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Aprilia RS-GP25: Das neue Werkzeug des Weltmeisters

Mehr Agilität und bessere Beschleunigung – so die Vorgaben bei der Entwicklung der neuen Version der Aprilia RS-GP. Mit Champion Jorge Martin und frischen Technikern soll sich das MotoGP-Werksteam aus Noale steigern.

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Ab dem Tag, es war der 17. November 2024, als feststand, dass sich Aprilia mit der Verpflichtung von Jorge Martin nicht nur einen anerkannten Spitzenpiloten, sondern zugleich den neuen MotoGP-Weltmeister ins Team geholt hatte, wurde spekuliert, ob der Spanier sein neues Rennbike auch mit der Startnummer 1 verzieren würde.

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Der neue Champion vergnügte sich dazu und trat bei diversen Trainingseinheiten auf und abseits von Asphalt abwechselnd mit der bekannten #89 und der #1 in Erscheinung. Wie von vielen Fans des Spaniers auch gefordert, kam bei der feierlichen Enthüllung der 2025er-Einsatzgeräte die Nummer des Weltmeisters zum Vorschein. Auch Wunsch des "Martinators" hatte die Grafik-Abteilung in Noale noch eine sehr dezente #89 in die eigentliche Startnummer integriert.

So aussagekräftig die Nummer auch ist – am Ende zählen die inneren Werte eines MotoGP-Renners. Aprilia zeigte die RS-GP der Saison 2025 in Mailand nicht zum ersten Mal. Die Premiere feierte die neue Spezifikation beim eintägigen Test der Königsklasse auf dem GP-Kurs von Catalunya. Nur Jorge Martin und Marco Bezzecchi kamen in den Genuss der ersten Jungen. Aprilia-Cheftester Lorenzo Savadori hatte die beiden Maschinen am Morgen auf dem Circuit eingefahren und dann an die neuen Werksfahrer übergeben.

Die Aprilia-Kundenmannschaft von Trackhouse Racing musste ohne Innovationen auf den Kurs gehen. Raul Fernandez platzierte einen dezenten Seitenhieb und setzte sich am Ende des Tests als Fünfter klar vor die neuen Helden aus Noale.

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Der Test in Barcelona hatte durchaus hohe Relevanz. Denn der Kurs in Montmelo war in der Vergangenheit für Aprilia die Referenzstrecke im Kalender. Im Sommer 2025 war Aleix Espargaro im Sprint aufs Podest gefahren und auch bei seinem letzten GP-Rennen beim Finale hatte sich "El Capitano" als Fünfter sehr gut verkauft.

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Die Strecke von Barcelona bietet viele lange Radien und flüssige Sektionen – die Paradedisziplin der Aprilia-Konstruktion. Die vermeintliche Schwachstelle, das Verhalten auf der Bremse, wurde vom frisch angekommenen Cheftechniker Fabiano Sterlacchini relativiert.

"Als Konkurrent von Aprilia in der Vergangenheit, war ich mir über den Schwachpunkt dieses Bikes im Klaren – vor allem, als ich die Performance in Spielberg sah, die eine typische Stop-and-go-Strecke ist. Aber als wir den Test in Barcelona hatten, habe ich meine Meinung geändert. Die neuen Fahrer hatten sehr viel Vertrauen in die Front und auch die Performance, die Aleix Espargaro in Barcelona auf der Bremse zeigte, war gut – er hat bewiesen, dass das Bike Potenzial hat. Wir müssen verstehen, weshalb in der Vergangenheit das Bike oder das Paket generell bei harten Bremsmanövern oder speziell in Haarnadelkurven Probleme hatte", so die jüngste Stellungnahme.

Damit ist klar – an der Basiskonstruktion des Chassis hat Aprilia nur dezent gearbeitet. Cheftester Savadori, der bei der Vorstellung des neuen Renners ebenfalls vor Ort war, gab einen Hinweis auf die Richtung der Entwicklung. "Wir wollten der neuen RS-GP mehr Beweglichkeit geben und ihre Agilität insgesamt verbessern. Gleichzeitig haben wir uns aber bemüht, die Hinterhand der Maschine, den sensiblen Teil des Bikes beim Beschleunigen zu beruhigen. Aus meiner Sicht haben wir schon jetzt einen Fortschritt erzielt."

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Der nächste Informant – Teamchef Paolo Bonora. Abseits des Blitzlichtgewitters gestand das Aprilia-Racing-Urgestein: "Ein bedeutendes Ziel der Entwicklung war es, das Drehmoment zu erhöhen. Erreichen wollen wir das aber vor allem über deutliche Eingriffe bei der Konfiguration der eletronischen Motorsteuerung."

Aprilia reagierte damit auf die Kommentare der alten und neuen Piloten. Bei identischer Spitzenleistung soll die Beschleunigung über eine flachere Drehmomentkurve des V4 effizienter werden.

Mit einer nochmals geänderten Aerodynamik und Änderungen an der Position der Piloten auf dem Motorrad erhofft sich das Technik-Team beim anstehenden Test bereits den Abstand auf die Referenzmaschine aus Bologna zu verkürzen. Nicht zu vergessen ist auch die Konkurrenz aus Österreich. Nachdem es 2024 lange danach ausgesehen hatte, dass Aprilia die neue Nummer 2 im MotoGP-Geschäft wird, musste sich das zweite Werk aus Italien am Ende wieder hinter KTM anstellen.

Wunder sind für 2025 nicht zu erwarten. Denn selbst ein möglicher Geniestreich durch den neuen Entwicklungschef Sterlacchini kann sich frühestens in der zweiten Saisonhälfte bemerkbar machen. Das neue Einsatzgerät von Jorge Martin und Marco Bezzecchi trägt noch die Handschrift des ausgeschiedenen Romano Albesiano. Entsprechend waren bei der Teampräsentation in Mailand weder von den Piloten noch von Management und Technikern klare Zielvorgaben zu hören.

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Denn trotz großer Aufbruchstimmung lässt sich die Ungewissheit nach dem Weggang der großen Aprilia-Technik-Instanzen Romano Albesiano sowie den beiden Crew-Chiefs Manuel Cazeaux und Antonio Jimenez nicht ignorieren. Mit Anführer Jorge Martin, frischem Wind in der Technik und angeschlagener Konkurrenz könnten die Rückschläge aber aufgefangen werden.

Erste Antworten gibt es ab dem 31. Januar. Dann geht der erste Aprilia-Schwung mit Testfahrer Savadori sowie Trackhouse-Rookie Ai Ogura in Sepang auf die Strecke. Ab dem 5. Februar steigen dann Martin, Bezzecchi und Fernandez mit ins Geschehen ein. Mit 10 Exemplaren der 2025er-RS-GP betreibt Aprilia dann den größten Einsatz seit dem Einstieg in die MotoGP.

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