DTM

Klartext: Mielke & Scheider mit dem Mega-Fahrer-Check

Von - 02.05.2019 18:20

18 Fahrer, 18 Rennen, ein Ziel: der DTM-Titel. Was kann die Klasse von 2019? Kommentator Eddie Mielke und Experte Timo Scheider machen bei SPEEDWEEK.com den Mega-Check.

Was kann die DTM-Klasse von 2019? Was haben die 18 Stars, die in der neuen Saison 610-PS-Biester zähmen müssen, drauf? Wer ist Titelfavorit? Wer muss noch zulegen? Wer spielt keine große Rolle? Trumpfen die fünf Ex-Champions wieder auf? Können die fünf Rookies überraschen?

Sat.1-Kommentator Eddie Mielke und Experte Timo Scheider nehmen vor dem Saisonstart am Wochenende in Hockenheim für SPEEDWEEK.com das komplette Fahrerfeld unter die Lupe!

René Rast (Audi)

Mielke: Seine Serie spricht für sich. Mich beeindruckt, wie er eingeschlagen ist 2017 als Meister, 2018 wurde er Vizemeister. Er ist natürlich einer der Topfavoriten.

Scheider: Ein Nachbar von mir, ist über die Cupserien ein sehr guter GT-Fahrer geworden und ist dann in der DTM eingeschlagen und hat dort mit seiner Konstanz für Furore gesorgt. Man muss ihn ganz klar zu den Favoriten zählen.

Mike Rockenfeller (Audi)

Mielke: Der Mann mit der besten Stimme im Fahrerlager. Social-Media-Verweigerer. Einer der Typen, aber auch einer der Favoriten. Vielleicht bringt ihm ja der Wechsel seines Auto-Designs Glück. Er wird eine bessere Saison fahren als 2018.

Scheider: Ex-Champion, Ex-Teamkollege, dazu ein guter Freund und auch jemand, dem ich es zutraue - wenn mehrere Rennen am Stück wirklich gut laufen - mal wieder um den Titel zu fahren.

Jamie Green (Audi)

Mielke: Er war in der vergangenen Saison bei der internen Sat.1-Tipprunde mein Meistertipp. Das sorgt immer noch für großes Gelächter. Er wurde leider Letzter, aber das wird sich ganz sicher nicht wiederholen. Das hat er mir versprochen.

Scheider: Ein unglaublich ruhiger und sympathischer Mensch, ein sehr guter Rennfahrer. Er bekam immer viele Vorschusslorbeeren, brachte es dann aber aus unerklärlichen Gründen nie komplett auf den Punkt, wenn es darauf ankam. Ich hatte ihn oft als Favorit auf dem Zettel, der Knoten ist seit seinem Wechsel von Mercedes zu Audi aber leider nie so ganz geplatzt. Heißt aber: Bekommt er es endlich auf den Punkt, ist er vorne dabei.

Nico Müller (Audi)

Mielke: Einer der Sunnyboys. Er ist ein Vollblutracer, hat 2018 viel Teamarbeit geleistet für René Rast. Mit Sicherheit einer der Kandidaten, die wir häufiger auf dem Podest sehen werden.

Scheider: Ein sehr sympathischer Kerl, ein großes Talent. Bei ihm wird es Zeit, dass jetzt die großen Erfolge mal kommen. Ich sehe ihn nicht als Titelkandidaten, aber er ist einer, der dafür in Frage kommt, hin und wieder mal das Podium zu besuchen.

Robin Frijns (Audi)

Mielke: Einer der am meisten unterschätzten Fahrer in der DTM. Vielfahrer, fährt nebenbei auch Formel E, was seine Klasse unterstreicht. Er hat sein Können immer mal wieder aufblitzen lassen, aber er kann noch viel mehr, er hat richtig Potenzial, das er nur noch umsetzen muss.

Scheider: Kenne ich als Mensch nur wenig. Mir wird immer erzählt, dass es aussehe, als schlafe er in jedem Meeting fast ein (lacht). Er ist aber ohne Frage ein großes Talent, das sich in der DTM-Welt aber hier und da noch zurechtfinden muss.

Loic Duval (Audi)

Mielke: Eloquent und einer echter Racer. Er wird versuchen, die Scharte der beiden letzten Saisons auszumerzen. Er kann was, er ist immer nah dran, hat es aber bislang nie vollstrecken können. Was auch an der Leistungsdichte in der DTM liegt. Aber auch für ihn gilt: Es fehlt nicht viel, damit er mal vorne landet.

Scheider: Sehr sympathischer Fahrer, der bei den Tests mit der einen oder anderen schnellen Runde überrascht hat. Mich würde es freuen, wenn es bei ihm mal zu seinem ersten DTM-Sieg reichen würde.

Timo Glock (BMW)

Mielke: Einer der bekanntesten DTM-Fahrer, super ehrgeizig. Bislang nur in Gelb unterwegs, jetzt in einem anderen Design. Vielleicht bringt ihm das Glück. Sein Ziel muss es ganz klar sein, um den Titel zu fahren. Dafür muss in der DTM aber alles passen. Wenn alles passt, ist er vorne dabei.

Scheider: Mein bester Kumpel im Fahrerlager, „Nachbar“ am Bodensee. Wir haben sehr viel Kontakt, und deshalb ist es logisch, dass ich ihm die Daumen drücke. Ich wünsche ihm, dass er nicht nur ein paar Highlights setzt, sondern die ganze Saison über auf ganz hohem Niveau fährt.

Marco Wittmann (BMW)

Mielke: Zweimaliger Champion. Klar: Auch er tritt an für Siege und Titel. Wenn er seine Performance aus dem Vorjahr beim Heimrennen am Norisring konstant abrufen kann, dann führt im Titelkampf kein Weg an ihm vorbei.

Scheider: Immer wieder ein Siegkandidat. Als Typ ein netter Kerl, aber unauffällig in der Öffentlichkeit. Das Extrovertierte ist nicht sein Stil, im Auto ist er dafür aber einer, den man immer auf der Rechnung haben muss.

Bruno Spengler (BMW)

Mielke: Ein guter Typ. Einer, den viele im Vorfeld der Saison 2019 aber vergessen. Etwas unverständlich für mich, er fährt seine 15. Saison, er lebt und brennt für die DTM, und ich traue ihm ganz, ganz viel zu.

Scheider: Bei ihm waren die letzten Jahre sehr schwierig. Bei Bruno wird es Zeit, dass die Erfolge kommen, sonst ist die Luft irgendwann ganz raus, denn er war definitiv zu unauffällig in den letzten Jahren.

Philipp Eng (BMW)

Mielke: Für mich die Überraschung der vergangenen Saison. Was noch fehlt, ist der erste Sieg. Ich bin davon überzeugt, dass er ihn 2019 holen wird. Und wer weiß, was der dann freisetzt.

Scheider: Ein total geiler Typ, super sympathisch. Ich drücke ihm sehr gerne und sehr oft die Daumen. Hat 2018 schon angedeutet, was er drauf hat. Da kommt 2019 noch mehr, ich glaube, dass er noch öfter in Podiumsnähe unterwegs sein kann.

Joel Eriksson (BMW)

Mielke: Er hat in Misano 2018 gezeigt, was möglich ist. Wenn er die Chance bekommt, schlägt er zu. Jetzt muss er die nächste Stufe zünden: Konstant auf das Podium fahren. Ich sehe ihn da auf einem guten Weg.

Scheider: Junger, aufstrebender Rennfahrer, der schon ein paar gute Rennen gezeigt hat. Er muss noch ein paar Dinge in der DTM lernen, aber er ist einer, mit dem man in der Zukunft rechnen muss.

Sheldon van der Linde (BMW)

Mielke: Der Name van der Linde verspricht viel. Er ist für viele Experten ein Geheimfavorit. Den Speed hat er, und er wird den einen oder anderen etablierten Fahrer ordentlich ärgern. Ich bin mir sicher, dass er für gute Ergebnisse sorgen wird, und das recht schnell.

Scheider: Generell wäre es sehr cool, wenn ein Fahrer, den wir alle gar nicht auf der Rechnung haben, für eine Überraschung sorgen würde. Sheldon zum Beispiel. BMW-Rookie, aber ein riesiges Talent. Mein Gefühl sagt mir: Auf den müssen wir aufpassen.

Paul di Resta (Aston Martin)

Mielke: Er genießt keinen guten Ruf als Interview-Partner. Ich habe da andere Erfahrungen gemacht, er ist ein cleverer Kerl, der nicht nur Auto fahren kann, sondern auch etwas im Kopf hat. Er fuhr 2018 bis zum Finale um den Titel mit. Wenn Aston Martin es schafft, ihm ein konkurrenzfähiges Auto hinzustellen, wird er genau dort weitermachen.

Scheider: Einer der kühlsten, unnahbarsten und unemotionalsten Piloten im Fahrerlager, aber trotzdem ein sehr netter Mensch und vor allem ein sehr guter Rennfahrer. Ich habe mir schon viele harte Kämpfe mit ihm geliefert. Er wird die Leitfigur bei Aston Martin sein. Falls einer gewinnt, dann wohl er.

Daniel Juncadella (Aston Martin)

Mielke: Für jeden Spaß zu haben, außerdem eine logische Wahl für Aston Martin, um an der Seite von di Resta mit seiner Erfahrung das Auto weiterzuentwickeln. Er fährt mit, um zu gewinnen. Und er weiß natürlich, für wie viel Furore ein Sieg des Neueinsteigers sorgen würde.

Scheider: Ein ewiges Talent. Immer mal wieder weg vom Fenster, dann wieder zurück, jetzt bei Aston Martin untergekommen. Glückwunsch, dass er noch einmal Geld verdient. Die große Zukunft kann ich ihm aber nicht mehr prophezeien.

Jake Dennis (Aston Martin)

Mielke: Ich habe ihn jetzt erst kennengelernt, er ist mit sehr viel Selbstvertrauen ausgestattet. Den Speed hat er, er wirkt sehr austrainiert. Er weiß, dass er eine einmalige Chance bekommt. Er ist einer, der brennt und lauert. Man muss ihn im Auge behalten.

Scheider: Konnte mir von ihm noch kein genaues Bild machen, aber ich habe schon hier und da gehört, dass er schnell sein soll. Ich lasse mich gerne überraschen.

Ferdinand von Habsburg (Aston Martin)

Mielke: Blaues Blut in der DTM! Er hat eine hochinteressante Vita. Er ist sehr fokussiert und will seinen Weg zielgerichtet gehen. Als Typ eine Bereicherung für die DTM, er bringt frischen Wind rein. Und schnell ist er auch noch. Ich traue ihm zu, dass er eines der Gesichter der Serie wird.

Scheider: Er ist mir bereits sehr positiv aufgefallen, er ist eine coole Sau. Schlaksig, mit einem frechen Mundwerk. Wir brauchen Typen, die sich aus dem Fenster lehnen. Wäre cool, wenn er jetzt nicht nur mit dem Mund, sondern auch mit dem Auto schnell ist.

Jonathan Aberdein (WRT)

Mielke: Er macht einen gesetzten, souveränen Eindruck und weiß um seine Chance. Er wird versuchen, so viele gute Resultate wie möglich zu erreichen. Eine kleine Wundertüte, aber er ist nicht ohne Grund in der DTM.

Scheider: Ein unbeschriebenes DTM-Blatt. Er wird es mit dem Kundenteam WRT nicht einfach haben, doch genau das ist ja auch eine nette Herausforderung für einen Neuling.

Pietro Fittipaldi (WRT)

Mielke: Es ist für alternde Reporter wie mich so: Früher haben wir über den Großvater berichtet, jetzt über den Enkel. Ein großer Name, der der DTM gut tut. Was er in diesem Feld erreichen kann, müssen wir abwarten. Es wird für ihn eine Herausforderung.

Scheider: Bekannter Nachname, aber auch er ist ein unbeschriebenes Blatt. Auch für ihn gilt: Er muss sich unter schwierigen Bedingungen zeigen. Für beide gilt: WRT ist eine unglaublich professionelle und ehrgeizige Truppe, die es mehr als verdient hat, in der DTM zu sein. Ich wünsche mir, dass sie als Audi-Kundenteam die Unterstützung bekommen, die sie verdienen. Das hilft dann auch den Fahrern.

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