Stefan Bradl: «Habe ein Flugticket für Indonesien»
Hondas Test- und Ersatzmann Stefan Bradl rechnet nach dem 14. Platz in Japan damit, dass er in zwei Wochen auch in Mandalika für Alex Rins einspringen wird.
Am vergangenen Wochenende fand in Kuala Lumpur das große MotoGP-Saisonstartevent statt. SPEEDWEEK.com-Autor Adam Wheeler mit einer Bewertung der visuell opulenten Eröffnungsveranstaltung.
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Stefan Bradl hat in diesem Jahr bei allen drei Einsätzen als Alex-Rins-Ersatz bei LCR-Castrol-Honda in Assen, auf dem Buddh Circuit und in Motegi gepunktet und inzwischen als Ersatzfahrer acht WM-Punkte angehäuft. Trotzdem gab er zu, er hätte beim Japan-GP seinen alten Kumpel Cal Crutchlow gerne von Platz 13 verdrängt. "Aber es stand am Ende so viel Wasser auf der Strecke", schilderte der Honda-Testfahrer, der diese Tätigkeit jetzt die sechste Saison ausübt und bei HRC auch für 2024 unterschrieben hat. "Wenn das Rennen nach dem Abbruch trotz des starken Regen noch einmal gestartet worden wäre, wäre es Selbstmord gewesen", hielt der 33-jährige Routinier fest. "Das hätte ich für viel zu gefährlich und für viel zu verantwortungslos gehalten. Die Renndirektion hat heute die richtige Entscheidung getroffen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen."
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War es richtig, das MotoGP-Rennen pünktlich um 15 Uhr Ortszeit zu starten? Bradl: "Ich denke, es war richtig so. Es war knifflig, aber die Situation war anfangs beherrschbar. Wir sind bei Slick-Bedingungen weggefahren… Und dann denkst du ja immer: ‘Ich habe den harten Vorderreifen, ich muss heftig bremsen, denn ich muss Temperatur in den Vorderreifen bringen.’ Aber die nassen Streckenverhältnisse haben das nicht zugelassen. Das ist ein Problem, das wir auf jeder Piste bei solchen Verhältnissen vorfinden. Denn der Slick-Reifen funktioniert nur, wenn du ihn ordentlich belastest. Aber mit den ganzen Devices klappt das alles nur, wenn du das Bike unter normalen Bedingungen ans Limit zwingst. Wenn du sensibel und gefühlvoll mit dem Motorrad umgehst, funktioniert es nicht mehr."
"Das ist kritisch, aber wir kommen in unserem Sport an eine Grenze, an der dir Anforderungen an den Fahrer wirklich mühselig werden. Wir müssen die verschiedenen Devices aktivieren und deaktivieren, wir müssen auf den Reifendruck achten, wir müssen auf die richtigen Bremspunkte achten, wenn wir von 300 auf 70 km/h abbremsen – und dazu den tiefen Pfützen ausweichen. Es gibt so viele Dinge zu beachten. Dann muss man entscheiden und sich vorher draußen auf der Strecke überlegen, wann ich zum Motorradwechsel an die Box kommen soll. Die Crew hat mir einen Zettel gegeben, auf dem sie mir mitgeteilt haben, welche Reifen ich für den Regen habe. Man redet vorher über alles, aber in dieser Hektik wie am Sonntag heute vergisst du alles in einer Sekunde, weil du so stark abgelenkt und belastet bist. Der Fahrer hat viele Aufgaben zu bewältigen, wir haben viel Stress."
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"Unser Sport ist unterhaltsam, anderseits ist er auch sehr herausfordernd", ergänzte Stefan Bradl. "Für ein menschliches Wesen ist es schwierig, immer alles im Kopf zu behalten."
Am vergangenen Wochenende fand in Kuala Lumpur das große MotoGP-Saisonstartevent statt. SPEEDWEEK.com-Autor Adam Wheeler mit einer Bewertung der visuell opulenten Eröffnungsveranstaltung.
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"Wir Fahrer haben keinen Spielraum mehr für den minimalsten Patzer. Wenn du trotzdem einen kleinen Fehler begehst und der sofort bestraft wird… Wir sind in diesem Sport am menschlichen Limit angekommen. Es ist an der Zeit, die MotoGP leicht zu entschärfen", stellte der Bayer sagte schon im Frühjahr nach den vielen Stürzen und Verletzungen gegenüber SPEEDWEEK.com fest.
Stefan Bradl rechnet damit, dass er in zwei Wochen auch in Mandalika/Indonesien bei LCR-Honda für Alex Rins einspringen wird. "Ich habe schon ein Flugticket. Ich glaube, wir werden uns dort wieder sehen", deponierte er nach dem 14. Platz in der Journalistenrunde in Japan. MotoGP-Ergebnisse GP-Rennen, Motegi (1.10.):
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