Euro Moto Superbike • Neu
Smits-Crash bei Euro Moto Oschersleben: Die Pleuelstange der Yamaha war‘s
Nach dem Massen-Crash bei der Euro Moto Superbike in Oschersleben wurde viel Schrott produziert. Nach Protest des Teams GERT56 wurde Florian Alt disqualifiziert.
Lustig war das Euro Moto Wochenende für die fünf verunfallten Piloten im ersten Rennen der Superbiker nicht. Twan Smits hatte in der Anfangsphase einen Motorplatzer Richtung Hasseröder, mit Florian Alt, Markus Reiterberger, Toni Finsterbusch und Kevin Orgis kamen neben Smits vier weitere Piloten zu Sturz. Mit meist erheblichem Schaden an den Motorrädern. Da hieß es im Anschluss, schnell sein, um zum zweiten Rennen wieder startklar zu sein. Bis auf Smits, der sich an der Hand verletzt hatte, waren alle wieder dabei.
In der Euro Moto gilt, wie schon in der IDM, die Ein-Motorrad-Regel. Ersatzteile darf man im LKW haben, soviel man will, ein komplett aufgebautes Motorrad ist tabu.
Jens Holzhauer hatte Alts Honda nach seiner Aussage mit Zustimmung der Kommissare entsprechend wieder aufgebaut. Im Anschluss legte das Team GERT56 einen regelkonform abgegebenen Protest ein. Diesem wurde stattgegeben und Florian Alt disqualifiziert und die Punkte für Platz 3 in Rennen 2 aberkannt. Jens Holzhauer entschied sich, ebenfalls gemäß der Regularien, dagegen in Berufung zu gehen, womit der Fall nun vor das DMSB Berufungsgericht geht.
Nun gehen vor allem in den sozialen Netzwerken die Wogen hoch und noch öfters unter die Gürtellinie. Daher sahen sich die beiden Teams gezwungen, nochmals eine öffentliche Stellungnahme abzugeben.
Aus gegebenem Anlass möchten wir uns als GERT56 zum Protest und der daraus folgenden öffentlichen Debatte zur Disqualifikation von Florian Alt in Oschersleben äußern. Wir bitten unsere Fans, keine Kommentare bei der Gegenseite unter der Gürtellinie abzusetzen. Wir und das Team Holzhauer haben miteinander gesprochen und wollen gemeinsam betonen, dass es nichts Persönliches ist und es uns allen um den Sport geht.
Auch nach unserer Neuaufstellung an der Teamspitze bleibt Fairness der Wert, für den dieses Team steht. Im Umgang miteinander wie im sportlichen Wettbewerb. Regeln sind Regeln und gelten für alle, um Wettbewerbsgleichheit zu sichern. Da zurzeit viele Mutmaßungen angestellt werden, möchten wir uns äußern:
Im Reglement der Euro Moto Superbike gilt die Ein-Motorrad-Regel. Ein Ersatzmotorrad ist nicht erlaubt. Nach einem Totalschaden ist ein Ersatzrahmen nur zulässig, wenn dieser reglementkonform vorkonfiguriert ist und der Wiederaufbau den vorgeschriebenen Anforderungen entspricht. Genau das konnte von den Sportkommissaren nach eigener Prüfung und mehrstündiger Beratung nicht festgestellt werden. Die Entscheidung wurde nicht von uns getroffen, sondern vom DMSB als zuständiger Instanz.
Wir sagen offen, dass wir sogar Befürworter einer Ersatzmotorrad-Regel wären. Gerade nach Stürzen wie in Oschersleben würde das allen Teams mehr Sicherheit geben. Aktuell gilt diese Regel aber nicht und solange das so ist, müssen wir uns an die bestehenden Vorgaben halten.
Unser Protest richtete sich zu keinem Zeitpunkt gegen Jens Holzhauer oder Florian Alt als Person. Er war auch zur Unterstützung der Teams im Feld, die sich an die Vorgaben gehalten haben. Sportlichkeit hat für uns oberste Priorität und es müssen für alle die gleichen Regeln gelten. Toni Finsterbusch mit GERT56, Markus Reiterberger mit BMW und Kevin Orgis mit ORM Racing haben ihre Motorräder unter denselben Umständen regelkonform wieder aufgebaut. Für uns war klar, dass wir für diese drei Fahrer einstehen müssen.
Wir respektieren die angekündigte Berufung und überlassen alles Weitere den zuständigen Personen vom DMSB. Bis zur Entscheidung äußern wir uns hierzu nicht weiter öffentlich.
Euer Team GERT56
Das vergangene Rennwochenende hat unser gesamtes Team tief bewegt. Nach dem unverschuldeten Sturz im ersten Rennen war unser Motorrad nicht mehr einsatzfähig. Deshalb standen wir von Beginn an im engen Austausch mit dem DMSB und den Sportkommissaren. Alle Arbeiten erfolgten unter deren Aufsicht und in direkter Abstimmung. Absolute Transparenz war für uns selbstverständlich. Ohne die Zustimmung der Kommissare hätten wir das zweite Rennen nicht bestreiten können.
Umso größer ist unsere Enttäuschung über die aktuelle Entwicklung und den eingelegten Protest. Besonders deshalb, weil wir selbst am Freitag eine mögliche Protesteinlegung gegen GERT56 geprüft, uns letztlich jedoch bewusst dagegen entschieden haben. Für uns stand in diesem Moment der sportliche Gedanke im Vordergrund.
Fairness, Respekt und sportlicher Umgang miteinander sind für uns Werte, für die wir auch künftig einstehen werden. Ein großes Dankeschön gilt unseren Fans, Partnern und Unterstützern. Eure zahlreichen Nachrichten und euer Rückhalt bedeuten unserem gesamten Team unglaublich viel. Unseren Standpunkt werden wir nun im vorgesehenen sportrechtlichen Verfahren vertreten. Danach gilt unser voller Fokus wieder dem, worum es im Motorsport gehen sollte: den Rennen auf der Strecke.
Euer Team HRP
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