Das «Skalpell» kommt unters Messer: KTM 790 Duke wird für 2027 runderneuert
Die 790 Duke ist in Europa eine der Speerspitzen der KTM-Palette. Zum neuen Modelljahr spendieren die Österreicher ihrer Mittelklasse eine Runderneuerung – neue Technik und weniger Gewicht inklusive.
«Fokussierung» ist eines der Schlagworte, die im Laufe der letzten Monate bei KTM immer wieder fielen. Die Neuausrichtung der Marke soll vor allem die Rückbesinnung auf die Stärken der Mattighofener sicherstellen. Eine jener Stärken sind seit Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts zweifellos Naked Bikes – sie gehören ebenso zum Markenkern wie Motocross-Maschinen und die Adventure-Modelle. Für die breite Kundschaft in Europa wurde seit ihrer Präsentation die 790 Duke zu einer der tragenden Säulen der Mattighofener. Sie trat als erste KTM mit Reihentwin die Nachfolge der einzylindrigen 690 Duke an, um bereits nach zwei Jahren zur 890 Duke weiterentwickelt zu werden. Diese ging später in die 990 Duke auf und besetzt also jetzt im Modellprogramm der Österreicher die Lücke zwischen der Mittelklasse und dem V2-Flaggschiff 1390 Super Duke R.
Seit ihrer erneuten Aufnahme in die Modellpalette ist die 790 Duke für die Marke endgültig unverzichtbar geworden und hat sich mit ihrer Agilität und niedrigem Gewicht als typische KTM einen Namen gemacht. Da ist es nur logisch, dass die Innviertler Entwickler der 790 Duke bei ihrer Modellüberarbeitung besonderen Wert auf den Erhalt der bisherigen Stärken gelegt haben. Eine bessere Ergonomie, frische Bereifung, neue Bremsen und Gestaltung im aktuellen Stil der oberösterreichischen Naked Bikes wurden der Mittelklasse-Duke von ihren Erschaffern mit auf den Weg gegeben. Überarbeitete Seitenverkleidungen, neu geformter Tank und neu gestalteter Heckrahmen mit komfortablerem Sitz, angepasste Ergonomie sowie ein Endschalldämpfer, der die Bananenform des Vorgänger-Bauteils ablegt, sind optisch auffällig. Von vorn erkennbar ist dabei die neue Frontlampe im Stil von 990 Duke und 1390 Super Duke R, jedoch kleiner und klarer gezeichnet. Optisch wirkt die neue 790 Duke leichter und hält das Versprechen auch auf der Waage ein: 2 Kilogramm soll die neue gegenüber der Vorgängergeneration einsparen. KTM verspricht «agileres Handling, mehr Fahrkomfort und ein deutlich verbessertes Feedback von Fahrwerk und Vorderrad». Letzteres dürfte auch den Pirelli-Diablo-Rosso IV-Reifen zuzuschreiben sein, die bei der 790 Duke künftig zum Einsatz kommen.
Beschleunigt wird die 790er weiterhin von LC8c-Reihentwin mit nach wie vor 799 Kubikzentimeter Hubraum und 105 PS Spitzenleistung und auch eine A2-konforme Variante mit 95 PS ist wieder erhältlich. Verzögert wird der Vortrieb künftig von neuen Bremsen von Haus- und Hoflieferant WP, die Vorteile bei Rückmeldung und Bremscharakteristik gegenüber dem Vorgängersystem bieten sollen, das von Bybre zugeliefert wurde. Von WP kommen, wie gehabt, auch Feder- und Dämpfersysteme: An der Front arbeitet eine 43 mm starke WP-APEX-Upside-down-Gabel mit 150 mm Federweg mit getrennt einstellbarer Druck- und Zugstufendämpfung. Dem Hinterrad hilft ein WP-APEX-Monotube-Federbein mit 170 mm Federweg, den Bodenkontakt zu halten – Zugstufendämpfung und Federvorspannung lassen sich bei diesem anpassen.
Ab Ende Juli soll die neue 790 Duke für 8.699 Euro in Deutschland beim Händler stehen. In Österreich werden 9,799 Euro fällig, der Preis in der Schweiz steht noch aus.
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