Intact-Teamchef fassungslos: Jürgen Lingg nach Gonzalez-Debakel in Motegi
Während das Moto2-Feld in den Japan-GP stürmte, stand WM-Leader Manuel Gonzalez in der Boxengasse. Als sich der Schock über das Dilemma gelegt hatte, sprach Teamchef Jürgen Lingg mit SPEEDWEEK.com.
Alles war angerichtet für einen spannenden WM-Zweikampf zwischen Tabellenführer Manuel Gonzalez und dem ersten Verfolger Izan Guevara. Die Ausgangslage vor dem Großen Preis von Japan: Gonzalez, mit 35,5 Punkten Vorsprung ins Mobility Resort Motegi gereist, stand auf Position 3 in Reihe 1. Neben Filip Salac, Pole-Setter Guevara.
Doch zu dem erhofften Match um die WM-Krone kam es nicht. Wenige Sekunden vor dem Start ins Rennen hob Manuel Gonzalez die Hand. Umgehend eilte ein Marshall herbei, Gonzalez stieg ab und gemeinsam wurde die Kalex mit der Nummer 18 zügig aus der Startaufstellung geschoben.
Was war passiert? Teamchef Jürgen Lingg gab trotz großer Enttäuschung Auskunft: «In der Besichtigungsrunde war alles in Ordnung, auch in der Aufwärmrunde gab es keine Probleme mit dem Bike. Doch als Manu die Kupplung zog, um zum Start den ersten Gang einzulegen, ging das Motorrad aus.»
Ein Problem, das die Fahrt komplett verhinderte, gab es aber nicht. Der Antrieb der Gonzalez-Maschine konnte vom Intact-Team sofort wieder auf Drehzahl gebracht werden. Ohne weitere Störung konnte der Madrilene dem Feld hinterherjagen. Trotz offensichtlich aussichtsloser Lage gab der Pilot alles. Mit schnellsten Rennrunden gelang es immerhin, den Kontakt zum Feld herzustellen. Zwichenzeitlich gab es auch Hoffnung auf Hilfe vom Wettergott. Denn kurz vor dem Rennen war dunkel Wolken aufgezogen. Ein Abbruch hätte die Karten neu gemischt. Doch es blieb trocken. Gonzalez wurde für die fehlerfreie Aufholjagd nicht belohnt, Platz 22 – während Izan Guevara als Sieger gefeiert wurde.
Jürgen Lingg, auch mit etwas Galgenhumor: «Die Pace hat jedenfalls gepasst. Wir haben einen guten Job gemacht und waren konkurrenzfähig, um hier ganz vorne zu fahren. Es ist extrem ärgerlich. Ich konnte es zunächst nicht fassen, aber wir sind lange genug dabei, um zu wissen, dass auch das passieren kann. Für uns alle war das sehr bitter. Aber die Mannschaft hat alles, um damit umzugehen. Wir sind an der Spitze der WM – und werden in Indonesien mit beiden Piloten wieder alles für unser Projekt geben.»
Nach dem Sieg in der Moto3-Einheit nur eine Stunde zuvor nun die große Enttäuschung. Doch der WM-Führende vor dem Indonesien-GP heißt weiterhin Manuel Gonzalez. Auch dank dem WM-Sechsten hält Intact GP mit 77 Punkten Vorsprung weiter Platz 1 in der Moto2-Teamwertung.
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