Entwicklung der KTM 990 RC R: Was Grünwald anders macht als Jonas Folger
KTM brachte in Most mit Jonas Folger und Luca Grünwald gleich zwei Testfahrer zum Einsatz, um die 990 an die neuen Regeln für die Supersport-WM anzupassen. Teamchef Carsten Freudenberg ist begeistert.
KTM und das sächsische Team Freudenberg arbeiten emsig daran, die neue 990 RC R für 2027 renntauglich zu machen. Ob bereits dann der Einstieg in die Supersport-WM erfolgt, hängt auch von der Budgetsituation beim österreichischen Hersteller ab – im September wird diesbezüglich eine Tendenz erkennbar sein.
Am 5./6. August testete KTM in Brüx (Most), den ersten Tag mit Jonas Folger, den zweiten mit Luca Grünwald. Seit bekannt wurde, dass
«Der Gedanke dahinter ist die Kosten zu reduzieren, was sinnvoll ist», sagte Teamchef Carsten Freudenberg gegenüber SPEEDWEEK.com. «Die Ducati und die KTM haben in Serie um die 125 PS, die Yamaha noch weniger. Von den aktuellen WM-Motorrädern gibt es aber auch welche mit 150 PS und mehr. Die Motoren sind an der Leistungsgrenze, das verursacht Verschleiß und damit Kosten für die Teams. Wenn du mit dem Material immer weiter ans Limit gehst, dann ist es nicht mehr so standfest.»
KTM musste neuen Weg einschlagen
Einziger Negativpunkt für KTM in der Entwicklung: Weil die Informationen zum neuen Reglement erst spät bekannt wurden, war der Weg für 2027 bereits eingeschlagen.
«Zuerst war unser Motor auf Spitzenleistung ausgelegt, dass wir an die 150 PS rankommen», erklärte Freudenberg. «Jetzt ist es so, dass wir an die 130 PS mit maximalem Drehmoment rankommen. Darauf muss alles abgestimmt werden. Wir müssen alles neu machen, weil wir die Spitzenleistung bei einer ganz anderen Drehzahl brauchen.»
Er weiß, wie ein Motorrad in der Basis so entwickelt werden muss, dass es für alle Rennfahrer gut ist.carsten freudenberg über luca grünwald
Dem Teamchef ist schnell aufgefallen: Jonas Folger und Luca Grünwald haben unterschiedliche Arbeitsmethoden und Stärken, was für KTM den Vorteil mit sich bringt, dass das Informationsfeld breiter wird.
«Jonas ist ein Rennfahrer, der noch voll im Saft steht», so Freudenberg. «Er fuhr dieses Jahr mit der MotoGP-Maschine, in Suzuka Langstrecke und bei uns, er ist permanent auf dem Motorrad. Das Motorrad sofort am Limit zu bewegen, da ist Jonas unschlagbar. Luca konnte uns in der Form helfen, dass er ein ganz schlauer Entwicklungsfahrer ist. Er konnte in den Jahren, in denen er für KTM gearbeitet hat, viel mitnehmen. Er weiß, wie ein Motorrad in der Basis so entwickelt werden muss, dass es für alle Rennfahrer gut ist. Luca saß das letzte Mal im April auf einem Motorrad, er konnte aber gleich fühlen, wo wir mit dem Motorrad stehen. Er hat uns gesagt, was für die Zukunft interessant ist, etwa im Turningverhalten, im Ansprechverhalten des Motors, bis hin zu Detailgeschichten. Das hat uns wertvolle Infos gebracht. Luca und Jonas verstehen sich super und sind im Austausch. Nur so kann man ein Projekt nach vorne bringen, wenn man miteinander arbeitet.»
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