Hans Weber bester Westeuropäer trotz Niclas Svensson

Kolumne von Rudi Hagen
Eisspeedway-GP
Hans Weber ist mit 89 Punkten bester Westeuropäer in der WM 2019. Bedenklich war in Heerenveen, dass der Wasserburger an beiden Tagen viermal stürzte, davon dreimal unverschuldet. Zu reden ist über Niclas Svensson.

Hans Weber kam mit dem Ziel nach Heerenveen, in den letzten beiden Grands Prix dieser Saison seinen fünften Platz in der WM-Wertung zu verteidigen. Das ist ihm gelungen, obwohl er an beiden Tagen das Semifinale verfehlte.

Der «Eishans» hat als bester Westeuropäer hinter den in einer eigenen Liga fahrenden Russen über die gesamte Saison voll überzeugt und viele neue Anhänger hinzugewonnen. Im vorletzten GP im herrlichen Eisstadion «Thialf» zu Heerenveen kam der Oberbayer zwar nur auf sieben Punkte und im abschließenden Rennen am Sonntag nur auf deren sechs, aber in der Gesamtwertung hatte er am Ende elf Zähler Vorsprung vor dem Schweden Stefan Svensson auf WM-Rang 6.

Svensson, dieser Name wird Hans Weber spätestens nach dem Wochenende in Heerenveen einigermaßen sauer aufstoßen. Nein, nicht Stefan, sondern Niclas Svensson. Der 28-jährige Schwede, mit 74 Punkten WM-Siebter, war eindeutig Schuld an zwei Stürzen des Deutschen.

Am Samstag kreuzte Svensson die Linie des Deutschen und schickte ihn parterre. Schiedsrichterin Susanne Neuhäuser disqualifizierte den Schweden danach richtigerweise für diesen Lauf. Am Sonntag ließ er Weber in Heat 7 ausgangs der Startkurve nach außen keinen Zentimeter Raum, so dass der «Eishans» in die Strohballen krachte.

Schönen Dank an das Schiedsgericht, muss man sagen. So kann man Rücksichtslosigkeit noch sanktionieren, anstatt dem «Mehrfachtäter» Niclas Svensson endlich einmal die rote Karte zu zeigen. Schon Franz Zorn hat der Schwede unlängst in Almaty außer Gefecht gesetzt, für den danach die gesamte Saison dahin war.

Vergleiche mit dem Fußball seien gestattet. Ein Spieler kann dort foul spielen und wird mit einer Verwarnung, einer gelben oder einer roten Karte bestraft. Danach kann eine mehr oder weniger lange Sperre auferlegt werden. Der Schiedsrichter muss hier unterscheiden, ob bei der Aktion eine Absicht vorlag oder nicht.

Von Spielerseite ist die Causa Foulspiel ebenfalls mehrschichtig. Er kann unbeabsichtigt oder beabsichtigt foul spielen, er kann aber auch den Ball so spielen, dass er eine Schädigung oder Verletzung des Gegners durchaus in Kauf nimmt oder gar intendiert. Die Kunst des Referees ist es, diese Absichten zu durchschauen und entsprechend zu
beurteilen.

«Eisspeedway ist ein harter Sport, da unterstelle ich Niemandem eine Absicht», sagte Hans Weber noch am Vormittag vor dem abschließenden -GP in Heerenveen zu SPEEDWEEK.com, angesprochen auf die Aktion von Niclas Svensson am Samstag. Wie er jetzt darüber denkt, wissen wir nicht. Die vielen Zuschauer im Thialf aber haben gesehen, wie es ablief.

Die Frage ist, warum es dass Reglement nicht zulässt, in diesen Fällen härtere Strafen auszusprechen, zumindest derart rücksichtlose (oder dumme?) Fahrer öfter zu disqualifizieren oder sie vom gesamten weiteren Rennverlauf auszuschließen oder darüber hinaus zu sperren?

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