Senna Agius ehrlich nach Jerez-Moto2-Triumph: «Mehr Luft hatte ich nicht»
Senna Agius schaffte ein seltenes Kunststück. Von Startplatz 4 fuhr der Australier aus dem Moto2-Team um Jürgen Lingg mit großer Entschlossenheit zum zweiten Sieg in Folge. Als Lohn gab es WM-Rang 2.
Schon in den Trainings und im Qualifying hatte Senna Agius mit konstant schnellen Zeiten mehr als nur angedeutet, dass mit ihm auch in Jerez zu rechnen sein wird. Wie gut der Aussie mit dem Circuito de Jerez zurechtkommt, zeigt die Ergebnisliste 2025 – Agius stand bereits vor einem Jahr als Dritter auf dem Podest – Teamkollege Manu Gonzalez.
Nun war es Gonzalez, der Agius im Q2 aus Reihe 1 verdrängte. Im vierten Moto2-Rennen des Jahres war dann aber schnell zu erkennen, wer den besten Speed hatte – Senna Agius. Der 20-Jährige setzte sich mit Teamkollege Gonzalez und dem von der Pole gestarteten (Ex-Intact-Moto3-Pilot) Collin Veijer vom Feld ab. Das Trio fuhr in einer eigenen Liga.
Motivierte Versuche der Verfolger, etwas von Barry Baltus oder Alonso Lopez, die Lücke von bald fünf Sekunden zu schließen, endeten mit Schrammen. Senna Agius entschloss sich früh, Ernst zu machen, ging an Gonzalez vorbei, wollte ganz an die Spitze – musste aber umplanen. «Der Plan war, so schnell es geht in Führung zu gehen und zu versuchen, etwas Zeit herauszufahren. Doch direkt, nachdem ich vorne war, hatte ich einen massiven Rutscher in der Kurve 11. Da war mir klar, dass ich meinem Vorderreifen schon etwas zu viel zugemutet hatte.»
Agius weiter: «Auf den Geraden habe ich immer ein wenig verloren, das habe ich auf der Bremse kompensiert – und das hat meinem Vorderreifen nicht so gefallen. Mein Leben hätte sehr viel leichter sein können, aber so musste ich mich damit arrangieren.»
Das gelang fabelhaft. Agius hielt Position 3 und schmiedete auf dem Beobachtungsposten Plan B. Zehn Runden vor Schluss begann er mit der Ausführung und holte sich zunächst wieder P2 von Manu Gonzalez zurück. Drei Runden später war der starke Veijer in Kurve 8 fällig. Während Gonzalez sofort nachzog, ließ sich Senna Agius das Heft nicht mehr aus der Hand nehmen.
Größte Stärke – Cool bleiben
«Meine größte Stärke war es heute, mich nicht verrückt zu machen. Ich habe alles gegeben, um wieder nach vorne zu kommen, und danach das Beste aus meiner Situation gemacht und die Ruhe behalten», berichtet Senna Agius nach der Zieldurchfahrt – 0,8 sc hinter seinem Teamkollegen.
Nach dem obligatorischen tiefen Schluck aus dem Stiefel und einer exzessiven Sektdusche für die Mannschaft applaudierte der Gewinner auch seiner Mannschaft. «Es ist ein wenig frustrierend, dass ich auf den Geraden langsamer bin – und in den USA war die lange Gerade noch bedeutender –, aber dennoch ist das Team in der Lage, mit mir ein Bike abzustimmen, das all das kompensiert. Es gab Stellen, da waren wir so viel schneller … Ich bin happy und dankbar, wie das auch wieder in Jerez funktioniert hat!»
Die WM-Stände in der Moto2 lassen keine Fragen offen hinsichtlich der Leistungsfähigkeit des einzigen deutschen Teams im GP-Fahrerlager. In der Fahrer-WM führt Manuel Gonzalez vor Senna Agius; bei den Teams ist Liqui Moly Dynavolt Intact GP entsprechend in Führung.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach