Euro Moto Supersport
Marcel Brenner: Brünn-Training top, in Rennen 1 reißt ihm der Geduldsfaden
Am zweiten Wochenende der noch jungen Euro Moto Superbike-Saison in Brünn dauerte es bis zum Sonntagnachmittag, bis die Ducati des Teams Triple M so lief, wie sie sollte.
Nachdem Lukas Tulovic das Eröffnungswochenende der Euro Moto Superbike am Sachsenring klar dominiert und mit einem astreinen Doppelsieg gekrönt hatte, meinte so manche einer schon, die Sache mit der Titelverteidigung sei so gut, wie geritzt. Doch der Besuch in Brünn bewies, dass man sich im Kampf um die Superbike-Krone keinen Fehler erlauben darf. Denn sofort steht die Konkurrenz parat, um die Schwachstelle des Gegners gnadenlos auszunutzen.
Beim Euro Moto-Wochenende in Brünn war es Lukas Tulovic, besser gesagt, seine Ducati V4R, die ihn doch ein klein wenig im Stich ließ. Ein Ausrutscher im Training und eine Pleite in Sachen Superpole das Ergebnis. Denn erstmals seit seinem Einstieg in die IDM, jetzt Euro Moto, verpasste Tulovic den direkten Einzug in die Superpole 2, schlimmer noch. Er konnte auch in der Superpole 1 kein Ticket für die Superpole 2 lösen. Am Ende war Tulovic auf Startplatz 10 gestrandet.
Das Motorrad war teilweise wirklich unfahrbar, ich bin echt verzweifelt.Lukas Tulovic
«Ein Wochenende wirklich mit so ziemlich dem tiefsten Tief, die ich in meiner ganzen Karriere durchgemacht habe», beschrieb er im Anschluss sein Wochenende. «Wir hatten am Donnerstag eigentlich einen super ersten Testtag und dann, Freitag und Samstag, wirklich alle möglichen Probleme von A bis Z. Das Motorrad war teilweise wirklich unfahrbar, ich bin echt verzweifelt. Dann kam auch noch Pech dazu, mit dem Wetter. Wir hatten kein gutes Regen Set-up im Qualifying. Zum Schluss die schlechte Start-Position.»
«Wir haben dann am Samstagabend noch viele, viele Stunden vor dem Computer verbracht», erzählt er weiter. «In der Hoffnung, die Lösung zu allen kleinen Problemen zu finden. Wir waren dann auch sehr optimistisch für den Sonntag, aber in Rennen 1 habe ich dann sehr schnell gemerkt, dass das Problem nicht gelöst ist. Ich habe das Maximum mitgenommen mit Platz 7. Ich habe einfach nur versucht, es irgendwie zu beenden, sitzen zu bleiben, irgendwie zu überleben.»
Der Sieger Marcel Schrötter war acht Sekunden vor Tulovic im Ziel angekommen und stieg gemeinsam mit Florian Alt und Markus Reiterberger aufs Podest. Da waren die Techniker bei Triple M Ducati Frankfurt schon längst damit beschäftigt, Tulovics Motorrad erneut in seine Einzelteile zu zerlegen.
Schon die halbwegs entspannte Mine von Lukas Tulovic in der Startaufstellung verriet am Sonntagnachmittag eine gewissen Erleichterung. «Wir haben den Fehler gefunden», meinte er dann auch beim Blitz-Interview mit Radio Viktoria vor dem Start in Rennen 2. Verraten, um was genau es sich da gehandelt hatte, wollte er allerdings nicht. Doch der Erfolg sollte der Mannschaft aus Italien rechtgeben. Schon auf den ersten Metern nach dem Start erkannte man den alten Tulovic wieder.
«Wir hatten tatsächlich das Problem wiedergefunden und behoben», so sein Bericht in der Nachbesprechung. «Für das zweite Rennen habe ich dann direkt von Anfang an gemerkt, okay, das Motorrad fährt normal. Ich kann meinen Fahrstil fahren, meine Geschwindigkeit. Ich konnte mich nach vorne kämpfen, bin relativ schnell an Platz 3 rangekommen.»
Marcel Schrötter konnte Tulovic dann noch einkassieren, für eine Attacke auf Markus Reiterberger blieb keine Zeit mehr. «Ich habe es ein bisschen verwaltet und am Ende knapp den Sieg verpasst», meint Tulovic abschließend. «Aber der zweite Platz fühlte sich wirklich an wie ein Sieg. Es war wirklich ein unfassbar schweres Wochenende. Deswegen bin ich so stolz auf das ganze Team, dass wir so hart gearbeitet haben. Niemals aufgegeben und doch noch so viele Punkte aus diesem schwierigen Rennwochenende mitgenommen haben und so was, ja, sowas zeigt wirklich Stärke und deswegen bin ich irgendwie stolz, dass wir am Ende noch mit Platz 2 im zweiten Rennen angekommen sind.»
Und der Fehler, der ihn fast das ganze Wochenende gequält hat? Der bleibt ein Geheimnis.
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