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Carlos Ghosn: Neue Vorwürfe, Renault ermittelt

​Ghosn sitzt seit 19. November 2018 in Tokio in Haft. Dem früheren Autokonzern-Chef werden finanzielles Fehlverhalten und Untreue vorgeworfen. Nun tauchen aus Frankreich neue Vorwürfe auf.

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Carlos Ghosn sieht sich als Opfer eines Komplotts. Seit dem 19. November wird der 64jährige Spitzenmanager in Tokio festgehalten, als Chef von Nissan, Mitsubishi und Renault ist der in Brasilien geborene Franzose mit libanesischen Wurzeln abgesetzt worden. Der Renault- und Nissan-Sanierer wehrt sich. In einem Interview mit der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei sprach er von Verrat und Komplott seitens der Nissan-Führung. Als Grund sieht er seinen Plan, das Bündnis zwischen Renault, Nissan und Mitsubishi zu stärken, der Verwaltungsrat von Nissan lehne das ab. Ghosn beteuert seine Unschuld und sagt: "Ich werde nicht fliehen, ich werde mich verteidigen."

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Die japanische Staatsanwaltschaft wirft Ghosn unter anderem vor, Verluste bei persönlichen Investitionen auf Nissan übertragen zu haben. Darüber hinaus wird dem Franzosen unterstellt, in grossem Stil Firmengelder für private Zwecke verwendet und Gehälter unkorrekt versteuert zu haben. Für Vergehen, wie sie Ghosn zur Last gelegt werden, werden in Japan bis zu zehn Jahre Gefängnis verhängt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

In Frankreich berichtet "Le Figaro": Renault hat beim Nachgehen neuer Hinweise die Justiz eingeschaltet. Es geht um den Vorwurf angeblicher Bereicherung durch einen Sponsoring-Vertrag mit dem Schloss Versailles. Im Oktober 2016 hat Carlos Ghosn dort seine Carole geheiratet, die Kosten für den Mietvertrag des Schlosses sollen über das Sponsoring-Abkommen mit Renault abgerechnet worden sein. Renault teilt dazu mit: "Die bislang gesammelten Elemente erfordern eine zusätzliche Prüfung." 2016 wurde zwischen Renault und dem Schloss Versailles ein Vertrag unterzeichnet, der dem Betreibern des Schlosses erlaubte, Restaurierungen über Renault zu finanzieren. Als Gegenleistung profitierte das Unternehmen von Dienstleistungen. Die Kosten der Hochzeits-Party in Höhe von 50.000 Euro soll Ghosn über seinen Arbeitgeber abgerechnet haben, so teilt Renault mit. Renault gibt zu, die Justiz eingeschaltet zu haben.

Bislang hatte Renault immer erklärt, bei der Bezahlung von Carlos Ghosn in den Jahren 2017 und 2018 keine Unregelmässigkeiten oder Anzeichen für Betrug festgestellt zu haben. Untersuchungen für die Jahre davor laufen.

Carlos Ghosn war 1996 vom kriselnden Autohersteller Renault verpflichtet worden. Der gnadenlose Sanierer schaffte es, dass die Franzosen schon 1997 wieder schwarze Zahlen schrieben. Ab 2001 war Ghosn Vorstands-Chef von Nissan, seit 2005 auch Vorstands-Chef von Renault. Ab Dezember 2016 war er zusätzlich Verwaltungsrats-Vorsitzender von Mitsubishi, ab April 2017 sass er im Verwaltungsrat von Nissan.

Renault hält 43,4 Prozent Anteile an Nissan, Nissan wiederum ist zu 34 Prozent Mitbesitzer von Mitsubishi. Die grössten Teilhaber von Renault sind Nissan und der französische Staat, mit je 15 Prozent.

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