Der erste Sportbike-Weltmeister: Xavier Artigas hat nie an sich gezweifelt
Mit MTM Kawasaki hatte Xavier Artigas ein starkes Team an seiner Seite, auf der Rennstrecke war der Spanier aber auf sich allein gestellt. In Jerez krönte er sich zum ersten Sportbike-Weltmeister.
Xavier Artigas hatte den für einen Spanier typischen Karriereweg. Zuerst auf kleinvolumigen Prototypenmotorrädern, die ihn über die Moto3 bis in die Moto2-Weltmeisterschaft führten. Der 23-Jährige zeigte durchaus solide Leistungen und holte in Valencia 2021 sogar einen Moto3-Sieg, doch nach der Saison 2024 musste sich Artigas ein neues Betätigungsfeld suchen und landete in der italienischen Supersport-Serie.
Als Zweiter im Kawasaki-Team Blackflag Motorsport machte sich Artigas einen Namen und wurde daraufhin von MTM Kawasaki für die neue Sportbike-Weltmeisterschaft verpflichtet. Das belgische Team ist das erfolgreichste Team der Supersport-WM 300 und brachte neben zahlreichen Siegen die Weltmeister Jeffrey Buis und Adrian Huertas hervor.
Doch Artigas war zeitweise nur WM-Sechster und hatte bis zu 37 Punkte Rückstand auf den WM‑Leader. Mit Siegen und Podestplätzen in Magny-Cours und Cremona rückte der Katalane aber immer weiter nach vorn. Mit dem Sieg im ersten Lauf in Jerez übernahm Artigas die WM-Führung, auch begünstigt durch den unverschuldeten Sturz von David Salvador, und fuhr im letzten Saisonrennen taktisch: Platz 8.
«Vom ersten Moment an hatte ich Vertrauen in mich selbst und das gesamte Team, dass, wenn wir die Chance auf den Sieg hatten, alles möglich war», erklärte Artigas am Sonntagnachmittag. «Am Samstag haben wir dafür wichtige Punkte geholt, aber im zweiten Lauf war die Position wichtiger. Ich habe versucht, im Rennen so nah wie möglich an Salvador zu bleiben. Das ist mir gelungen, und dadurch habe ich mir in der Meisterschaft etwas Luft verschafft.»
Xavier Artigas geht als erster Sportbike-Weltmeister in die Statistik ein
Der Gewinn der Sportbike-WM 2026 ist der größte Erfolg in der jungen Karriere des Kawasaki-Piloten. Die Freude ist riesig. «Wir haben es geschafft», jubelte Artigas. «Ich bin überglücklich und möchte mich bei allen bedanken, die an mich geglaubt haben – und auch bei mir selbst, denn ich habe mehr als jeder andere daran geglaubt. Wir haben mehrere Jahre lang hart gearbeitet, aber jetzt hat sich diese Erfahrung ausgezahlt.»
Salvador nimmt seine Niederlage sportlich zur Kenntnis. «Im Laufe der Saison sind einige Dinge passiert, die mir nicht gefallen haben, aber das gehört nun einmal zum Rennsport dazu», bedauerte der ebenfalls 23‑Jährige. «Ich für meinen Teil habe immer versucht, mein Bestes zu geben, und bin zufrieden mit dem, was ich erreicht habe. Ich blicke bereits in die Zukunft und denke über die nächste Saison nach – wir haben tatsächlich schon damit begonnen, darauf hinzuarbeiten.»
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