Zwischenfazit Norick Blödorn: Starke Leistungen ohne große Schlagzeilen
Norick Blödorn schwimmt derzeit auf einer Erfolgswelle, denn in allen Speedway-Ligen liefert der Norddeutsche ab und fährt auf konstant hohem Niveau. SPEEDWEEK.com sprach mit ihm über die Saison.
«Zurzeit läuft es überall ganz gut», stellte Norick Blödorn erfreut fest. «In England läuft es mega gut, Schweden ist auch richtig gut und selbst in Polen kann ich mich nicht beschweren. Von daher macht es derzeit einfach Spaß und es gab das ganze Jahr über keine richtigen Durchhänger. Und die Probleme, die es gab, hatte ich nur abseits der Rennstrecke.»
Als einen Schlüssel zum Erfolg formulierte der Norddeutsche, dass er viel Zeit auf dem Motorrad verbringt. «Eigentlich sind wir unserer Linie viel zu fahren treu geblieben. In Schweden, England und jetzt auch in Polen fahre ich auf dem höchsten Niveau, das war auch einer der Gründe, weshalb ich damals der Europameisterschaft gegenüber der U21-Weltmeisterschaft den Vorzug gab, weil ich sehen wollte, was mir zur internationalen Spitze fehlt. Genau das habe ich jetzt in der Ekstraliga Woche für Woche, wo alle Fahrer immer voll abliefern wollen.»
Außerdem betonte Blödorn, dass mit dem Erfolg im Rücken derzeit alles einfacher geht und er vor allem darauf achtet, Fehler aus der Vergangenheit nicht zu wiederholen. «Wenn es gut läuft, macht man sich nicht mehr so viele Gedanken und macht sich auch nicht allzu verrückt, weil man nicht mehr ganz so viele Zweifel hat. Wir wissen, was in der Vergangenheit nicht funktioniert hat, und so probieren wir, es immer besser hinzukriegen – das scheint derzeit zu funktionieren.»
Blödorn wollte sehen, wo er international steht
Während Blödorn gleich in mehreren Ligen gefordert ist und liefert, stellt das erste Jahr nach der U21-Zeit auch eine Umstellung dar, weil er derzeit in keinem Prädikat dabei ist. «Es war schon ein bisschen seltsam in die Saison zu gehen, weil ich vorher immer das klare Ziel hatte eine Medaille in der U21-Weltmeisterschaft zu holen. So kam es letztes Jahr, dass ich krank nach Malilla ging, mit dem Druck liefern zu müssen, um eine Medaille zu erreichen. Und daraus wurde nichts. Dann fällt man ein bisschen in ein Loch, weil das ja das war, worauf ich das ganze Jahr hingearbeitet habe, und das hatte sich so schnell erledigt.»
«Dieses Jahr ist es ein bisschen besser, weil ich mich von Rennen zu Rennen konzentrieren und fokussieren kann. Von daher war das erst mal gut. Aber es soll natürlich auch keine langfristige Lösung sein», so der 22-Jährige. «Dadurch, dass ich die Prädikatsrennen nicht fahre, haben viele meine Resultate nicht unbedingt auf dem Schirm. Aber wenn ich mir angucke, dass ich aktuell einen 1,6er-Average in der Ekstraliga habe, in Schweden fast einen 2er-Average, in England irgendwie 1,8 – das ist mega gut.»
Das hat überhaupt nicht funktioniert.norick blödorn über die mechaniker-situation in polen
Ganz ohne Herausforderungen präsentierte sich das Jahr aber nicht, denn bei der Boxencrew sah sich Norick in Polen zu mancher Veränderung gezwungen: «Das hat überhaupt nicht funktioniert. Das war von der Vorbereitung her nicht so, wie ich es mir versprochen hatte. Ich dachte, mit zwei Vollzeitmechanikern an Bord komme ich in die Box und konzentriere mich aufs Fahren, aber das war nicht der Fall. Bei einem anderen Mechaniker passte es zwar auf der Bahn, aber die Atmosphäre war nichts und man saß stundenlang im Transporter und sprach kaum ein Wort. Die ganze Mechaniker-Situation hat mich im Vergleich zu den letzten Jahren nicht vorangebracht. Inzwischen habe ich einen Mechaniker gefunden, bei dem es menschlich passt und der mit Leidenschaft dabei ist. Mit Hermann Bacher habe ich dann auch noch einen deutschen Mechaniker dabei, der aus dem Lager von Martin Smolinski bei mir ist. Ich habe mir jetzt mein Team so aufgebaut, dass es passt und jetzt ist da auch wieder ein bisschen mehr Ruhe drin.»
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