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Eberhard Hess: Abschied von einem großen Talentförderer

Am 19. September 2026 ist Eberhard Hess, Senior-Chef des Familien-Unternehmens «Krafft Walzen» in Düren, überraschend nach kurzer Krankheit im Alter von 87 Jahren gestorben.

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Ein Mann und sein Hobby: Eberhard Hess beim Oldtimer-GP am Ring
Ein Mann und sein Hobby: Eberhard Hess beim Oldtimer-GP am Ring
Foto: Archiv Hess
Ein Mann und sein Hobby: Eberhard Hess beim Oldtimer-GP am Ring
© Archiv Hess

Viele Jahrzehnte hat Eberhard Hess als klassischer Mäzen so manchen Nachwuchsmann im Rennsport unterstützt. Ob Stefan Bellof, Karl Wendlinger, Kris Nissen, Altfrid Heger oder Jürgen von Gartzen – sie alle traten mit der weiß-gelben KRAFFT-Walzen-Lackierung an.

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Für den ehemaligen VW-Sportchef Kris Nissen, der nach seinem Feuerunfall 1988 in Japan lange zwischen Leben und Tod schwebte, initiierte Unternehmer Hess spontan einen Hilfsfonds. Seine Hilfsbereitschaft war stets selbstlos und sein großes Herz half auch so manchem unverschuldet in Not geratenen Motorsportler unkompliziert wieder auf die Beine. Und doch wusste er immer zu unterscheiden, wer wirklich Hilfe benötigte und wer ihn nur ausnutzen wollte.

Als schönste Zeit seines Sponsorings bezeichnete Eberhard Hess mal die Jahre bei Renault im Alpine A 310 V6-Europacup. Da waren es vor allem Altfrid Heger, Sigi Müller jun. und Jürgen von Gartzen, die mit dem gelb-schwarzen Krafft-Walzenlogo ab Mitte der 80er-Jahre oft genug glänzten und die Farben des Unternehmens ihres Förderers auf den Siegerpodien vertraten.

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Und dann gab es 1989 noch einen Titelerfolg, den der Hess als besonders wertvoll einstufte – den Gewinn der Deutschen Formel 3-Meisterschaft 1989 mit Ralt-Alfa-Pilot Wendlinger im RSM-Team von Dr. Marko. «Da waren wir am Ende genau einen Punkt besser als die Herren Schumacher und Frentzen», erzählte der Walzen-Chef selbst noch vor ein paar Jahren voller Stolz.

Parallel zu seinen Sponsor-Engagements in verschiedenen Rennserien und im Historic-Classic-Bereich stand Hess fast 20 Jahre an der Spitze des Dürener Motorsportclubs DMC, der in Zolder und auf dem Nürburgring als Veranstalter von Rundstreckenrennen auftrat. Überdies war der frühere Hobby-Rennfahrer lange Zeit im Präsidium des DSK und im Vorstand des ADAC Nordrhein aktiv.

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Der Senior-Chef des in fünfter Generation bestehenden Familienbetriebs «Carl KRAFFT & Söhne» war bis zu seinem Tod begeisterter Motorsport-Fan. Zwar gehörten seine Sponsor-Engagements im Rennsport inzwischen der Vergangenheit an («in wirtschaftlich schlechten Zeiten können wir uns diesen Luxus nicht mehr leisten»), aber dafür pflegte er mit viel Hingabe seine Oldtimer und war oft gern gesehener Gast bei den Classic-Events am Ring.

Was die Politik betraf, so konnte ihn der Kurs der Regierung in den letzten Jahren in Rage bringen. Wenn er über diesen Bereich anfing seine Meinung zu äußern, war man gut beraten, ihm nicht in die Parade zu fahren. Gern versammelte er auch seine engsten Rennsportfreunde hin und wieder anlässlich seines Geburtstags in seinem Privathaus zu einem Mittagessen.

Das Hess-Unternehmen produziert in drei Werken Stahlblechwalzen bis zu einem Stückgewicht von 100 Tonnen. Der Senior-Chef hatte im Laufe der Jahre die Führungsaufgaben schon Zug um Zug an seine Kinder Michael (57) und Alice (61) übertragen. «Die beiden sind jetzt schon lange in die betrieblichen Abläufe integriert und ich habe endlich mehr Zeit für meine Familie, die Enkel und den historischen Motorsport», sagte er mir noch vor Jahren voller Vorfreude auf ein ruhigeres Leben.

Doch den Tod seiner geliebten Frau Lotte Ende Juli 2024 (die beiden waren ein Leben lang ein Herz und eine Seele) hat Eberhard Hess nie verwunden. Aus dem stabilen, gesunden Mann ist innerhalb kürzester Zeit jemand geworden, der mit dem Alleinsein und dem Leben immer weniger zurechtkam. So war der Tod für ihn, der am Ende keine Kraft und wohl auch keinen Lebensmut mehr hatte, irgendwie auch eine Erlösung.

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Der Motorsport und alle die von seiner Großzügigkeit profitiert haben, werden Eberhard Hess als Förderer und Ratgeber in bester Erinnerung behalten. Den Familien seiner Kinder und Enkel sowie den Mitarbeitern seiner Firma brint die Motorsport-Gemeinde tiefe Anteilnahme und herzliches Beileid entgegen.

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