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Dominique Aegerter (35) sieht gute Ansätze beim Schweizer Nachwuchs

Nicht erst seit Aufhebung des Rundstreckenverbotes in der Schweiz machen sich zahlreiche Eidgenossen Gedanken um den Nachwuchs. Einer von ihnen ist der zweifache Supersport-Weltmeister Domi Aegerter.

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Noch stemmen sich Dominique Aegerter und sein Manager und Bruder Kevin gegen das drohende Ende der WM-Karriere des 35‑jährigen Rohrbachers. Wie es nach ihm im Grand-Prix- oder Superbike-WM-Paddock weitergeht, ist dem zweifachen Supersport-Weltmeister (2021 und 2022) und MotoE-Weltcup-Sieger (2022) aber keineswegs egal.

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Im Gespräch mit SPEEDWEEK.com nannte «Domi 77» seine Gedanken zum Schweizer Rennsport-Nachwuchs und verwies dabei auf die Tatsache, dass es aktuell keine Rennstrecke in seinem Heimatland gibt.

«Für den Schweizer Rennsport-Nachwuchs ist es ziemlich schwierig, auch von der finanziellen Seite her. Sehr positiv ist, dass die Schweizer Föderation Swissmoto die letzten Jahre ziemlich Vollgas gegeben hat», lobte Aegerter das Engagement des nationalen Verbandes. «Man versucht, junge Leute zu motivieren und auch einen Kader zu bilden, wo sie junge Fahrer finanziell, aber auch mit Trainern, Fitnesstraining und Events, die sie organisieren, unterstützen. Das finde ich supercool. Da haben wir sicherlich fünf, sechs mögliche potenzielle Nachwuchstalente.»

Aegerter wird konkreter: «Da ist zum Beispiel ein Noah Dettwiler, der die letzten zwei Jahre in der Moto3-WM gefahren ist, aber den Sprung vielleicht nicht ganz geschafft hat. Vielleicht schafft er es aber nach seinem Unfall mit Umwegen doch noch. Und da ist auch ein Alessandro Binder, der im R3-Cup schon ein Podium eingefahren hat. Dazu haben wir noch verschiedene in anderen Meisterschaften, wie Alessio Arnold, denen ich natürlich alles Gute wünsche und dass sie irgendwann auch den Sprung in die Weltmeisterschaft schaffen.»

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Seine Ratschläge an die Jugend sind: «Es ist wichtig, dass man jung anfängt und in verschiedenen Meisterschaften viel lernt, wie Technik, die Reiserei, Strecken, Teams, Sprache und Riding-Style. Ich denke, das ist alles wichtig. Wenn du erst mit 15 oder 18 anfängst, ist der Zug schon zum Teil abgefahren. Es fängt mit zwölf an, dass man in der spanischen, italienischen oder deutschen Meisterschaft fahren muss. Dann sollte man irgendwann den Sprung in die Moto3 oder die Sportbike-Klasse schaffen. Wenn man dort einmal angekommen ist, hat man schon einen großen Schritt geschafft. Dann muss man sich halt noch in die höchste Klasse hinaufarbeiten. Das ist viel mit Glück, aber auch mit Gesundheit, Verletzungen und so weiter verbunden. Wichtig sind Durchhaltevermögen, Ehrgeiz und die Motivation.»

Nun weiß Aegerter selbst am besten, dass der Aufstieg mit Entbehrungen und Rückschlägen verbunden ist. «Wichtig ist, dass man Freude am Motorradfahren hat. Die größte Herausforderung ist aber in jungen Jahren eigentlich finanziell. Sei es von den Eltern oder Betreuern, die dich herumführen. Du kannst nicht einfach mit einem Motorrad auf eine Rennstrecke gehen, sondern musst immer gefahren werden. Das kostet viel Geld und Zeit, fast jedes Wochenende wohin zu fahren und im Winter noch weiter zu reisen, weil es halt wettermäßig nur im Süden fahrbar ist.»

Und weil ihm der Schweizer Rennsport-Nachwuchs eben nicht egal ist, hat er auch noch einen Aufruf parat: «Wenn das jemand liest: Helft doch mit, dass wir gemeinsam vielleicht mal wieder einen Schweizer Fahrer in der Königsklasse hätten. Das wäre natürlich ein Traum von mir, aber auch ein Traum von vielen Motorsportverrückten in der Schweiz.»

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