Piastri zur Monaco-Strafenblamage: «So etwas sollte in F1 nicht passieren»
2025 hat Oscar Piastri den Spanien-GP gewonnen. Mit seinem 2026er McLaren ist der 25-jährige Australier eher skeptisch, dass ihn das erneut gelingt. Er spricht auch über die Strafenflut in Monaco.
McLaren hat aus den WM-Läufen in Montreal und Monte Carlo nur einen vierten Rang machen können (Piastri in Kanada), in Monaco wurde Oscar nach einer Strafe ernüchtert Elfter, Norris schied in beiden Grands Prix aus. McLaren steht mit dem Rücken zur Wand.
Der WM-Dritte von 2025 blickt zurück: «In Kanada und Monaco war es nicht leicht für uns, auch wenn wir in Montreal mit Rang 4 noch ein halbwegs anständiges Ergebnis erringen konnten. Aber wir hatten keinen Speed.»
Der neunfache GP-Sieger glaubt: «Vom Pistenlayout her sollten wir hier konkurrenzfähiger sein, und das wird ein guter Massstab. Nicht nur für uns, auch für andere Rennställe. Wir wollen alle wissen, wo wir genau stehen auf einer klassischen Rennbahn.»
Grosses Thema im Fahrerlager des Circuit de Barcelona-Catalunya: Der Kompromiss von Autosport-Weltverband FIA und den Motorenherstellern, das Verhältnis zwischen V6-Verbrenner und Elektrik schrittweise zu verändern, um dann 2028 bei 60:40 anzukommen.
Oscar Piastri findet: «Das ist ohne Zweifel ein Schritt in die richtige Richtung, das hilft ein wenig, die Probleme der Piloten zu lindern, auch wenn sie natürlich nicht aus der Welt geschaffen werden. Es war gewiss nicht einfach, da die Interessen aller unter einen Hut zu bringen.»
«Ich hätte es lieber gehabt, 60:40 ein Jahr früher zu haben. Aber ich verstehe, dass dies vor allem für die neuen Hersteller grosse Änderungen bedeutet hätte. Und das wäre nicht in Ordnung gewesen.»
Anderes heisses Thema: Der Strafenhagel von Monaco. Oscar findet: «Uns war schon im Rennen klar – da passiert etwas Seltsames. Wenn du in einem Rennen ein Speed-Vergehen hast oder zwei, dann okay, aber wenn es mehr als ein Dutzend sind und auch noch mit der gleichen Tempo-Überschreitung, dann kann doch etwas nicht stimmen.»
«Das Ganze ist jammerschade, denn es hatte direkte Auswirkungen auf unser Rennen. Ich kriegte eine Strafe, und wenn ich die nicht erhalten hätte, dann hätte ich auch nicht mehr angehalten.»
«Ich kann mir nicht vorstellen, dass die FIA das Ergebnis jetzt noch ändern wird, weil es da so viele Entscheidungen im Rennen gegeben hat. Aber so etwas dürfte in der Formel 1 nicht passieren.»
Vor allem in Monaco hat sich McLaren beim Umgang mit den Reifen schwergetan. Lando Norris meinte sogar: «Bremsen und Einlenken gleichzeitig, das war mit diesen Walzen für uns fast nicht möglich.»
Piastri ergänzt: «Es ist schwer zu sagen, wie viel Anteil daran der Wagen hat und wie viel der Reifen. Autos mit weniger Abtrieb neigen nun mal dazu, solche zwei Dinge nicht gleichzeitig machen zu wollen. Aber das ist eine Charakteristik, die ich schon in den Nachwuchsklassen spürte und in meiner ganzen Zeit in der Königsklasse.»
«Ich finde die 2026er Reifen zu hart und zu steif. Aber bei aller Fairness musste auch recht früh festgelegt werden, welche Reifen auf die Bahn kommen, und da waren die exakten Antriebswerte der neuen Rennwagen halt noch nicht bekannt. Ich weiss, dass Pirelli hart daran arbeitet, aber es ist halt so, dass es knifflig ist, diese Reifen ins richtige Betriebsfenster zu bringen.»
«Es fällt einfach auf, dass diese Walzen sehr sorgsam aufgewärmt werden müssen, und bei mir war es in Montreal so, dass ich sie eigentlich überhaupt nie ins richtige Fenster gebracht habe.»
«Diese Reifen sind so komplett anders als jene von 2025, das ist fast wie Äpfel und Orangen. Ganz ehrlich, ich habe noch keine Ahnung, wie die sich hier verhalten werden. In Barcelona war es immer so, dass es schwierig ist, in der Quali die Reifen über eine Runde am Leben zu erhalten, weil die Piste so viel Energie in den Gummi walkt; und auch weil der Reifen so stark abbaut. Kann gut sein, dass sich daraus ein paar frische strategische Ansätze im Grand Prix ergeben.»
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