Cremona-Doppelsieger Jeremy Alcoba schrieb ein Stück Kawasaki-Geschichte
Mit dem Sieg im zweiten Supersport-Lauf brachte Jeremy Alcoba ein perfektes Wochenende in Cremona in trockene Tücher. Der Spanier beschämte seinen Teamchef und schrieb ein Stück Kawasaki-Geschichte.
Am Freitag die erste Pole-Position seit Philipp Öttl in Jerez 2021, am Samstag der erste Sieg seit Can Öncü 2023 auf dem Mandalika Street Circuit und am Sonntag der erste Doppelsieg – Jeremy Alcoba leistete am vergangenen Wochenende auf dem Cremona Circuit Erstaunliches für Kawasaki! «Zum Glück haben wir zuvor in Cremona getestet, das hat sehr geholfen», gestand Alcoba gegen SPEEDWEEK.com-Mitarbeiter Sebastian Fränzschky. «Ich freue mich, dass ich ein kleines Stück zur Erfolgsgeschichte von Kawasaki beitragen konnte.»
Zur Erinnerung: Dass selbst ein Kenan Sofuoglu, der drei Weltmeisterschaften und 26 Siege für Kawasaki in der mittleren Kategorie eingefahren hat, keinen Doppelsieg einfahren konnte, hat einen simplen Grund. Erst seit 2020 – im Zuge des reduzierten Kalenders während der Coronapandemie – wurde in den Rahmenserien ein zweites Rennen eingeführt. Der Supersport-Rekordweltmeister hatte seine einzigartige Karriere bereits 2017 beendet.
Alcoba kam nach seinem zweiten Sieg mit heiserer Stimme zum Siegerinterview – der Jubel nach seinem Triumph am Vortag hatte seinen Stimmbändern arg zugesetzt. «Ich versuchte, im zweiten Lauf noch fokussierter zu sein. Ich stand etwas mehr unter Druck, weil sich alle immer etwas verbessern. Also hielt ich mich zunächst etwas zurück und fuhr mein Bike etwas sanfter und hielt etwas Abstand zu den Jungs vorn, damit der Reifendruck vorn nicht zu sehr steigt», erzählte der Spanier. «Als ich sah, dass Arenas und Booth-Amos auf den Plätzen eins und zwei lagen, beschloss ich, Farioli und Debise zu überholen, und schon war ich bei den führenden Fahrern. In einigen Kurven hätte ich fast das Vorderrad verloren und war kurz vor einem Sturz, aber ich blieb konzentriert. Ich habe die Fahrer vor mir beobachtet und wusste, wo ich schneller war. Als ich Arenas überholte, versuchte ich daher, meine Position in den Abschnitten zu verteidigen, in denen er schneller war. »
Zwei Supersport-Meetings stehen 2026 noch aus. Was hat sich Alcoba für Estoril und Jerez vorgenommen? Siege oder zumindest vorn mitmischen. Ich werde versuchen, die Saison als WM-Dritter zu beenden – warum nicht, es könnte klappen.»
Diese Ansage von Alcoba ist ein Seitenhieb gegen seinen Teamchef Manuel Puccetti, denn Rang 3 belegt Ducati-Pilot Jaume Masia, der von seinem Teamchef Manuel Puccetti wenige Tage vor Cremona als sein Nachfolger für die Supersport-WM 2027 verpflichtet wurde! Der Kawasaki-Pilot ist mit 188 Punkten Sechster der Gesamtwertung, Masia hat 229 Punkte.
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