Schock für Supersport-Asse: Superbike-Aufstieg mit Yamaha nicht möglich
Als einziger Hersteller in der Superbike-WM leistet sich Yamaha vier Werksfahrer. Hinzu kommt ein umfangreiches Supersport-Programm, um Talente nach oben zu bringen – doch kein System ist perfekt.
Yamaha engagiert sich im Fahrerlager der Superbike-WM wie kein anderer Hersteller: Beginnend mit dem R3-Cup für die Jüngsten über die Ausrüstung der Frauen-WM mit Einheitsmaschinen R7 bis hin zu den WM-Klassen Sportbike, Supersport und Superbike. In der höchsten Kategorie leistet sich die japanische Marke mit den drei gekreuzten Stimmgabeln im Logo vier Werksfahrer in zwei Teams – so viel investiert sonst niemand.
In der Supersport-WM hat Yamaha mit Albert Arenas (29) und Can Öncü (22) zwei heiße Eisen im Feuer, die zur Saisonhalbzeit auf den Gesamträngen 1 und 4 liegen. Beide wollen 2027 Superbike-WM fahren – umso mehr, sollte der Titel gelingen.
Doch zumindest mit Yamaha wird daraus nichts. Von den diesjährigen vier Superbike-Piloten haben Andrea Locatelli, Stefano Manzi und Remy Gardner auch einen Vertrag für 2027. Xavier Vierges Deal endet nach dieser Saison, Yamaha hat aber eine Option auf den schnellen Spanier – die Rennchef Niccolo Canepa in den kommenden Wochen ziehen wird.
Damit hat Yamaha sein Superbike-Quartett für 2027 beisammen und es gibt keine Möglichkeit, Arenas oder Öncü unterzubringen. Daran würde auch der Gewinn des WM-Titels nichts ändern.
Zwar hat Bahattin Sofuoglu eine technisch sehr ähnliche R1 im Privatteam Motoxracing, in dem auch Mattia Rato fährt. Doch ein Platz dort steht auf der Wunschliste eines Supersport-Champions nicht oben.
Yamaha war schon mal in dieser Lage
Zuletzt war Yamaha nach der Saison 2021 in dieser Situation: Damals gewann der Schweizer Dominique Aegerter die Supersport-Weltmeisterschaft und wollte mit Yamaha zu den Superbikes aufsteigen. Weil es keinen Platz gab, blieb der Rohrbacher ein weiteres Jahr in der mittleren Hubraumkategorie, wurde erneut Champion und fuhr dann ab 2023 drei Saisons für die japanische Marke in der höchsten Klasse.
Schon jetzt steht fest: In Superbike-Werksteams erhältliche Plätze für 2027 lassen sich an wenigen Fingern abzählen; sollte Arenas oder Öncü den WM-Titel erringen, hat er kaum Möglichkeiten. Erschwerend hinzu kommt, dass mindestens drei aktuelle MotoGP-Fahrer ihren Job verlieren und versuchen werden, im SBK-Paddock unterzukommen.
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