Treffen sich zwei … Reiterberger und Schrötter von Brünn nach Spa
Erst hatte jeder der beiden einen Sieg in der Euro Moto Superbike in Brünn geholt, bevor die Reise zur Langstrecken-WM nach Spa-Francorchamps ging. Dort durfte nur einer aufs Podium steigen.
Um 21 Uhr brachen am vergangenen Samstagabend in der Box des BMW Motorrad World Endurance Teams in Spa-Francorchamps/Belgien alle Dämme: Umjubelter Sieg beim Heimspiel in der FIM Endurance World Championship. Von der Poleposition aus waren Markus Reiterberger (D), Steven Odendaal (RSA) und Michael van der Mark (NL) mit der #37 BMW M 1000 RR im 8-Stunden-Rennen auf der Ardennen-Achterbahn nicht zu schlagen.
Bei widrigen und wechselhaften Bedingungen spielten sie alle Stärken von Team, Bike und Fahrern aus und wurden mit dem umjubelten Sieg belohnt. In der Weltmeisterschaftswertung sammelte das Team mit Poleposition und Sieg die maximale Punktzahl und verbesserte sich beim zweiten von vier Saisonrennen auf Rang 3. Damit kann man mit Fug und Recht behaupten, dass aus deutscher Sicht Markus Reiterberger einen Lauf hat. Denn nur wenige Tage vor dem Spa-Sieg hatte der Bayer seinen ersten Superbike-Sieg seit langem in Brünn bei der Euro Moto geholt.
Belgischer Wetterwechsel in Spa
Bei stetigem Wechsel des belgischen Wetters aus einsetzendem Regen und abtrocknender Strecke traf das Team immer wieder die richtigen Strategie-Entscheidungen. Der Lohn für die perfekte Arbeit: Der zweite Heimsieg in Spa-Francorchamps. Die dritte Runde der FIM EWC 2026, das Acht-Stunden-Rennen im japanischen Suzuka, wird Anfang Juli ausgetragen. Davor geht es für Reiterberger und seinen Teamchef Werner Daemen zum nächsten Euro Moto Superbike-Lauf nach Most.
«Unser zweiter Sieg in Spa, erst im 24-Stunden-Rennen und nun in den acht Stunden», meinte Reiterberger nach der Siegerehrung. «Nach den nicht so tollen Ergebnissen in Le Castellet und Le Mans haben wir alle hart weitergearbeitet. Das Team und BMW haben ein super Bike auf die Beine gestellt. Wir haben ja in Le Mans schon gesehen, dass wir uns im Vergleich zum vergangenen Jahr noch einmal deutlich gesteigert haben. Und wir sind hier angekommen und waren von Anfang an unheimlich schnell, bei allen Bedingungen. Doch wir waren nicht nur auf der Strecke gut, sondern auch neben der Strecke. Das Team hat einen sehr guten Job gemacht und das Regenradar auch im Auge behalten. Es hatte sehr viel mit Taktik zu tun, und deswegen bin ich dem kompletten Team, BMW und allen, die da mitgewirkt haben, sehr dankbar. Und wir werden so weiter pushen – ich kann es kaum erwarten, nach Suzuka zu kommen.»
Heimatgefühle bei der EWC
«Ein Sieg, noch dazu ein Heimsieg, ist einfach großartig für mich, für das Team und für BMW», fügte Werner Damen an. «Nach allem, was wir im vergangenen Jahr in Le Castellet und jetzt in Le Mans durchgemacht haben, kann man sich vorstellen, wie groß die Erleichterung bei mir und allen Beteiligten ist. Die Mechaniker und die Rennfahrer haben einen unheimlich tollen Job gemacht. Wir alle freuen uns riesig.»
Neben Brünn-Sieger Markus Reiterberger war in Spa auch Marcel Schrötter am Start, der in Brünn den ersten Lauf des Euro Moto-Wochenendes Brünn und seinen persönlich ersten Superbike-Sieg überhaupt geholt hatte. In beiden Serien vertraut Schrötter auf BMW. In der Euro Moto mit dem Team GERT56, in der WM mit dem Team ERC. Mit dabei war in Spa auch sein GERT56-Kollege Jan-Ole Jähnig und der Franzose Kenny Foray.
Erstmals als Erster
Als das Rennen am Samstag um 1.00 Uhr Ortszeit begann, war es Schrötter, der den ersten Stint fuhr und die BMW M 1000 RR im Feld gut positionierte. Nach acht Stunden brachte Jan-Ole-Jähnig das Motorrad auf den zehnten Platz in der Gesamtwertung ins Ziel, was für ERC Endurance und Schrötter den siebten Platz in der Superbike-Kategorie der Langstrecken-Weltmeisterschaft bedeutete.
«Spa war ein großartiges Event», versichert Schrötter. «Vor allem wegen der fantastischen Rennstrecke. In dieser Hinsicht hat es wirklich Spaß gemacht. Was das Rennen selbst angeht, lief es bis zur Halbzeit gut. Es war auch echt cool, zum ersten Mal der Startfahrer gewesen zu sein. Leider hatten wir nicht die Pace, um mit den ersten fünf oder sechs Teams mitzuhalten, und die Wetterbedingungen, mit Regen und einer halb nassen, halb trockenen Strecke, haben uns auch nicht geholfen. Wegen der gemischten Bedingungen war es für uns aufgrund unseres Reifenmaterials etwas schwieriger, und wir haben Zeit verloren. Hinzu kam ein kleiner technischer Defekt, der uns noch ein paar Minuten gekostet hat.»
«Dennoch haben wir die Distanz solide absolviert und sind in unserer Wertung auf dem siebten Platz gelandet», so Schrötter. «Das sind auch wichtige Punkte, aber natürlich wollen wir mehr. Wir haben als Team und mit den Fahrern definitiv das Potenzial, das zu erreichen. Ich denke, jeder von uns hat immer alles gegeben, und zeitweise waren wir wirklich schnell. Leider liefen ein paar Dinge nicht so, wie sie hätten laufen sollen. Aber das sind Dinge, aus denen wir lernen können und die wir hoffentlich beim nächsten Mal besser machen. Ich freue mich schon sehr auf Suzuka Anfang nächsten Monats.» Auch für ihn geht es erst einmal noch zum dritten Euro Moto Superbike-Lauf nach Most.
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