Gonzalez (Intact GP) nach Platz 2: «Will nicht mehr immer nur gewinnen!»
WM-Leader Manuel Gonzalez holte im Moto2-Rennen in Assen sein achtes Saisonpodest. Weshalb ihn David Alonso schlagen konnte und was der Intact-Pilot dieses Jahr anders macht als 2025.
Die Ausgangslage von WM-Leader Manuel Gonzalez für das Moto2-Rennen in Assen war nicht ideal. Im Qualifying musste er sich mit Startplatz 7 begnügen. Die Pole-Position hatte sich, wie schon in Brünn, Aspar-Pilot David Alonso gesichert.
Von der dritten Startreihe erwischte der Intact-Pilot einen soliden Start. An der Spitze duellierten sich die beiden Pramac-Piloten Alberto Ferrandez und Izan Guevara sowie Alonso um die Führung. Alonso konnte dann eine kleine Lücke herausfahren – zur Hälfte des Rennens betrug sein Vorsprung rund eine Sekunde. Doch Gonzalez ließ sich nicht abschütteln und konnte die Lücke zufahren. In der 17. Runde ging er das erste Mal an Alonso vorbei. Hinter den beiden kam Intact-Teamkollege Senna Agius immer näher.
In den letzten Runden lieferten sich Gonzalez, Alonso und Agius einen spannenden Dreikampf um den Sieg. In der vorletzten Runde versuchte Alonso in der Timmer-Schikane an dem in Führung liegenden Gonzalez vorbeizugehen – doch dieser konnte die Attacke des Kolumbianers abwehren. In der letzten Runde versuchte es Alonso an derselben Stelle, dieses Mal außen anstatt innen, erneut – er hatte Erfolg. Gonzalez überquerte die Ziellinie 0,024 hinter Alonso. Senna Agius wurde Dritter.
«Auch wenn ich heute nicht bis zum absoluten Maximum gehen konnte, um zu gewinnen, bin ich am Ende doch zufrieden. Es ist mir gut gelungen, Runde für Runde Positionen gutzumachen, und wir hatten eine gute Pace», lautete das Resümee von Gonzalez. «Als ich hinter David herfuhr, war ich etwas schneller. Aber als ich dann das Feld anführte, war der Wind so stark, und ich habe etwas zu viel Druck gemacht und dabei den Vorderreifen zu viel beansprucht. Daher war es schwierig, das Motorrad einzulenken.»
In der WM-Wertung konnte Gonzalez die Führung auf Izan Guevara (Pramac Yamaha) auf 57,5 Punkte ausbauen. «Letztendlich haben wir einen weiteren Podiumsplatz erreicht und den Vorsprung in der Meisterschaft ausgebaut, was super positiv ist» unterstrich der Spanier. «Außerdem ist ein zweiter Platz auf einer Strecke, auf der ich bisher nie besonders stark war, ein weiterer positiver Aspekt. Also werden wir beim nächsten Rennen genauso weitermachen. Natürlich wollte ich gewinnen und in der letzten Schikane die Tür zuhalten, aber in der Moto2 muss man beim Bremsen ganz am Limit sein, wenn man einen Fahrer überholen will. Im letzten Sektor fehlte mir in Kurve 15 ein bisschen Speed, was David ermöglichte, näher heranzukommen und mich außen zu überholen, während ich versuchte, ihm die Tür zuzumachen. Letztendlich haben wir den Sieg zwar nicht geschafft, aber unser achtes Podium in zehn Rennen ist etwas, worauf wir stolz sein können. Ein großes Dankeschön an das Team für all die Arbeit und den Einsatz unter diesen anspruchsvollen Bedingungen.»
Aus den Erfahrungen von 2025 gelernt
Letztes Jahr war Manuel Gonzalez in der Moto2-WM über lange Zeit der dominierende Fahrer. Am Ende musste er sich aber Diogo Moreira geschlagen geben – der Brasilianer wurde Weltmeister und stieg in die MotoGP auf. Was hat Gonzalez 2025 gelernt bzw. was macht er in dieser Saison anders? «Die richtige Mentalität ist der Schlüssel, um diese Meisterschaft zu gewinnen. Es geht darum, keine Fehler zu machen. In diesem Sport gibt es viele Dinge, die einen Einfluss auf die Ergebnisse haben können. Ich kann nur versuchen, so perfekt als möglich in dem zu sein, was ich in meiner Hand habe», gab der 23-Jährige zu verstehen. «Ich versuche, ruhig zu bleiben – auch wenn ich ein schwieriges Wochenende habe. Ich versuche auch nicht mehr, mit allen Mitteln immer zu gewinnen – so wie letztes Jahr, als ich stark war und immer gewinnen wollte. In dieser Saison schaue ich nur auf die Meisterschaft. Wir behalten die Ruhe und versuchen, keine Fehler zu machen.»
In zwei Wochen findet das Rennwochenende auf dem Sachsenring statt. Beim Heim-GP des deutschen Intact-Teams will Manuel Gonzalez wieder ganz oben auf dem Podest stehen.
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