KTM entfesselt Motor wieder: Pol Espargaro erklärt die Folgen
Um weitere Motorschäden zu verhindern, reduzierte KTM die Maximaldrehzahl der RC16 um 500/min. Ab Misano steht wieder die volle Leistung bereit – mit Auswirkungen weit über den Topspeed hinaus.
KTM musste zuletzt in der MotoGP auf einen Teil der Motorleistung der RC16 verzichten. Nachdem es zu Problemen mit den Triebwerken gekommen war, reduzierte der österreichische Hersteller vorsorglich die Maximaldrehzahl um 500/min. Ab dem kommenden Rennwochenende in Misano soll diese Einschränkung aufgehoben werden.
Was auf den ersten Blick nach einem überschaubaren Eingriff klingt, hatte erhebliche Auswirkungen auf die Abstimmung der RC16. KTM-Testpilot Pol Espargaro erklärte, dass die fehlenden 500/min keineswegs nur auf den langen Geraden und bei der Höchstgeschwindigkeit zu spüren waren.
«Ich hoffe, dass wir sie zurückbekommen», sagte Espargaro mit Blick auf Misano. «Wenn man mehr Drehzahl zur Verfügung hat, geht es nicht nur um das, was sich die Leute vorstellen – also um den fünften und sechsten Gang und den Topspeed.»
Mehr Drehzahl bedeutet weniger Kompromisse
Viel entscheidender sei, welchen Einfluss das eingeschränkte Drehzahlband auf die Getriebeabstimmung hat. Auf bestimmten Strecken fehlte der RC16 die notwendige Drehzahl, um einen Gang bis zum nächsten Bremspunkt stehen lassen zu können. Dadurch mussten Kompromisse bei der Übersetzung eingegangen werden.
«Manchmal muss man das Getriebe anders abstimmen, weil der Motor so früh in den Begrenzer läuft und einem diese 500 Umdrehungen fehlen, um bis zur nächsten Kurve zu kommen», erläuterte der Spanier. «Dann muss man die gesamte Getriebeabstimmung anpassen, und das wirkt sich auf alle Kurven aus. Deshalb ist das ziemlich kritisch.»
Die Konsequenz: Eine Maßnahme zum Schutz der Motoren beeinflusste nicht nur Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit, sondern konnte sich über die notwendige Wahl der Übersetzungen auf praktisch eine komplette Runde auswirken.
Rückkehr zur gewohnten Drehzahl in Misano besonders wichtig
Dass KTM ab Misano wieder die ursprüngliche Maximaldrehzahl nutzen kann, kommt aus Sicht von Espargaro deshalb zum richtigen Zeitpunkt. Der Misano World Circuit bietet viel Grip und verlangt eine starke Beschleunigung aus den Kurven.
«Wenn wir die Drehzahl in Misano zurückbekommen, wäre das fantastisch», freute sich Espargaro. «Misano ist außerdem eine Strecke mit sehr viel Grip, auf der man viel Beschleunigung braucht. Ein paar zusätzliche Umdrehungen werden uns dort sehr helfen.»
Damit erhalten Pedro Acosta, Brad Binder, Enea Bastianini und Espargaro in Misano wieder das vollständige Drehzahlband der RC16. Für KTM bedeutet das nicht nur mehr Motorleistung, sondern vor allem wieder mehr Freiheit bei der Abstimmung des Motorrads.
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