Superbike WM • Neu
Sieger Nicolo Bulega fasziniert: «Alles geben und den Körper zerstören»
Nach seinem Triple in Cremona musste sich Iker Lecuona im ersten Lauf der Superbike-WM 2026 in Estoril wieder mit Platz 2 begnügen. Das gute Gefühl mit seiner Ducati V4R fehlt.
Nach seinem ersten Hattrick in der Superbike-WM kam Iker Lecuona mit breiter Brust zum Circuito do Estoril. Denn auch wenn sich Nicolò Bulega in Cremona zum Weltmeister krönte, fügte der Spanier seinem Aruba.it-Teamkollegen ausgerechnet beim Heimrennen vier Niederlagen zu – neben drei Siegen beendete er nämlich auch die Pole-Serie des Italieners.
Aber beim vorletzten Saisonmeeting drehte Bulega den Spieß wieder um und gewann am Samstag zuerst die Superpole sowie den ersten Lauf. Als Zweiter fühlte sich Lecuona geschlagen. «Ich habe hier leider nicht das gute Gefühl, wie ich es in Cremona hatte», ärgerte sich der 26‑Jährige. «Als Nicolò mich in Kurve 1 überholte, realisierte ich, dass ich in diesem Rennen keine Chance haben werde. In manchen Bereichen waren wir in etwa gleich stark, aber in anderen funktionierte sein Motorrad einfach besser. Ich hatte dagegen leichte Probleme, vor allem beim Turning. Und obwohl wir am Ende nicht so sehr gepusht haben, zerstörte ich mir den Vorderreifen. Dass ich nicht das beste Gefühl für das Bike und wir auch keine Lösung gefunden haben, frustriert mich etwas.»
Seit er den zweiten WM-Rang sicher hat, experimentiert Lecuona zur Vorbereitung auf 2027 mit verschiedenen Settings. «Für Sonntag werde ich das Team wieder bitten, etwas Neues am Bike auszuprobieren», bestätigte der Ducati-Pilot. «Wenn wir nichts ändern, werden wir wieder Zweite. Das ist kein schlechtes Ergebnis, aber ich möchte die fehlende Zehntelsekunde finden. Wenn ich beim Versuch stürze, dann stürze ich halt. In Cremona spürte ich erstmals das volle Potenzial der Ducati. Jetzt habe ich wieder den Stand von davor und bin schnell, bewege mich aber sehr nahe am Limit – und im ersten Lauf bin ich in den ersten Runden darüber hinausgegangen. Wir werden sehen, was wir für Sonntag erreichen können. Nicolò zu besiegen, ist sehr schwer. Deshalb war ich in Cremona auch so zufrieden. Er war dort zwar nicht voll bei der Sache, aber ich war definitiv stärker.»
Fühlt es sich für Lecuona nach vier mageren Jahren mit Honda nicht seltsam an, mit zweiten Plätzen unzufrieden zusein? «Ja, schon», gab Lecuona auf Nachfrage von SPEEDWEEK.com-Chefredakteur Ivo Schützbach lachend zu. «Natürlich, aber ich bin ein Rennfahrer. Als ich in Portimão zweite Plätze einfuhr, war ich der glücklichste Mensch im Fahrerlager. Dann kam der Sieg in Donington und es ist halt so, dass man immer etwas mehr erreichen will. Wenn ich an Tagen wie heute nicht über das gesamte Gesicht strahle, dann deswegen, dass ich weiß, dass ich mehr draufhabe. Ich habe keine übertriebenen Ansprüche, denn die Fähigkeiten dafür sind da. Also noch mal: Ja, es ist seltsam, aber so oft dieselbe Platzierung einzufahren, ist auf die Dauer mental schwer zu ertragen.»
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