Ogura wieder als Reifenflüsterer: «War mir nicht sicher, ob es reicht!»
Im MotoGP-Grand-Prix in Jerez entschädigte Ai Ogura für den schwachen Samstag. Der Trackhouse-Pilot musste aus Startreihe 4 ins Rennen gehen, konnte sich aber auf seine Paradedisziplin verlassen.
Das Sprintrennen am Samstag in Jerez lief nochunterdurchnittlich für Ai Ogura. Im Chaos-Rennen, das von Regen in der zweiten Rennhälfte geprägt wurde, kam der Trackhouse-Pilot auf Rang 15 über die Ziellinie - nur zwei Fahrer waren schlechter. Im Grand Prix am Sonntag, unter typisch andalusischen Bedingungen bei strahlendem Sonnenschein, folgte für den Moto2-Weltmeister von 2024, zumindest teilweise, Wiedergutmachung. Von Rang 11 ins Rennen gestartet, ging es am Ende der ersten Runde auf Rang 10 und fortan weiter nach vorn.
Am Ende stand Platz 5, vor Teamkollege Raul Fernandez, und damit gleichbedeutend die Absicherung des derzeit zweiten Platzes in der Teamwertung für die Trackhouse-Mannschaft. Gleichzeitig ein weiteres Ausrufezeichen hinter die derzeitige Stärke von Aprilias RS-GP. Vier der sechs bestplatzierten Piloten fuhren am Sonntag in Andalusien auf der Prototypen-Rakete aus Noale.
Oguras größter Vorteil im GP-Lauf über 25 Runden: Sein reifenschonender Fahrstil. Als der Japaner sich noch nach vorn arbeitete, kämpften seine Vorderleute bereits mit stumpfen Waffen. «In den letzten fünf Runden haben sich alle anderen schwergetan. In Kurve Acht hatte ich so viel mehr Haftung, dass ich dort die meisten überholt habe.» Dass die Nummer 79 kurz vor Rennende nicht nur LCR-Ass Johann Zarco, sondern auch Teamkollege Fernandez hinter sich lassen konnte, hatte der 25-Jährige auch dem Zweikampf zwischen den Kontrahenten zu verdanken, die sich gegenseitig Zeit kosteten: «Glücklicherweise haben die beiden miteinander gekämpft. Dass ich Johann Zarco dann aber überholen konnte, war zu erwarten. Seine Haftung hat massiv abgebaut, er konnte nicht mehr sauber fahren. Raul war aber noch stark, darum war ich mir nicht sicher, ob es gegen ihn auch noch für ein Überholmanöver reichen würde.»
Der einzige Pilot, der dem Ex-Honda-Junior lange Zeit Paroli bot, war Enea Bastianini. Mit dem Tech3-Mann entwickelte sich ein sehenswerter Zweikampf, der über mehrere Kurven andauerte: «Enea und ich haben uns gegenseitig mehrere Male überholt, gegen ihn hatte ich Probleme.»
Ein sehenswertes Rennen vom Tokioter, der als größte Schwäche seine Leistungsfähigkeit auf eine schnelle Runde sieht, um sich künftig nicht erst nach vorn arbeiten zu müssen, sondern gleich auf Augenhöhe mit Spitzenpiloten zu starten. Schließlich haben die beiden WM-Führenden Marco Bezzecchi und Jorge Martin das gleiche Arbeitsgerät. Wo der Unterschied zwischen ihm und den Top-Fahrern liegt? «Dass das Qualifikationstraining mein größtes Problem ist, kann jeder sehen. Unter trockenen Bedingungen sind die anderen in der Lage, mehr aus den weichen Hinterreifen herauszuquetschen, bei mir ist das aber die größte Baustelle. Und auf nasser Strecke war ich auch richtig mies!» Genug Arbeit also, für die anstehenden Testfahrten in Jerez.
In der WM-Wertung ist Ai Ogura auf Rang 8 mit 48 Punkten. Fünf Zähler davor liegt Jerez-Grand-Prix-Sieger Alex Marquez. Teamkollege Raul Fernandez einen weiteren Punkt davor auf Rang 6.
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