Donnerstagabend herrschte heilloses Durcheinander bei Ducati: Welcher Fahrer fuhr eine Werksmaschine, wer ein Open-Bike, wer nur die Open-Software? SPEEDWEEK.com klärt auf.
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Bis Freitagnacht 23.59 Uhr mitteleuropäischer Zeit muss sich Ducati bekennen, nach welchem technischem Reglement ihre Fahrer 2014 in der MotoGP-WM antreten werden. Entscheiden sie sich für Factory-Status, haben sie Freiheit bei der Entwicklung der Elektronik-Software, müssen aber mit 5 statt 12 Motoren pro Fahrer und Saison auskommen und haben in den Rennen nur 20 statt 24 Liter Sprit zur Verfügung. Außerdem wird die Entwicklung der Motoren ab dem Saisonstart eingefroren.
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Alternativ ist das Open-Reglement. Dort erhalten die Fahrer neben den genannten Vorzügen auch noch weichere Reifen von Bridgestone, die pro Runde 0,5 bis 0,8 sec Zeitvorteil bringen. Klar ist: Ducati interessiert sich in erster Linie für die Aspekte Motorenentwicklung und die weicheren Reifen. Mit 20 Liter Sprit würde man wohl auskommen, mit fünf Motoren auch. Francesco Guidotti, Teammanager bei Ducati-Kunde Pramac, sagte zu SPEEDWEEK.com: "Wir haben in Wirklichkeit nur eine Wahl, das Open-Reglement. Wir brauchen Freiheiten bei der Motoren-Entwicklung, um Fortschritte zu erzielen. Wenn wir dann auch noch einen Vorteil durch weichere Reifen haben... Und wir können die Motoren durch den höheren Spritverbrauch besser abstimmen, die Gasannahme wird dadurch sanfter."
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Testpilot Michele Pirro probierte am Donnerstag das Factory- und das Open-Motorrad.
Pramac-Pilot Yonny Hernandez war seit jeher als Open-Pilot geplant. Teamkollege Andrea Iannone probierte am Donnerstag beide Motorräder und fuhr seine Bestzeit mit dem Open-Bike. Im Werksteam durfte nur Andrea Dovizioso das Open-Bike testen. Wobei es keine richtige Open-Maschine war, der Italiener verglich letztlich nur die Open-Software von Magneti-Marelli mit der Ducati-eigenen. Weiche Reifen wollte Ducati bewusst nicht einsetzen und hatte bei Bridgestone auch keine geordert.
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"Die Einheits-ECU ist etwas schlechter als unsere Werks-ECU von Ducati", urteilte Dovizioso. "Die Anti-Wheelie-Kontrolle ist nicht so gut wie beim Werksbike. Auch bei der Traktionskontrolle habe ich Unterschiede gesehen, die funktioniert schlechter. Das sind keine gravierenden Unterschiede. Aber sie sind spürbar." Dovizioso fuhr aber nur den Wimpernschlag von 1/10 sec langsamer als mit der Ducati-Software. Mit weichen Reifen wäre der Italiener nahe an die Bestzeit von Dani Pedrosa (Repsol Honda) herangekommen. Crutchlow hat genügend andere Sorgen Cal Crutchlow darf die Open-Software erst heute probieren. "Yonny, Pirro und Dovi haben sie probiert, warum hätte ich das Gleiche tun sollen", sagte der Engländer in einem seiner wenigen politisch-korrekten Momente. Seinem Gesichtsausdruck war anzusehen: Crutchlow ist stinksauer.
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"Unser Fokus liegt darauf, das Motorrad an mich anzupassen. Bei der Abstimmung macht es keinen Unterschied, ob es ein Open-Bike ist oder nicht", sagte der ehemalige Supersport-Weltmeister. "Wenn sich Ducati – letzte Saison ohne Chancen auf Podestplätze – für das Open-Reglement entscheidet, bleiben nur noch Honda und Yamaha im Factory-Status." Weshalb wurde Crutchlow von Ducati außen vor gelassen? "Der hat genügend andere Sorgen", ist bei den Roten zu hören. Im Zweifel wählt ein Team immer den schnelleren Fahrer und das ist im Moment nicht Cal Crutchlow. Auch wenn er am Donnerstag bis auf 2/10 sec an Dovizioso dran war.
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