Ducati ermöglicht 19-jähriger MotoAmerica-Pilotin ersten MotoGP-Test
Kayla Yaakov durfte in Misano die MotoGP-Ducati von Marc Marquez fahren. Landsmann Garrett Gerloff sieht in der 19-Jährigen eines der größten Talente des US-Motorradsports.
Nicht viele Nachwuchsfahrer erhalten die Gelegenheit, eine aktuelle MotoGP-Werksmaschine zu bewegen. Kayla Yaakov gehörte am vergangenen Wochenende zu diesem exklusiven Kreis. Im Rahmen der World Ducati Week in Misano durfte die 19-jährige US-Amerikanerin die Ducati Desmosedici GP26 von Marc Marquez testen. Außerdem drehte sie Runden mit der Superbike-Ducati von Nicolo Bulega – ein weiterer Beleg dafür, welchen Stellenwert sie inzwischen innerhalb der Ducati-Familie genießt.
Entsprechend emotional reagierte Yaakov anschließend in den sozialen Medien. «Diese Erfahrung werde ich so schnell nicht vergessen», schrieb die Ducati-Pilotin. «Zum ersten Mal durfte ich ein MotoGP-Bike fahren – und es war einfach unglaublich. Noch nie habe ich auf einem Motorrad so viel gelächelt wie auf dieser wunderschönen Maschine.» Besonders stolz zeigte sich die Amerikanerin darüber, als erste Frau überhaupt dieses MotoGP-Bike gefahren zu sein. «Ein wahr gewordener Traum. Die fünfjährige Kayla wäre überglücklich gewesen.»
Kayla Yaakov setzt sich in der MotoAmerica stark in Szene
Die Einladung kommt nicht von ungefähr. Yaakov machte bereits zu Saisonbeginn mit ihrem Podiumsplatz beim Daytona 200 auf sich aufmerksam und ließ dabei unter anderem Ex-MotoGP-Pilot Darryn Binder hinter sich. In der MotoAmerica-Supersport-Meisterschaft zählt sie ebenfalls regelmäßig zu den Spitzenfahrern.
Landsmann Garrett Gerloff, der 2020 und 2021 einige Erfahrungen in der MotoGP sammeln konnte, verfolgt die Entwicklung von Kayla Yaakov aufmerksam. Gegenüber SPEEDWEEK.com lobte der Kawasaki-Pilot vor allem ihre konstanten Fortschritte.
«Meine Frau und ich verfolgen ihre Rennen. Was sie zuletzt gezeigt hat, war richtig stark. Sie ist immer vorne dabei», sagte Gerloff. «Sie fährt gegen große Namen. Sie ist clever, arbeitet unglaublich hart und es ist schön zu sehen, wie sie sich von den 300ern bis in die Supersport-Klasse entwickelt hat.»
Der Texaner traut Yaakov langfristig sogar den Sprung nach Europa zu, weiß aber aus eigener Erfahrung, wie schwierig dieser Weg für amerikanische Fahrer ist. «Ich hoffe, dass sie die Chance bekommt, in der Supersport-WM oder sogar in der Superbike-WM zu fahren», erklärte Gerloff. «Der Wechsel von Amerika nach Europa ist nicht einfach. Sie muss weiter gute Ergebnisse liefern und beweisen, dass sie das Tempo hat. Ich werde sie auf jeden Fall unterstützen.»
Öffnet Mentor Ben Spies weitere Türen?
Unterstützung erhält Yaakov bereits von einem prominenten Namen. Ben Spies, Superbike-Weltmeister von 2009 und ehemaliger MotoGP-Werksfahrer von Yamaha, begleitet das Rahal-Ducati-Team. «Soweit ich weiß, hilft Ben den Fahrern mit seiner Erfahrung. Er ist auf jeden Fall eine große Unterstützung», sagte Gerloff über seinen früheren Förderer.
Nach ihrem viel beachteten Auftritt in Misano richtet sich Yaakovs Fokus bereits auf die nächste Herausforderung. An diesem Wochenende gastiert die MotoAmerica auf der legendären Strecke von Laguna Seca. Die 19-Jährige reist als Gesamtvierte nach Kalifornien. Die Meisterschaft führt derzeit Ducati-Pilot Darryn Binder vor Markenkollege Josh Herrin und Suzuki-Fahrer Tyler Scott an.
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