Kimi Antonelli vor George Russell: Mercedes zum heiklen Thema Stallorder
George Russell in der Fahrer-WM 50 Punkte hinter Kimi Antonelli, dazwischen lauert Ferrari-Star Hamilton. Wäre es Zeit für Stallorder zu Gunsten von Kimi? Was Technikchef James Allison dazu sagt.
Mit seinem Sieg im Barcelona-GP hat sich Ferrari-Star Lewis Hamilton zum ersten Verfolger des WM-Führenden Kimi Antonelli gemacht. Der 19-jährige Kimi führt vor dem Österreich-GP mit 156 Punkten, Hamilton kommt auf 115, dann der zweite Mercedes-Fahrer George Russell mit 106.
Natürlich wird unter Fans und Fachleuten kontrovers diskutiert, ob Mercedes jetzt nicht ganz auf die Karte Antonelli setzen sollte, um sich gegen den erstarkten Hamilton zu wehren.
Im Mercedes-Podcast Nu Silver Arrows Radio Show bezieht Mercedes-Technikchef James Allison Stellung zum heiklen Thema Stallorder. Der 58-jährige Engländer sagt: «Die Menschen sind emotional sehr stark mit jenen Fahrern verbunden, die sie anfeuern, und sie wollen natürlich, dass ihr Favorit die Nase vorn hat. Alles, was ich dazu aber sagen kann, ist – wenn Sie jemals verstehen wollen, welchen Stellenwert Bevorzugung in unserer Mentalität hat, dann sollten Sie kommen und in einem Team arbeiten.»
«Denn wenn Sie das Glück hätten, in einem Team zu arbeiten, wären Sie sofort von dessen Kultur durchdrungen und würden verstehen, wie völlig fremd ein solcher Gedanke jedem ist, der dazugehört. Wenn wir bestimmte Gerüchte hören, ist es für uns manchmal so, als würden wir eine andere Sprache sprechen hören.»
«Es liegt in unser aller Interesse, dass unsere beiden Piloten erfolgreich sind. Eigentlich ist es uns völlig gleichgültig, wer von beiden besser ist. Wir wollen in jedem Rennen einen Doppelsieg, und die Reihenfolge ist uns egal.»
«Der einzige Zeitpunkt, zu dem wir eine Präferenz entwickeln würden – wenn ein Fahrer mathematisch aus dem Titelkampf ausgeschieden ist und der andere sich einem Gegner eines anderen Teams gegenübersieht. In einer solchen Situation hat das Team das Recht, Stallorder zu verhängen.»
«Aber bis es so weit ist, wollen wir nur, dass beide unsere Jungs bei jedem einzelnen Rennen vorne dabei sind. Denn unsere Hauptmeisterschaft ist nicht die Fahrer-, sondern die Konstrukteurs-WM. Wenn wir das Glück haben, einen Bonus zu gewinnen, dann basierend auf unserer Platzierung in der Konstrukteurs-, nicht in der Fahrerwertung. Für letztere bekommen wir nichts. Also ist alles, was uns interessiert, auf die Konstrukteure ausgerichtet, und aus dieser Sicht ergibt es für uns überhaupt keinen Sinn, Bevorzugungen zu verfügen. Wir wollen einfach immer die maximale Punktzahl von beiden Fahrern.»
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