MotoGP-Test in Brünn: Das sagt Reifenhersteller Pirelli zum 850er-Probelauf
Der MotoGP-Test in Brünn mit den 850er-Prototypen und den Stammfahrern brachte Pirelli und den Herstellern wertvolle Erkenntnisse für die Entwicklungsarbeit. Giorgio Barbier mit dem Test-Resümee.
2027 wird Pirelli der neue Reifenausrüster für die Königsklasse der Motorrad-WM. Ein wichtiger Meilenstein bei den Vorbereitungen für die nächste Saison fand am 22. Juni statt. Direkt nach dem Großen Preis von Tschechien testeten alle fünf Hersteller mit MotoGP-Stamm- und Testfahrern die 850er-Prototypen mit den Pirelli-Reifen. Gefahren sind Marc Marquez, Fermin Aldeguer, Marco Bezzecchi, Raul Fernandez, Joan Mir, Luca Marini, Toprak Razgatlioglu, Augusto Fernandez, Pedro Acosta, Dani Pedrosa und Pol Espargaro (
Pirelli rückte in Brünn mit einer großen Mannschaft und 400 Reifen im Gepäck an. Das Testprogramm wurde im Vorfeld mit den Herstellern und der Teamvereinigung IRTA abgestimmt und umfasste unterschiedliche Fahrpläne. Ducati, Aprilia, KTM, Honda und Yamaha hatten jeweils zwei Motorräder im Einsatz – Bikes mit 850 ccm aber auch aktuelle Prototypen mit 1000 ccm, die gedrosselt bzw. modifiziert waren, um die neuen Konfigurationen zu simulieren.
Pirelli und die Hersteller konnten beim Brünn-Test viele wertvolle Daten sammeln. Die Teilnahme der Stammfahrer ermöglichte laut Pirelli die Verknüpfung der bei früheren Tests gesammelter Informationen mit aktuellem Feedback zum Leistungsniveau in der MotoGP. Dies habe nützliche Erkenntnisse geliefert, die bei der Definition der für die neue Motorradgeneration entwickelten Reifen hilfreich sein würden.
«Ich möchte den Fahrern und Herstellern für ihre Hilfsbereitschaft und die Begeisterung danken, die sie bei diesem so wichtigen Test auf unserem Weg zur MotoGP 2027 gezeigt haben», meinte Giorgio Barbier, Pirelli-Rennsportdirektor für Motorräder, nach dem Test. «Die Programme waren anspruchsvoll, da nach einem von hohen Temperaturen geprägten Rennwochenende und nur wenige Tage vor dem nächsten Grand Prix zahlreiche Lösungen zu bewerten waren. Nach den privaten Testfahrten, die bisher ausschließlich mit Testfahrern stattfanden, konnten wir in Brünn endlich auch von einigen Stammfahrern nützliches Feedback zu den Reifen für 2027 für die zukünftigen 850-ccm-Maschinen einholen.»
Giorgio Barbier weiter: «Alle Hersteller haben die vereinbarten Programme absolviert – mit unterschiedlichen Fahrplänen für die beiden Maschinen, um die Datenerfassung zu maximieren. Einige Fahrer führten zudem Sprint-Simulationen sowie Sessions über die volle Renndistanz durch. Die Zusammenarbeit mit den Fahrern und Herstellern ist weiterhin äußerst konstruktiv, und die Entwicklungen verlaufen planmäßig. Die beim Test gesammelten Daten werden zusammen mit denen aus den nächsten privaten Testfahrten sowie aus dem Test im September nach dem Österreich-GP und dem Saisonabschluss-Test in Valencia entscheidend dazu beitragen, die endgültigen Eigenschaften des Reifenportfolios für 2027 festzulegen.»
Beim Brünn-Test lagen die schnellsten Zeiten im Bereich von 1:54 min. Zum Vergleich: Die Pole-Zeit von Ai Ogura (Aprilia) am Rennwochenende betrug 1:51,139 min. Die schnellste Rennrunde fuhr Fabio Di Giannantonio (Ducati) mit 1:53,122 min. Es ist davon auszugehen, dass die Zeiten beim Tschechien-GP 2027 mit den 850er-Bikes nicht mehr weit von den 1000er-Zeiten entfernt sein werden.
Der MotoGP-Test in Brünn am Montag war der erste von drei für diese Saison geplanten Testterminen mit MotoGP-Stammfahrern. Die nächsten finden am Montag nach dem Großen Preis von Österreich auf dem Red Bull Ring in Spielberg sowie am Dienstag nach dem Saisonfinale in Valencia statt.
Der Startschuss von Pirelli in die MotoGP begann 2025 in Misano, am Dienstag nach dem Grand Prix von San Marino. Damals erprobten erstmalig die Testfahrer die Pirelli-Reifen. Es folgten zahlreiche private Testtermine, ebenfalls mit Testfahrern, um die Entwicklungsarbeit fortzuführen.
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