Toprak Razgatlioglu: «Ich muss die Zeitenmonitore ausblenden»
Toprak Razgatlioglu sprach über seine Ziele in der Königsklasse und liebäugelte bereits in seiner MotoGP-Debütsaison mit einem Podium. Langfristig möchte sich der Türke sogar mit Marc Marquez messen.
Mit Razgatlioglu erhält die MotoGP für die Saison 2026 einen hochkarätigen Neuzugang. Der dreifache Superbike-Weltmeister steigt in die Königsklasse auf und steht nach aktuellem Stand bis Ende 2027 bei Pramac-Yamaha unter Vertrag. Für sein erstes Jahr formuliert er bescheidene Ziele – doch sein Anspruch bleibt hoch.
«In den ersten Rennen werde ich vermutlich in Regionen ankommen, in denen auch Bulega gelandet ist», schätzt Razgatlioglu. «Wenn ich mich ans Motorrad gewöhnt und meine perfekte Sitzposition gefunden habe, können wir vielleicht einige gute Ergebnisse erzielen. Ich hoffe auf ein Podium – das wäre eine tolle Motivation für 2027.»
«Sollte uns 2026 tatsächlich ein Podium gelingen, wäre das unglaublich. Dann unterschreibe ich wahrscheinlich gleich bis 2029», scherzte der türkische Ausnahmefahrer im Gespräch mit SPEEDWEEK.com bei den FIM Awards.
Auch Yamaha sehe die erste Saison als Lernjahr, so Razgatlioglu: «Ich rechne mit mehr Erfolg 2027. Dann haben wir die Pirelli-Reifen und ein anderes Motorrad. Ich denke, Yamaha wird für 2027 ein deutlich besseres Paket liefern.»
Dass er zum Saisonstart kleinere Brötchen backen soll, widerspricht eigentlich seinem Naturell. «Für mich ist das schwierig, weil ich immer jemand war, der Rennen gewinnen wollte. Bei Tests und an Rennwochenenden schaue ich ständig auf die Zeitenmonitore. In der MotoGP ist das anders. Ich muss mir bewusst machen, dass das erste Jahr zum Lernen da ist. Ich muss die Monitore ausblenden und mich auf meine Arbeit konzentrieren. Aber das ist nicht einfach – ich will immer mehr. Ich bin ein Racer!»
Hat er sich erst an die MotoGP gewöhnt, will Razgatlioglu die Besten herausfordern. «Ich verfolge ein klares Ziel – wie jeder: Eines Tages möchte ich mich mit Marc Marquez duellieren. Das ist mein größter Traum.»
Ob Razgatlioglu für Marquez zur Gefahr werden kann, hängt jedoch auch von der Entwicklung der Yamaha M1 ab. Daher rücken Vergleiche mit seinen Markenkollegen in den Fokus. Mit Fabio Quartararo hat Yamaha weiterhin einen ehemaligen Weltmeister im Team.
«Fabio ist ein sehr starker Fahrer – das ist gut, auch für mich», erklärt Razgatlioglu. «Ich werde vermutlich einiges von ihm lernen müssen. Aber vielleicht lernt er auch etwas von mir. Wir fahren für denselben Hersteller und können unsere Daten einsehen.»
Razgatlioglus Aussagen zeigen: Er hat Respekt, aber keine Angst. «Ich will das Fahren genießen. Wenn ich Spaß auf dem Motorrad habe, ist alles möglich.»
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