opel und Vauxhall) mit Fiat-Chrysler Automobiles FCA (Fiat, Abarth, Lancia, Alfa Romeo, Maserati, Chrysler, Jeep, Dodge, Ram Trucks).

Es gibt grundsätzlich drei Möglichkeiten: Die Partnerschaft wird als wertvoll genügend erachtet, um weitergeführt zu werden. Dann bleibt es bei Ferrari-Technik unter der Bezeichnung Alfa Romeo. Logischerweise mit einer Laufzeit des Abkommens, angeglichen an die gegenwärtig verwendete Antriebseinheit, also von 2022 bis Ende 2025. Aus Gründen der Kontinuität und aufgrund des finanziellen Engagements von FCA bei Sauber ist dies die Lösung, welche von Teamchef Fred Vasseur angestrebt wird. Wie viel FCA für den Auftritt von Alfa Romeo bezahlt, ist nie kommuniziert worden.

Es ist aber auch denkbar, dass Stellantis-CEO Carlos Tavares und Verwaltungsrats-Präsident John Elkann (auch Chef von Ferrari) beschliessen, das Engagement von Alfa Romeo in der Formel 1 abzubrechen. Dann gäbe es zwei Möglichkeiten: Entweder Sauber arbeitet mit Ferrari weiter, als Kunde so wie vor Alfa Romeo, oder kooperiert mit jenem Autohersteller, der 2021 keinen Kunden hat, mit Renault.

Tavares hat zu den vierzehn Automarken von Stellantis gesagt: "Jeder Marke wird die Chance eingeräumt, sich entwickeln zu können. Aber gleichzeitig müssen sich Dinge auch ändern, wir müssen effizienter werden."

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