DTM

Mercedes: Wer möchte sich gerne verprügeln lassen?

Von - 08.06.2018 10:45

Mattias Ekström feierte in Hockenheim seinen offiziellen Abschied aus der DTM. In Misano mischt Lokalmatador Alex Zanardi als Gaststarter mit - ein Coup. Womit zieht jetzt Mercedes nach?

Die Latte liegt hoch. Sehr hoch. Der offizielle Abschied von Mattias Ekström war schon eine ziemlich coole Sache. Dass BMW nun Ikone Alex Zanardi aus dem Hut zaubert und den Italiener in Misano in den M4 DTM setzen wird – ein Coup.

Heißt: Mercedes steht unter Zugzwang, das noch zu toppen. Denn die Stuttgarter haben den Gaststarter, den sie einsetzen dürfen, immer noch nicht benannt. Denn: Mercedes findet niemanden.

Dabei hat die Marke mit dem Stern eine ganze Palette an Ex-Fahrern, die sich anbieten würde. In Budapest wurde sogar Mick Schumacher auf der Pressekonferenz nach seinem dritten Platz gefragt, ob er es sich vorstellen könnte, als Gaststarter im DTM-Auto Platz zu nehmen.

Mick verwies etwas überrascht, aber höflich darauf, dass er seine Karriere grundsätzlich in einem Formelauto sieht.

In erster Linie denkt man da auch an Ex-Fahrer wie Ralf Schumacher, Ellen Lohr oder vor allem Bernd Schneider. Mercedes-Teamchef Ulrich Fritz zieht den Hut vor BMW: «Dass der Alex das macht, finde ich mega. Es ist toll für ihn und toll für die DTM.»

Aber: «Nach der Ekström-Vorstellung in Hockenheim findest du keinen halbwegs normal denkenden Ex-DTM-Recken, der Lust hat, sich ein Wochenende lang verhauen zu lassen.» Der Schwede wurde zwar gefeiert, fuhr aber in beiden Rennen chancenlos am Ende des Feldes herum.

«Wenn Ekström um Platz 19 kämpfen muss, läuft es in die Richtung, dass es nicht wirklich gut wird. Dann kann ich verstehen, dass jemand sagt: Da fahre ich lieber woanders in der Gegend rum», so Fritz.

Er verrät: «Es ist nicht so, dass die Fahrer bei mir Schlange stehen, um in einem Gastrennen verhauen zu werden. Denn du kannst nur verlieren. Du kennst die Reifen und das Auto nicht. Und wenn du dann noch jemandem in die Kiste fährst und der ist idealerweise auch noch im Titelrennen....schwierig.»

Mit Schneider wurden bereits Gespräche geführt, und eine kleine Chance gibt es auch noch. «Es ist noch nicht abschließend ausgeräumt. Er hat tierisch Lust auf der einen Seite, auf der anderen Seite weiß er, was die Challenge ist. Tendenziell will er sich das eher nicht antun.»

Klar: Ein Gaststarter ist ein Kann, kein Muss. Daher: «Wir werden das nicht mit Gewalt machen. Wenn uns nichts Geiles einfällt, das funktioniert, dann machen wir es nicht. Lieber gar nicht als etwas Halbes», so Fritz.

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