Ducati-Pilot Tommy Bridewell über Schafe, Trecker, Flugzeuge und Immobilien
Mit 38 Jahren ist Tommy Bridewell einer der ältesten Superbike-Rookies aller Zeiten. Der Ducati-Pilot ist auch in anderer Beziehung anders als viele seiner Kollegen.
Nach 20 Rennen in der Superbike-WM als Gast- oder Ersatzfahrer fährt Tommy Bridewell in diesem Jahr seine erste volle Saison in der Weltmeisterschaft. Wobei auch das nicht ganz stimmt, denn sein Team Advocates Racing entschied sich spät für den WM-Einstieg und verpasste deshalb den Saisonauftakt in Australien.
Als der Engländer in Portimão auf der Ducati V4R debütierte, war er 37 Jahre alt – nur Álvaro Bautista ist mit 41 Jahren älter. Mittlerweile hat Bridewell aufgeholt und feierte vor wenigen Tagen, am 6. August, seinen 38. Geburtstag.
So oder so: Bridewell ist gut 17 Jahre jünger als seine Rookie-Kollegen Alberto Surra (22/Ducati) und Mattia Rato (21/Yamaha) und ist einer der ältesten Rookies überhaupt. Entsprechend anders ist der Alltag des Routiniers. «Ich habe wohl einen ganz anderen Lebensstil als die meisten anderen Rennfahrer. Ich komme nach Hause und am nächsten Tag bin ich entweder mit meinem Traktor unterwegs oder füttere die Schafe, mähe Gras oder verrichte körperliche Arbeit», verriet Bridewell. «An meinem Traktor gab es ziemlich viel zu tun. Sobald ich aus Donington zurück war, bin ich direkt in die Scheune und habe ihn auseinandergenommen. Das habe ich tatsächlich gerade erst fertiggestellt.»
Bridewell teilt sich mit Carlos Checa und Marco Melandri auch ein eher ungewöhnliches Hobby. «Fliegen. Das wissen nicht viele, aber ich habe schon 2015 mit dem Fliegen angefangen», erzählte der Hobby-Farmer. «Ich wollte meine Privatpilotenlizenz machen, aber dann kam alles durcheinander – die Pandemie, meine Rennkarriere und verschiedene andere Verpflichtungen. Seit etwa 2022 bin ich nicht mehr geflogen, aber seit Kurzem habe ich wieder damit angefangen, und es macht mir wirklich Spaß. Außerdem renovieren wir Immobilien und machen solche Sachen – es ist immer etwas los!»
Die vielfältigen Beschäftigungen sorgen beim Engländer für Ausgeglichenheit. «Ich hatte das große Glück, dass es mir nie an Selbstvertrauen gefehlt hat. Und was die mentale Vorbereitung angeht, gehe ich auch nicht zu einem Mentaltrainer oder so etwas», schmunzelt Bridewell. «Ich weiß einfach aus tiefstem Herzen: Wenn ich hart genug arbeite und niemals aufhöre, dann habe ich den Erfolg verdient. Und wenn dieser Erfolg letztendlich doch ausbleibt, dann weiß ich auch, dass ich meinerseits nichts mehr tun kann.»
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