Wittmann und Ekström: Neue beste Feinde in der DTM?

Von Andreas Reiners
Mattias Ekström und Marco Wittmann

Mattias Ekström und Marco Wittmann

Das unfassbare Fotofinish vom Norisring hat Folgen. Denn das einstmals so gute Verhältnis zwischen Marco Wittmann und Mattias Ekström ist nach einem Streit deutlich abgekühlt.

Was für ein Fotofinish am Norisring, was für ein Bild auf den letzten Metern: Im Formationsflug rauschten Edoardo Mortara (Mercedes), Mattias Ekström (Audi) und Marco Wittmann (BMW) auf die Ziellinie zu. Am Ende hatte Mortara 25 Tausendstel Vorsprung vor Ekström, der wiederum zwei Tausendstel vor Wittmann lag.

Aber: Besagtes Finish brachte möglicherweise zwei neue beste Feinde hervor. Denn Wittmann und Ekström lagen sich anschließend in den Haaren. Wobei sie sogar bereits während des Rennens heiße Diskussionen geführt hatten.

Angefangen hatte es in Runde zwölf, als Ekström und Wittmann auf die Grundig-Kehre zufuhren und Wittmann versuchte, sich innen vorbeizudrücken. Dabei berührten sich die beiden Boliden, der Schwede kam aus dem Rhythmus. Aber: Wittmann war sauer, da Ekström ihm keinen Platz gelassen und ihn auf den Kerb gedrückt hatte. «Wenn ich neben einem Konkurrenten bin, was ich ganz klar war, muss er mir Platz zum Überleben lassen. Er meint, er ist hier der König und kann machen, was er will», schimpfte der Fürther, der in der Rotphase nach dem Horrorcrash von Gary Paffett und Mike Rockenfeller mit Ekström ausgiebig über die Szene diskutierte.

«Das Gespräch hat gar nix gebracht. Das hat die ganze Welt gesehen. Die letzte Kurve spricht für sich», sagte Ekström. Denn: Kurz vor dem Fotofinish gerieten die beiden wieder aneinander. Nach einer Berührung durch Wittmann kam Ekström, der zu dem Zeitpunkt auf Platz drei lag, aus dem Tritt. Wittmann kritisierte einen zweifachen Richtungswechsel des Schweden.

«Er hat sich nicht für eine Linie entschieden und nicht komplett die Tür zugemacht, deswegen habe ich innen angesetzt, und er macht nochmal den Move», beschwerte sich der BMW-Pilot: «Da muss sich ein gewisser Ekström mal Gedanken machen, aber auch die Rennleitung.» Die sah aber ein Vergehen Wittmanns, der für seinen Move eine Verwarnung bekam. Die dritte. Was bedeutet: Beim nächsten Rennen in Moskau muss er fünf Startplätze zurück.

Ekström kann sich dafür aber nur wenig kaufen. «Ich erwarte von einem zweifachen Champion mehr, als ich von Marco Wittmann gesehen habe», sagte Audi-Chef Dieter Gass und sprach angesichts der Strafe von einem «Scherz», Ekström von einer «relativ billigen, einfachen Verwarnung. Ich bekomme ja nicht mehr Punkte dadurch.» Da dem Schweden allerdings sein Rennen nicht komplett zerstört wurde, sah die Rennleitung von einer härteren Strafe ab.

Die Folge: Das einstmals wirklich gute Verhältnis zwischen den beiden Streithähnen ist deutlich abgekühlt. «Wenn man zur Frau lieb ist, ist sie auch lieb. Wenn man böse ist, ist sie auch böse», meinte Ekström auf die Frage nach einer möglichen Revanche. Er sei zwar nie die Frau und normalerweise auch nicht böse, vor allem nicht Wittmann gegenüber, «aber alle haben mal einen schlechten Tag. Und wenn ich einen schlechten Tag habe, ist der immer sehr schlecht. Ich versuche das zu vermeiden», so Ekström.

Wittmann kann über den Vergleich gar nicht lachen. «Ich weiß nicht, was Eki immer mit seinen lustigen Sprüchen hat. Er meint wohl, er sei der Coolste im Fahrerlager. Für mich ist es nicht abgehakt», stellte er klar. Folgt schon bald die Fortsetzung? «Lasst euch überraschen», meinte der Meister.

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