Boss von Advocates Racing führt sein Ducati-Team wie sein Unternehmen
In seiner ersten Superbike-Saison überrascht Advocates Ducati mit soliden Ergebnissen. Teameigner Lecha Khouri lobt Tommy Bridewell und fühlt sich in seinem Führungsstil bestätigt.
Geradezu spontan entschied sich Lecha Khouri dazu, sein eigentlich für die BSB aufgestelltes Team in der Superbike-WM 2026 antreten zu lassen. Nur wenige Wochen vor dem Saisonauftakt – im Rahmen des Portimao-Tests – wurde der Australier von Pilot Tommy Bridewell dazu überredet. Der Engländer kam so mit 37 Jahren zu seiner ersten vollen WM-Saison.
Unter diesen Umständen sind die bisher erzielten Ergebnisse ausgesprochen positiv. In Most fuhr Bridewell als Achter erstmals ein einstelliges Ergebnis ein, bei seinem Heimrennen in Donington Park war das erste Top-5-Finish fällig.
«Anfangs sagten alle: Ihr schafft das nicht, Tommy Bridewell wird es nicht unter die Top-10 schaffen», erinnert sich Khouri. «Aber Superbikes Advocates Racing hat einen fünften, sechsten, siebten und einen neunten Platz erzielt. Wir sind fest in den Top-10 angekommen, was absolut großartig ist. Tommy ist eine echte Persönlichkeit, und das ist gut so. Er hat zweifellos das Können auf dem Motorrad, aber er hat auch die Ausstrahlung und den Charakter. Er begrüßt die Fans und geht auf sie ein – und er hat kein Gefolge! Manche der anderen Fahrer haben fünf Leute um sich herum, sodass man gar nicht an sie herankommt. Mir gefällt, wie Tommy tickt – genauso wie wir. Er ist fleißig, bescheiden, geht einfach seinen Weg und erzielt echte Ergebnisse.»
Das Team besteht aus einer gemischten Truppe mit nationaler und internationaler Erfahrung, die sich zunächst mit der Ducati V4R im WM-Trimm vertraut machen musste. Khouri gab lediglich den Spirit vor.
«Ich bin so stolz auf das Team – Mick Shanley, Alan Jackson, die Jungs sind einfach großartig, und die Mechaniker sind bemerkenswert. Weißt du, alle arbeiten zusammen wie eine Familie, und genau das wollte ich von Anfang an schaffen. Ich habe ihnen von Beginn an gesagt, dass mein Unternehmen ein reines Familienunternehmen ist. Es herrscht eine familiäre Atmosphäre», betonte der im Immobiliengeschäft tätige Australier. «Wir haben Mitarbeiter im Unternehmen, die schon zu Zeiten meines Großvaters dabei waren und dann bei meinem Vater weitermachten. Und jetzt mit mir – das heißt, sie sind schon seit 45 Jahren dabei, lange bevor ich geboren wurde. Sie haben mich also schon als Baby gesehen, und jetzt arbeiten sie immer noch für uns. Das habe ich einigen Teammitgliedern erklärt, und ich möchte dieses Team mit derselben Atmosphäre aufbauen.»
Khouri weiter: «Was in meiner Unternehmenswelt geschieht, muss auch in meiner Rennwelt geschehen. So funktioniert es besser. Man arbeitet in Harmonie, Frieden und Liebe zusammen. Man muss sich das vor Augen führen: Wenn das Team zu einem Rennen fährt, ist es eine ganze Woche lang unterwegs. Das sind mindestens 15, 16 Wochen im Jahr. Man muss wie eine Familie sein. Man darf sich nicht in die Haare geraten und keine Ego-Probleme haben. Wir versuchen, all das zu vermeiden. Und bisher funktioniert es.»
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