Silverstone: Ross Brawn verteidigt Kimi Räikkönen

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Ross Brawn

Ross Brawn

Für den Startcrash von Silverstone wurden Kimi Räikkönen und Ferrari von der silbernen Konkurrenz hart kritisiert. Zu Unrecht, findet Ross Brawn, der den Finnen gegen die Mercedes-Vorwürfe verteidigt.

Mittlerweile haben sich die Gemüter beruhigt und aus dem Lager von Mercedes hört man wieder versöhnlichere Worte als noch am Rennsonntag im Fahrerlager von Silverstone. Dort hatten Lewis Hamilton und Toto Wolff über den von Kimi Räikkönen verursachten Startcrash gewettert und angedeutet, dass das unliebsame Treffen sogar absichtlich hätte herbeigeführt sein können.

Davon will Ross Brawn nichts wissen. Der frühere Ferrari-Technikchef, der sich nun um die sportliche und technische Entwicklung der Königsklasse kümmert, erklärt rückblickend: «Räikkönen erlebte ein Wechselbad der Gefühle. Zwischenzeitlich war der Finne sehr schnell, aber er bezahlte einen hohen Preis für seinen Fehler in der dritten Kurve nach dem Start.»

«Er hat die Schuld an diesem Fehltritt wie immer ohne zu zögern auf sich genommen und damit gewisse seltsame und verwirrende Andeutungen, die offensichtlich in der Hitze des Gefechts gemacht worden waren, gleich aus der Welt geschafft», lobt der Brite den Ferrari-Weltmeister von 2007. Und er betont: «Fehler können jedem passieren, der von 300 km/h herunterbremst. Der dritte Platz war angesichts der 10-Sekunden-Zeitstrafe, die er als Unfallverursacher kassiert hat, ein starkes Ergebnis.»

Natürlich hat Brawn auch für Sieger Sebastian Vettel lobende Worte: «Der Start war ein Schlüsselmoment und Sebastian hat diesen perfekt hinbekommen. Später war er bei der Safety-Car-Phase mutig genug, die Führung abzugeben, um sich frische Reifen zu holen. Die Strategie zahlte sich auch wegen der tapferen Art und Weise aus, auf die Vettel an Valtteri Bottas vorbeigezogen ist.»

Der Sport- und Technikchef der Formel-1-Führungsspitze ist überzeugt: «Das Rennen in Grossbritannien kann zwar nicht als Wendepunkt in der Meisterschaft betrachtet werden, weil ein Vorsprung von acht WM-Punkten angesichts der zweiten Saisonhälfte, die noch vor uns liegt, nicht gerade gross ist. Aber es war definitiv ein wichtiges Ergebnis – technisch und psychologisch.»

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