Showdown auf Sardinien: Toyota-Trio fährt um Rallye-WM-Titel
Diese Woche erreicht die Rallye-Weltmeisterschaft auf der Mittelmeerinsel mit dem letzten Lauf ihren absoluten Höhepunkt. Elfyn Evans, Sami Pajari und Oliver Solberg fechten die WM-Entscheidung aus.
Ursprünglich sollte das Saisonfinale in Saudi-Arabien im November stattfinden, doch die kurzfristige Absage der dortigen Rallye machte diese Pläne zunichte.
An der Korallenküste um Alghero kämpfen drei Fahrer um ihren ersten Weltmeistertitel. Favorit ist der mit 230 Punkten in der Weltmeisterschaft führende Elfyn Evans. Er reist mit 17 Punkten Vorsprung auf Sami Pajari und 21 Punkten auf Oliver Solberg nach Sardinien. Alle drei Toyota Gazoo Racing-Piloten hoffen, die Nachfolge von Sebastien Ogier anzutreten.
Die Ausgangslage zeigt für Elfyn Evans die besten Chancen auf. Der fünfmalige Vize-Weltmeister scheint endlich auf dem richtigen Weg zu sein. In Sardinien könnte der Waliser den Titel gewinnen, wenn er 19 Punkte holt, unabhängig von den Leistungen von Sami Pajari oder Oliver Solberg.
Diese 19 Punkte könnte der 37-Jährige mit einem Sieg (25 Punkte) ohne einen einzigen Punkt am Super Sunday, einen zweiten Platz (17 Punkte) mit 2 Punkten am Super Sunday, einen dritten Platz (15 Punkte) und vier Zählern am Sonntag oder einen vierten Platz (12 Punkte) sowie sieben Punkten am Finaltag erreichen. Auf den Punkt gebracht: Elfyn Evans muss unter die ersten Fünf fahren, um sein Schicksal selbst in der Hand zu haben. Bei anderen Resultaten wäre der Fahrer mit der Startnummer 33 auf das Pech seiner Konkurrenten angewiesen.
Für Evans wenig ideal: Zusammen mit seinem Beifahrer Scott Martin muss er zunächst die Rallye als «Straßenkehrer» bei besonderen Anforderungen auf losem Schotter-Terrain als erster Starter in Angriff nehmen. «Unser Ansatz ändert sich gegenüber den anderen Rallyes nicht, nur weil es das Finale ist. Wir müssen einfach die bestmögliche Rallye fahren», erklärt Evans.
Pajari besitzt kaum taktische Freiheit. Der 24-jährige Finne, der sich im letzten Saisondrittel mit drei Siegen in Folge in die WM-Entscheidung eingebracht hat stellt heraus: «Ich muss einfach wie bei jeder Rallye mein Bestes geben. Für mich ändert sich beim Finale in der Herangehensweise eigentlich nichts».
Die schwierigste Ausgangslage hat Oliver Solberg. Der Monte Carlo-Gewinner hat sich mit seinem Sieg beim letzten Lauf mit der Rallye Chile in die Finalentscheidung nach zeitweilig großem Rückstand eingebracht.
«Der Abstand zu Elfyn ist eigentlich zu groß um ihn aufzuholen, aber wir werden natürlich alles geben», stellt Solberg heraus.
Für Toyota wäre es der siebte Fahrertitel innerhalb von acht Jahren nachdem sich die Japaner schon in Chile vorzeitig die Herstellermeisterschaft gesichert haben.
Toyota-Teamchef Jari-Matti Latvala unterstreicht, dass alle drei Fahrer unter denselben Bedingungen teilnehmen werden um einen faire Auseinandersetzung zu ermöglichen.
Bei den Überlegungen um die WM-Entscheidung stellt Sebastien Ogier eine wichtige Größe dar. Der Franzose hat die Rallye bereits fünfmal gewonnen. Der amtierende Weltmeister hat nichts mehr zu gewinnen, außer vielleicht sich den letzten Sieg nach dem alten Rally1-Auto-Reglement zu sichern. Sollte der Franzose am Ende vorne liegen, würde das Elfyn Evans in die Karten spielen.
In der FIA-WRC2-Weltmeisterschaft steht der Estone Robert Virves (Skoda) nach der Absage von Saudi-Arabien bereits vor dem Saisonfinale als neuer Weltmeister fest.
Anlässlich der 23. Ausgabe des Inselklassikers kehrt die Rallye nach einem Jahr in Olbia nach Stadt Alghero als Veranstaltungszentrum zurück.
Der Servicepark wird erneut am Lungomare Barcellona eingerichtet, nur wenige Meter vom Mittelmeer entfernt. Die feierliche Zielankunft ist unter den alten Stadtmauern geplant ist – eine der markantesten Kulissen für Podiumszeremonien in der gesamten Rallye-WM.
Zum ersten Mal in ihrer Geschichte findet die Rallye Sardinien im Herbst statt. Der Oktober-Termin mit kühleren Temperaturen könnte wechselhafte Herausforderungen bedingen. Der Reifenverschleiß ist enorm. Die Schotterpisten sind übersät mit scharfkantigen Steinen, losem Geröll und Felsen, die das Gummi buchstäblich «fressen».
Die Wertungsprüfungen auf Sardinien verzeihen kaum Fehler. Unebene, schmale Straßen schlängeln sich durch unwegsames Gelände mit ständigen Rhythmuswechseln, unübersichtlichen Kuppen und so gut wie keinem Auslaufbereich.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach


