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Argentinien: Hayden Paddons Alles-oder-nichts-Sieg

Der Hyundai-Pilot deklassierte auf der letzten Wertungsprüfung die gesamte Konkurrenz – der Schlüssel zum Triumpf über Weltmeister Sébastien Ogier.

WRC

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Als hätte er es geahnt. "Ich habe mich drei Wochen lang speziell auf El Condor vorbereitet", verriet Hayden Paddon (Hyundai) im Ziel der Rallye Argentinien. Der zweite Durchgang über die legendäre Wertungsprüfung brachte schließlich die Entscheidung. Volle 11,7 Sekunden war der Sieger hier schneller als Verfolger Sébastien Ogier.

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"Ich hatte nichts zu verlieren", sagte Paddon. "Ich war kein Punktelieferant für Hyundai, ich konnte also volles Risiko gehen. Alles oder nichts hieß meine Strategie."

Dass zu einem so deutlichen Sieg reichte, konnte der Neuseeländer zunächst selbst nicht glauben. "Weil wir keine Zwischenzeiten mehr ins Cockpit kriegen, hatte ich kein Gefühl für unser Ergebnis. Der Posten an der Zeitkontrolle hat mir zwar eine Tafel gezeigt, aber ausgerechnet Sébs Zeit wurde vom Scheibenwischer verdeckt."

Erst langsam realisierte er, dass sein erster WM-Sieg endgültig unter Dach und Fach war. "Respekt vor Haydens Leistung", sagte Volkswagen-Pilot Ogier anschließend. "Er hat den Sieg verdient."

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Laut Paddon hat ein Norweger erheblichen Anteil der mentalen Stärke, die ihn dazu befähigte, den dreimaligen Weltmeister geradezu zu deklassieren: Ole Martin Lundafaret. Der durchaus umstrittene Journalist bereitete Paddon auf das Duell mit Ogier vor. Und zwar ausschließlich per Internet und Telefon. "Bei der Rallye Deutschland werden wir uns zum ersten Mal live sehen", bestätigte Paddon.

Durch das Ferntraining war Paddon nicht nur selbstbewusst genug, dem als gnadenlos bekannten Weltmeister Ogier die Stirn zu bieten – in und außerhalb des Cockpits. Er ließ sich auch nicht davon aus der Ruhe bringen, dass auf der anderen Seite des Erdballs große Teile einer gesamten Nation die Powerstage live am Fernseher verfolgten. "Halb Neuseeland steht hinter mir", war sich Paddon bewusst. "Ich konnte meine Fans doch nicht enttäuschen."

Dabei war am Morgen beim ersten Durchgang über "El Condor" noch längst nicht alles glatt gelaufen. "Die Prüfung war unglaublich hart. Überall große Steine auf der Fahrbahn und gewachsener Fels im Boden." Prompt zeige Paddons Hyundai Schwächen. "In Kehren ist ein paar Mal der Gang heraus gesprungen, einmal sogar der Motor abgestorben", berichtet er den Ingenieuren im Servicepark telefonisch.

Die hatten auch keine wirkliche Idee, was das Problem sein konnte. Zu Paddons Glück tauchte der Fehler nicht wieder auf. "Für den Rest des Tages lief mein Auto perfekt." Trotzdem war er eine WP später ein wenig zu vorsichtig – Ogier konnte den Rückstand um volle 19,8 Sekunden verringern.

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Doch beim zweiten Durchgang über "El Condor" hatte der Weltmeister keine Chance. Erstaunlicherweise verlor er besonders auf den kurvenreichen und vergleichsweise langsamen Abschnitten viel Zeit – bisher eine Schwäche des i20 WRC. "Wir haben seit der Rallye Mexiko einen großen Schritt nach vorne gemacht", erläuterte Hyundai-Teamchef Michel Nandan.

Hayden Paddon ist überzeugt: "Mit diesem Auto werde ich noch einige Rallyes gewinnen." Nächste Chance ist der WM-Lauf in Portugal in vier Wochen (19. bis 22. Mai).

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