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Schmerz, Frust & eine Ohrfeige: Die bislang größten MotoGP-Tiefschläge 2026

Wo Sieger, da Verlierer. Die ersten 22 MotoGP-Rennen haben Spuren hinterlassen. Ob zu dünne Nerven, falsche Selbsteinschätzung, Technik-Rückstand – oder Pech. Die Kehrseite der MotoGP zur Halbzeit.

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Marco Bezzecchi. Ja – ohne Frage gehört der Italiener aus dem offiziellen Aprilia-Werksteam eigentlich auf die Seite der strahlenden Sieger. Bis einschließlich der siebten Station der laufenden Saison eilte Bezzecchi ungerührt von Erfolg zu Erfolg. Vom Sturz beim ersten Sprint der Saison ließ er sich nicht aus dem Tritt bringen. Bei den großen Rennen war der Lockenkopf zur Stelle. Mugello verließ Bezzecchi als umjubelter Italo-Held, klare Nummer 1 der Meisterschaft und damit als logischer Titelfavorit. Mit 102 Punkten Rückstand schien Marc Marquez bis auf Weiteres kein Thema zu sein.

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Doch die MotoGP bewies ihre Unberechenbarkeit. In nur vier Veranstaltungen wendete sich das Blatt komplett gegen den Tabellenführer. Ab Balaton regierte nur mehr der Albtraum. Beim Ungarn-GP vom Teamkollegen unglücklich abgeräumt, wurden düstere Erinnerungen an den Japan-GP 2025 wach. Es folgte der mentale Tiefpunkt in Brünn. Bezzecchi, der bereits 31 Punkte auf Marquez verloren hatte, stürzte im Sprint und verlor Sekunden später die Kontrolle über sich selbst. Die Klatsche für den Marshall ging um die Welt. Zurecht wurde Bezzecchi für den GP gesperrt – ein großes Geschenk an die WM-Verfolger. «MM93» schlug ein und stahl die nächsten 25 Zähler.

Komplett wurde das Katastrophen-GP-Quartett mit den schweren Stürzen in Assen und auf dem Sachsenring. Zero Punkte bei drei weiteren Rennen – und das war es dann mit der WM-Führung. Für den frisch operierten Marco Bezzecchi beginnt die WM in England nicht nur am Nullpunkt – sondern mit 22 Zählern im Minus. Einen schnelleren Superhelden-Absturz gab es selten in der MotoGP.

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Johann Zarco. Der Franzose schrieb im Vorjahr MotoGP-Geschichte durch seinen Hollywood-reifen Heimsieg in Le Mans. In Sachen Popularität nahm der älteste Pilot der WM 2025 mehrere Stufen auf einmal. Nicht nur in Frankreich wurde und wird «JZ5» für seinen bemerkenswerten Kampfgeist und seine realistische Selbsteinschätzung gefeiert. Umso lauter war der Aufschrei beim Catalunya-GP. Also Johann Zarco Sekunden nach dem bereits zweiten Rennstart in einer kranken Symbiose in und unter Bagnaias Werks-Ducati im Kies einschlug, war der Tag auch für die härtesten MotoGP-Fans gelaufen.

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Doch Zarcos Schutzengel war zur Stelle. Zwar wurde das linke Knie des zweifachen Moto2-Weltmeisters zerfetzt, doch in Summe kam der 36-Jährige glimpflich davon. Nach aktuellem Stand steht ein Comeback-Versuch im September zur Debatte. Sicher ist: Als Zarco, bedingt auch durch den Sogeffekt, in der Anbremsphase die Kontrolle über die RC213V verlor, da war die Saison 2026 aus sportlicher Sicht gelaufen. Die gute Nachricht: Nach Einschätzung der behandelnden Mediziner kann Zarco zu 100 Prozent Leistungsfähigkeit zurückkehren.

Yamaha. Große Hoffnungen hatte nicht nur Aushängeschild Fabio Quartararo in die technische Neuausrichtung seines Arbeitgebers. Ende 2025 hatte man den Vierzylinder-Reihenmotor ausgemustert und – auch mit Blick auf die neue 850er-Generation 2027 – alle Karten auf den neuen V4-Antrieb gerichtet.

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Doch nach zehn Monaten herrscht düstere Stimmung im Yamaha-Lager. Zieht man eine handvoll brillante Runden ab, bleibt eine niederschmetternde Bilanz, die das zweite Werk aus Japan abgeschlagen auf dem letzten Platz der Hersteller-WM zurücklässt. Gerade einmal 69 Punkte fuhren die M1-Athleten bislang ein. Vor einem Jahr waren es zur Sommerpause immerhin noch 133.

Bester Yamaha-Fahrer bleibt Abgänger Fabio Quartararo auf WM-Rang 14. Alle anderen Piloten fahren unter ferner liefen. Besonders bitter ist die technische Aussichtslosigkeit für den ambitionierten Rookie Toprak Razgatlioglu. «El Turco» wusste um die Konkurrenzfähigkeit, doch dass er mit der MotoGP-Yamaha so unter die Räder kommen würde, das war auch für den Superbike-Weltmeister eine Negativ-Überraschung.

Joan Mir. Ende 2025 freute sich Joan Mir mitsamt der großen Honda-Struktur über einen nicht zu übersehenden Aufwärtstrend. Sowohl in Japan als auch in Malaysia steuerte Mir sein Motorrad auf Platz 3 über die Ziellinie. 2026 steigerte sich Joan Mir dann aber lediglich in Sachen Sturzanfälligkeit. 15-mal ging der Mallorquiner der ersten Saisonhälfte zu Boden.

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Bemerkenswert ist dabei, dass der Honda-Werksfahrer meist in den wichtigen Rennen patzte. 6 Stürze im Sprint, sechs Stürze im Großen Preis – so die katastrophale Ausbeute – WM-Rang 18. Wie es geht, zeigte Jorge Martin. Der WM-Leader flog 16-mal ab, sah aber nur dreimal nicht die Zielflagge. Am Ende ist Joan Mir dennoch ein Sieger. Denn für die nicht enden wollende Zerstörung der Werks-Honda wurde er mit einem Vertrag mit dem privaten Ducati-Team von Nadia Padovani (Gresini) belohnt.

Maverick Vinales. Vieles deutete darauf hin, dass 2026 eine brillante Saison für Maverick Vinales und KTM wird. Die Zusammenarbeit 2025 hatte vielversprechend begonnen. Als der Neuzugang bei seinem erst vierten Auftritt mit der RC16 in Katar an den beiden Ducati-Lenovo-Ducatis vorbeizog und auf P1 zog und über zehn Sekunden vor Pedro Acosta ins Ziel kam, leuchteten die Augen aller Beteiligten. In Jerez folgte ein starker vierter Platz. So wurden schon im Frühsommer Pläne geschmiedet, den Routinier 2026 ins Werksteam zu heben.

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Der Plan hielt selbst dann noch, als sich Vinales beim Deutschland-GP 2025 an der Schulter verletzte. Es war der Anfang vom Ende. Bis heute hat sich der Spanier nicht vollständig erholt. Zum Frust über die fehlenden, aber entscheidenden wenigen Prozent zur vollen Leistungsfähigkeit kam dann weiterer Ärger. KTM, aus Zeitmangel inzwischen auf Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio geschwenkt, ruderte zurück und setzte Vinales auf Plan B, die weitere Zusammenarbeit bei Tech3, an. Für den selbstbewussten Spanier keine Option. Mit seiner Absage an KTM und das Traditionsteam aus Südfrankreich bremste sich der 31-Jährige selbst ins Karriereaus.

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Pos

Fahrer

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Team

Start Nr

Runden

Zeit

Bestzeit

Punkte

01

Marc Márquez

Marc Márquez

Ducati Lenovo Team

93

30

40:53,148

1:21,088

37

02

Ai Ogura

Ai Ogura

SuperFile Trackhouse MotoGP Team

SuperFile Trackhouse MotoGP Team

79

30

+1,996

1:21,184

26

03

Raúl Fernández

Raúl Fernández

SuperFile Trackhouse MotoGP Team

SuperFile Trackhouse MotoGP Team

25

30

+5,104

1:21,219

21

04

Pedro Acosta

Pedro Acosta

Red Bull KTM Factory Racing

37

30

+7,684

1:21,153

15

05

Jorge Martin

Jorge Martin

Aprilia Racing

89

30

+11,372

1:21,227

15

06

Francesco Bagnaia

Francesco Bagnaia

Ducati Lenovo Team

63

30

+11,495

1:21,283

13

07

Fabio Quartararo

Fabio Quartararo

Monster Energy Yamaha MotoGP

20

30

+17,560

1:21,635

10

08

Luca Marini

Luca Marini

Honda HRC Castrol

10

30

+18,683

1:21,788

8

09

Enea Bastianini

Enea Bastianini

Red Bull KTM Factory Racing

23

30

+19,140

1:21,905

7

10

Brad Binder

Brad Binder

Red Bull KTM Factory Racing

33

30

+22,137

1:21,903

6

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