Simon Längenfelder (KTM, Platz 5): Rückkehr zum alten Setup hat es gebracht
Mit dritten Plätzen im Qualifikationsrennen und dem ersten Wertungslauf konnte Simon Längenfelder seinen Abwärtstrend nicht nur stoppen, sondern sogar umkehren. Doch es gibt noch Baustellen.
Das Rätselraten um das anhaltende Formtief von MX2-Titelverteidiger Simon Längenfelder ging im
Probleme im zweiten Lauf
Platz 6 im zweiten Lauf war fast noch ein schmeichelhaftes Ergebnis. Gegen Camden Mc Lellan (Triumph) fand Simon kein Mittel und hinter ihm kam in den letzten Runden sogar noch Karlis Reisulis (Yamaha) bedrohlich nahe, doch dem Letten ging am Ende die Zeit aus. Simon Längenfelder blickte im zweiten Lauf mehrfach zurück, wer der Nächste ist, der zum Überholen ansetzen wird. Und dennoch: Die Lage war in Agueda bedeutend besser als vor einer Woche in Montevarchi und nach dem Crash von WM-Leader Sacha Coenen (KTM) im ersten Lauf hielt sich insgesamt auch der Rückstand zur Spitze in Grenzen. Vor Agueda betrug Längenfelders Rückstand 59 Punkte. Nun ist er nur um 3 Punkte auf 62 Zähler angewachsen, weil Sacha Coenen nach seiner Aufholjagd im ersten Lauf auch im zweiten Rennen kein Mittel gegen Guillem Farres fand.
62 Punkte Rückstand sind noch keine Katastrophe, aber...
Mit 62 Punkten Rückstand ist das Unternehmen Titelverteidigung für Simon keinesfalls gescheitert, denn es ist gerade einmal die Hälfte der Saison absolviert. Wichtig ist jetzt eine allgemeine Trendumkehr. In der Abbildung ist zu erkennen, dass Simon in den letzten 3 Grands-Prix einen klaren Aufwärtstrend zu verzeichnen hatte. Ein ähnlicher Aufwärtstrend ist bei Guillem Farres zu beobachten und auch für Liam Everts zeigt die Kurve nach oben, wenn auch schwächer ausgeprägt.
«Gefühlte» Lage gegen reale Wirklichkeit
Betrachten wir WM-Leader Sacha Coenen, so sieht sein Trend der letzten 3 Grands-Prix gar nicht so gut aus, obwohl er «gefühlt» die Meisterschaft dominiert. Nach seinem Dreifachsieg in Kegums ging es in den folgenden 3 Etappen für ihn kontinuierlich bergab. Sein Vorsprung gegenüber Guillem Farres schmolz von 41 auf 27 Punkte zusammen.
Simon Längenfelder im Vergleich zum Vorjahr
Simon Längenfelder begann diese Saison deutlich besser als das Vorjahr. Er holte 2025 im Durchschnitt 46,4 Punkte pro Etappe. In diesem Jahr liegt er bis jetzt bei durchschnittlich 41,5 Punkten pro Grand-Prix. Sein schlechtestes Ergebnis 2025 waren 29 Punkte nach Crash in Arnheim. In diesem Jahr war sein bisheriger Tiefpunkt in Kegums mit 26 Punkten nach Crash und Ausfall im zweiten Lauf. Wenn wir aber WM-Etappe 10 mit dem entsprechenden Vorjahresergebnis vergleichen, so holte er 2025 39 Punkte gegenüber 43 Punkten am vergangenen Wochenende in Portugal. Mit anderen Worten: Wenn Simon diesen Aufwärtstrend fortsetzen kann, besteht die Möglichkeit, das Blatt noch einmal zu wenden. Seit Trend zeigt wieder nach oben.
Im zweiten lauf hat mir der Biss gefehlt.Simon Längenfelder
Ursachenforschung und Reset
Das Red Bull KTM-Werksteam hat das Setup auf den Stand von Saisonbeginn zurückgesetzt. Das war eine kluge Entscheidung, denn zu Saisonbeginn war Simon zweifellos besser als heute. Simon Längenfelder hat betont, dass er sich damit jetzt auch wohler fühlt. «Wir haben in dieser Woche einige Änderungen vorgenommen und versucht, zu meinem alten Setup zurückzukehren. Das hat mir etwas Selbstvertrauen gegeben», erklärte er. «Platz 3 im Qualifikationsrennen sowie Rang 3 im ersten Lauf waren nicht schlecht. Ich wollte im zweiten Rennen etwas mehr Intensität zeigen, aber mir hat der Biss gefehlt. Ich hatte Probleme damit, auf der Strecke Risiken einzugehen. Aber wir werden daran weiter arbeiten.»
Von Ken Roczens Erfahrungen lernen
Dass das ständige Bestreben, das Setup verbessern zu wollen, auch kontraproduktiv sein kann, hat Ken Roczen in diesem Jahr mehrfach betont. Er hat das Vertrauen in sein Bike mit der Konstanz seines Setups begründet, dass er nach eigenen Angaben seit dem vergangenen Jahr nicht mehr grundlegend verändert hatte. Am Ende gewann Ken Roczen mit dieser Strategie die US-Supercross-Meisterschaften.
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