«Obscure Spe.Ed»: Aprilia zeigt Leichtbauversion der RSV4 auf der EICMA
Aprilia nutzt die heimische Motorradmesse, um sein neues Superbike-Flaggschiff vorzustellen. Mit 220 PS ist sie die stärkste RSV4 aller Zeiten – sie bleibt damit knapp vor der Ducati Panigale V4 SP.
220 PS, 201 Kilogramm fahrfertig: Das sind die Kennzahlen, die Aprilia für die RSV4 «Obscure Spe.Ed» angibt. «Spe.Ed» steht in diesem Fall nicht nur für das englische Wort für Geschwindigkeit, sondern ist gleichzeitig eine Abkürzung für «Special Edition», denn Aprilias neues Superbike-Flaggschiff ist auf 500 Einheiten limitiert.
Sie basiert auf der Aprilia RSV4 Factory, ihr Herz ist der bekannte 65-Grad-V4 aus der Serien-RSV4. In der Sonderedition kommt dieser auf straßenzugelassene 220 PS, ausgestattet mit der optionalen ART-Auspuffanlage stehen 3 zusätzliche PS auf dem Datenblatt und 196 fahrfertige Kilogramm. 127 Newtonmeter Drehmoment stemmt der V4 auf die Kette, mit der ART-Anlage 4 Newtonmeter mehr, jedoch: Der Anlage fehlt die Straßenzulassung, ist also vor allem für die abgesperrte Rennstrecke gedacht. Regulär ist die Sonderversion jedoch sehr wohl straßenzugelassen.
Leichtbau stand bei den Ingenieuren in Noale ganz oben im Lastenheft, und die Italiener bemühen sich, die Nähe zur hauseigenen Rennsportabteilung zu betonen. Sichtbar wird dies beispielsweise an den «Leg Wings» genannten Zusatzflügeln, wie sie in der MotoGP immer mehr Verbreitung finden und auf eine Aprilia-Entwicklung zurückgehen. 20 Prozent mehr Abtrieb soll dies am Hinterrad der «Obscure Spe.Ed» bringen; Aprilia spricht von einem «aus der MotoGP abgeleiteten Aerodynamikpaket». Die Flügel müssen zugunsten des Soziussitzplatzes nachträglich installiert werden. Ob überhaupt jemand auf einem Motorrad dieser Machart einen Soziussitzplatz verbaut haben wird, darf ohnehin infrage gestellt werden. Die Zusatzflügel sind dabei ebenso aus Kohlefaser gefertigt wie Kotflügel, Seitenverkleidungen, Fersenschützer und Lufteinlässe für die Vorderradbremse.
Auch die Felgen aus dem Hause BST sind aus dem leichten Werkstoff und sollen gegenüber den Aprilia-Schmiedefelgen 2 Kilogramm einsparen – der Löwenanteil der Gewichtseinsparungen, die sich gegenüber der RSV4 Factory auf 3 Kilogramm summieren sollen. Den Straßenkontakt sichern Öhlins TTX-Federbein und NIX-Gabel, natürlich voll einstellbar. Aprilia hat sich dem Einsatzzweck auf der Rennstrecke entsprechend gegen semiaktive Federungselemente entschieden. Auch das Elektronikpaket ist dafür ausgelegt, es beinhaltet auszugsweise Launch Control, Pitlane-Limiter, einstellbare Driftregelung des Hinterrads und Motorbremsregelung. Ein GPS-Modul zur Rundenzeitkontrolle und App-Konnektivität für weitere Datenanalyse gehören ebenfalls zum Umfang. Der Preis wurde bislang nicht veröffentlicht.
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