David Alonso über 2027: «Manchmal ist die beste Option nicht die einfache»
Moto2-Ass David Alonso wird 2027 in die MotoGP aufsteigen. Welchen Stellenwert für ihn ein Honda-Werksvertrag hat und wie sich die Regeländerungen auf einen Rookie auswirken werden.
In Silverstone lief es für David Alonso nicht nach Wunsch. Er tat sich das gesamte Wochenende schwer und beendete das Moto2-Rennen auf der britischen Insel nur auf Rang 21. In den nächsten Rennen will der Aspar-Pilot wieder um Top-Positionen kämpfen, damit er sich mit guten Ergebnissen aus der Moto2-WM verabschieden kann.
Zur Erinnerung: Am 21. Juli verkündete HRC die Verpflichtung von Alonso für die MotoGP-Saison 2027. Für welches Team er fahren wird – Honda HRC Castrol oder LCR Honda – steht zwar noch nicht fest, doch mit dem Aufstieg in die Königsklasse in der nächsten Saison geht für ihn ein Traum in Erfüllung.
«Ich sind sehr stolz und glücklich. Jetzt geht es zuerst darum, in meinen letzten Rennen in der Moto2 einen guten Job zu machen. Ich freue mich aber sehr darüber, welchen Vertrag ich unterschrieben habe und welches Vertrauen mir Honda entgegenbringt.» Alonso hat bei HRC einen mehrjährigen Werksvertrag unterschrieben – für einen Rookie ist das eine große Sache. «Das ist sehr schön. Honda ist die Marke, die in der Geschichte die meisten Siege eingefahren hat und weltweit am meisten Motorräder verkauft.»
In den letzten Jahren hatte der japanische Hersteller in der Königsklasse der Motorrad-WM wenig Erfolge. Man hatte den Anschluss an die Spitze verloren – die europäischen Hersteller wie Ducati und Aprilia sind derzeit das Maß aller Dinge. Honda arbeitet hart und mit enormen Ressourcen daran, die Lücke zu schließen und die RC213V konnte bereits stark verbessert werden. 2027, wenn die neuen MotoGP-Regeln in Kraft treten, werden die Karten neu gemischt. «Manchmal ist die beste Option nicht die einfache. Wir müssen langfristig denken», gab Alonso zu verstehen.
David Alonso: «Ich denke, dass die Änderungen gut für uns sein werden»
Nächstes Jahr wird Pirelli der neue Reifen-Ausrüster in der MotoGP. Nach zwei Jahren in der Moto2-WM und viel Erfahrung mit den Pirelli-Reifen wird Alonso 2027 nicht von null starten – die Umstellung wird nicht mehr so gravierend sein als in der Vergangenheit, als sich die Fahrer der mittleren Kategorie auf die Michelin-Reifen, die Devices und die enorme Leistung der 1000-ccm-Prototypen umstellen mussten. «Die Reifen werden in der MotoGP die größte Veränderung sein. Für uns Rookies wird dennoch alles neu sein, aber ich denke, dass die Änderungen gut für uns sein werden. Es wird interessant», unterstrich der 20-Jährige.
«Vielleicht wird Pirelli die Reifen härter machen – falls nicht, können wir möglicherweise die Rennen nicht beenden», schmunzelte Alonso. Der Kolumbianer hat in den kleineren Klassen bereits einen Herstellerwechsel bei den Reifen erlebt. «Als damals von Dunlop auf Pirelli umgestellt wurde, kann ich aus meiner Erfahrung sagen, dass es eine große Auswirkung darauf hat, wie du in eine Kurve hineinfährst oder wie du die Schräglage hältst. Zudem ist der Reifenverschleiß unterschiedlich. Nächstes Jahr wird es bei mir nicht die gleiche Erfahrung sein, weil es ein anderes Motorrad ist, aber es werden einige Dinge ähnlich sein.»
Fühlt sich Alonso bereit für nächstes Jahr? «Ja. Es wird wichtig sein, in diesem Jahr in der zweiten Saisonhälfte auf und neben der Strecke professionell zu agieren – um mich gut vorzubereiten für nächstes Jahr.» Der Moto3-Weltmeister von 2024 fährt seit 2023 im Aspar-Team – zwei Jahre in der Moto3 und jetzt das zweite Jahr in der Moto2. Die spanische Truppe von Jorge Martinez ist sehr professionell aufgestellt und gilt als eine der besten Nachwuchsschulen. Alonso konnte dort für seine persönliche Entwicklung sehr viel lernen. «Es ist ein gutes Team und eine gute Schule. Die Stabilität, die sie mir in all den Jahren gegeben haben, war sehr wichtig», ist David Alonso überzeugt.
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