Krisenmanagement: Reist die MotoGP zum Wüsten-GP von Katar oder nicht?
Laut offiziellem Rennkalender findet die 20. Station der MotoGP auf der Wüstenrennstrecke in Doha statt. Bleibt die Situation stabil, soll das Event über die Bühne gehen. Doch die Ungewissheit bleibt.
Gerade erst war die MotoGP-Saison 2026 auf Renndrehzahl gekommen, da musste die verantwortliche MotoGP Sports Entertainment Group den Veranstaltungskalender umbauen. Aufgrund des angezündeten militärischen Großkonflikts im Nahen Osten musste der ursprüngliche Termin vor dem Europa-Auftakt Ende März auf den November 2026 verlegt werden. Stand heute findet der Katar-GP ab dem 6. November unweit der Hauptstadt Doha auf dem Losail-Circuit statt.
Dass man bei den offiziellen Stellen auch vor Ort zuversichtlich ist, zeigt auch, dass der
Auch für die MotoGP gilt: Geschäft ist Geschäft
Insgesamt bleibt die weltpolitische Lage unklar. Da eine klare Prognose zu den Entwicklungen auch rund um Katar in den nächsten Wochen und Monaten nicht zu treffen ist, zeigt sich einen Monat vor dem Event die ganze Ambivalenz. Auf der einen Seite das Geschäft MotoGP, das so lange läuft, wie es die rechtlichen Rahmenbedingungen zulassen. Solange Behörden und nationaler Veranstalter die Tore aufschließen, wird die MotoGP einmarschieren – und zwar geschlossen.
Die Haltung im Fahrerlager ist eindeutig. Das Geschäft steht an erster Stelle, Gedanken an einen Boykott gibt es keine. Kommt grünes Licht von den offiziellen Stellen, werden alle Teams für Runde 20 der Weltmeisterschaft antreten.
Im Rahmen des Indonesien-GP sagte MotoGP-Manager Carlos Ezpeleta: «Wir arbeiten aktuell, wie geplant, an der Umsetzung des Katar-GP, wobei die Sicherheit aller Aktiven, unserer Mannschaft und die der Fans Priorität 1 bleibt. Sollte es aber kurzfristig zu einer Veränderung der Situation kommen, dann reagieren wir und erstellen mit den Teams und den Veranstaltern einen sicheren Plan, so wie wir es schon bei der Absage des Valencia-GP 2024 getan haben.»
Auf der anderen Seite eine durchweg negative Gefühlslage, und die mitunter in Großunternehmen (wie Honda oder Yamaha) standardmäßig existierenden Reiserichtlinien. Fest angestellte Techniker und Mitarbeiter dürften noch intensive Gespräche mit ihren Personalabteilungen führen. Reisen – oder nicht reisen: Menschen mit rein privaten Interessen können sich diese Frage mit dem reinen Hausverstand beantworten.
Anders die Lage in der Geschäftswelt, zu der auch die MotoGP zählt. Für Liberty Media und die ausführende MotoGP Sports Entertainment Gruppe geht es nicht nur um die Weltmeisterschaft, sondern 22-mal um Millionenbeträge. Aus professioneller Sicht ist der unbedingte Wille, in die Wüste aufzubrechen, nachvollziehbar. Persönliche Vorbehalte, Abwägungen oder gar Ängste, bewusst einen internationalen Kriegsschauplatz anzusteuern, stehen nicht auf der Agenda. Noch nicht.
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