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FIA WECKolumne

Marcel Fässler: Auf einmal stand Brad Pitt in der Tür

In seiner Kolumne bei SPEEDWEEK.com gibt Audi-LMP1-Pilot Marcel Fässler einen Einblick in seine Rennen in der Sportwagen-WM (FIA WEC). Beim Saisonhighlight, den 24 Stunden von Le Mans, lief es für ihn nicht nach Plan.

Im Artikel erwähnt


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Für Audi in der LMP1-Klasse der FIA WEC am Start: Marcel Fässler
Für Audi in der LMP1-Klasse der FIA WEC am Start: Marcel Fässler
Foto: Stephan Mech
Für Audi in der LMP1-Klasse der FIA WEC am Start: Marcel Fässler
© Stephan Mech

Hallo, liebe Leser von SPEEDWEEK,

schön, Euch wieder über meine Erlebnisse in der Sportwagen-WM berichten zu können. Der dritte Saisonlauf am vergangenen Wochenende war gleichzeitig das unbestrittene Highlight im Kalender – die 24 Stunden von Le Mans.

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Ich brauche auch gar nicht lange drum herum zu reden: Für uns verlief das Rennen in diesem Jahr sehr enttäuschend. Unser Audi R18 musste schon in der zweiten Rennstunde mit einem Turbolader-Schaden unplanmässig in die Box. Somit fiel eigentlich früh eine Vorentscheidung gegen uns. Denn bei der starken Konkurrenz in der LMP1-Klasse kann man mit sechs Runden Rückstand normalerweise nicht mehr nach ganz vorne mitfahren. Nichtsdestotrotz haben wir nicht aufgegeben. Denn bei einem 24-Stunden-Rennen kann so viel passieren, dass man möglicherweise doch wieder in Schlagdistanz kommen könnte. Allerdings haben uns immer wieder kleinere Probleme dazu gezwungen, die Box anzusteuern und so konnten wir nicht um einen der vorderen Plätze mitkämpfen. Somit fällt das sportliche Fazit nicht wirklich positiv aus. Wir werden das teamintern nun genau analysieren müssen.

Grundsätzlich sind die 24 Stunden von Le Mans immer etwas ganz Einzigartiges – da gibt es nichts Vergleichbares. Das Rennen wird von den Teams und auch den Fans zu einhundert Prozent gelebt – auch aufgrund ganz bestimmter Traditionen. Zum Beispiel die technische Abnahme der Fahrzeuge vor Publikum in der Stadt. Diese läutet sozusagen die lange Le-Mans-Woche ein. Oder auch die Fahrerparade am Freitag: Da ist immer tolle Stimmung angesagt und für uns Fahrer ist sie die letzte Ablenkung vor dem Rennen. Genau solche Dinge machen Le Mans ganz speziell. Le Mans ist einfach Le Mans!

Eine wirklich lustiges Erlebnis hatten wir während des Rennens: Unsere Ingenieurin Leena klebte am Samstagmittag aus Spass einen Zettel auf die Tür des Kommandostands an der Boxenmauer. Darauf stand, dass man gar nicht daran denken solle einzutreten, wenn man nicht gerade Brad Pitt sei. Als der Schauspieler dann nach Rennstart der Audi-Box einen Besuch abstattete, kam die Idee auf, ihn doch mal bei Leena vorbeischauen zu lassen. Er willigte ein und machte sich zusammen mit Dr. Ullrich auf den Weg zu ihr. Leena war natürlich total überrascht und konnte es kaum fassen. Wer rechnet schon damit, dass während der Arbeit auf einmal Brad Pitt in der Tür steht. Das war wirklich ein genialer Gag...

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Angereist bin ich in diesem Jahr übrigens am Montag vor dem Rennen. Traditionell holt mich André Lotterer am Flughafen in Paris ab und wir fahren gemeinsam mit dem Auto nach Le Mans. Jedes Jahr haben André, Benoît und ich auch immer ein ganz besonders Lied für die Le-Mans-Woche. Das haben wir dann schon bei der Anfahrt hoch und runter gehört. Solche Dinge fördern unseren Teamgeist und bringen immer ein wenig Extramotivation.

Besonders war Le Mans in diesem Jahr auch für die Band eines Freundes, die ich zuhause in der Schweiz ab und zu engagiere, wenn ich zum Beispiel eine kleine teaminterne Feier ausrichte. Die Jungs machen so eine gute Stimmung, dass sie jetzt auch im Audi Camp vor den vielen Fans auftreten durften. Ich glaube, so weit weg von zuhause hatte die Truppe noch nie gespielt.

Die nächsten Tage werde ich mich nun daheim noch etwas ausruhen und Entspannung suchen. Doch dann geht der Fokus schon recht schnell wieder auf den zweiten Teil der FIA-WEC-Saison, die ja Ende Juli auf dem Nürburgring weiter geht.

Bis dahin wünsche ich Euch allen einen schönen Sommer.

Euer Marcel Fässler

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