Greg Hancock: «Könnte nicht mit bösem Unfall leben»
Keinem anderen Speedway-Fahrer werden weltweit so viele Sympathien entgegengebracht, wie Weltmeister Greg Hancock. «Ich genieße das Leben, es ist kurz», sagte der Kalifornier im Exklusiv-Interview.
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Am 29. April beginnt im slowenischen Krsko die Speedway-Weltmeisterschaft 2017, Titelverteidiger ist der fast 47-jährige Greg Hancock. Ein Fahrer, über den kein Gegner ein schlechtes Wort verliert, den die Fans lieben und respektieren.
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SPEEDWEEK.com versuchte im Gespräch mit dem Amerikaner herauszufinden, wie er Erfolg und Beliebtheit auf sich vereint. Greg, obwohl du die Nummer 1 der Welt bist, mögen dich deine Gegner. Das ist sehr ungewöhnlich im Motorsport, wie machst du das?
Was du bei mir siehst, bekommst du. Ich war schon immer so, in gewisser Weise bin ich eine Kopie meines Vaters. Jeder hat ihn gemocht, niemand hat je ein schlechtes Wort über ihn gesagt. So war er einfach.
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Ein Stück weit interessiert es mich nicht, was die Menschen über mich denken. Deswegen muss man aber keine Brücken einreißen. Ich genieße das Leben, es ist kurz.
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Mit vielen Fahrern verbindet mich eine gute Kameradschaft. Sie wissen, dass ich in einem Rennen bis an einen gewissen Punkt gehe, aber nicht darüber. Dieser Sport ist gefährlich. Ich könnte nicht damit leben, wenn ich jemanden in einen schlimmen Unfall treiben würde. Sicher, Unfälle passieren. Letztes Jahr hatte Andreas Jonsson einen Sturz, der auf meine Kappe geht. Ich konnte aber nichts dagegen machen. Es war ein harter Kampf, wir verhakten uns und stürzten. Er verstand die Situation, anders herum wäre es gleich für mich.
Ich lag oft genug mit einem Gegner zusammen verletzt im Krankenhaus. Wir schauten uns an und sagten: "Sind wir immer noch Kumpels? Ja klar!" Ich habe aber kein Verständnis für jene, die so etwas mit Vorsatz machen. Ich kann vergeben, vergeben und vergeben, aber es gibt immer einen, der es übertreibt.
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Wie reagierst du auf der Strecke, wenn dich einer vorsätzlich vom Motorrad geholt hat? Ich werde härter reagieren als gewöhnlich, hole aber keinen mit Absicht vom Bike, dass er über den Lenker absteigt. Es reicht, wenn einer das Gas zudrehen muss und sein Lauf dadurch zerstört ist. Grüßt du solche Fahrer oder ignorierst du sie? Zu solchen Typen pflege ich keine Beziehung. Wenn mir einer unfair kommt, reicht es mir oft, dass ich tief durchatme und darüber hinwegsehe. Das geht aber nicht immer.
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Was fällt dir zu Tai Woffinden an Stärken und Schwächen ein? Er war die letzten Jahre einer deiner härtesten Widersacher. Tai hat nur Stärken, seine Karriere spricht für sich. Ich kennen ihn schon, als er noch recht jung war, sein Vater war schon lange ein Freund von mir. Ich sah, wie Tai aufwuchs und sich entwickelte. Was ihn zum gefährlichsten Gegner macht, ist seine ruhige Easy-going-Einstellung. Wir wollen uns gegenseitig schlagen, sind aber trotzdem Kumpels. Auf der Strecke sieht das anders aus, aber wenn wir den Helm abnehmen – zu ihm und Chris Holder pflege ich eine außergewöhnliche Freundschaft. Ich weiß, dass ich ihnen keinen Millimeter schenken darf, sonst überholen sie mich. Und sie wissen das. Gleichzeitig schaue ich ihnen gerne zu und hänge mit ihnen ab, das hält mich jung, ich bleibe hungrig und ich lerne dazu. Ich kann mit meiner altbackenen Fahrweise nicht mehr gewinnen, ich muss die Neuerungen annehmen, die Dinge ändern sich im Motorradrennen.
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Die meisten Fahrer sind hart, wenn sie jung sind. Über die Jahre lernen sie aber, dass es sich nicht auszahlt, dass es immer zurückkommt. Ich glaube an Karma.
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